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Unentwegte Einflussnahme "Influencer" ist Anglizismus des Jahres 2017

Das "wichtigste, schönste, interessanteste englische Lehnwort, das die deutsche Sprache in den letzten zwölf Monaten bereichert hat", lautet "Influencer". So die Sprachwissenschaftler-Jury, die den "Anglizismus des Jahres" kürt.

Von: Knut Cordsen

Stand: 30.01.2018

Zwillinge Lisa und Lena | Bild: picture-alliance/dpa

Der Influencer ist nicht zu verwechseln mit der Influenza, und doch gibt es eine Gemeinsamkeit mit der Grippe: Beide gehen viral. Zu finden ist die Spezies des "Influencers" hauptsächlich in den sozialen Medien, auf Instagram, Youtube, Twitter und Facebook. In diesen Netzwerken versehen "Influencer" und "Influencerin" ihr Tagwerk, und das besteht im Beeinflussen: von Meinungen und Kaufentscheidungen.

Der Influencer ist die moderne Ausprägung des Manipulators. Sein Lieblingstool, sein unentbehrliches Werkzeug ist die Smartphone-Kamera. Vor der sitzt, steht, liegt er oder sie und filmt sich unentwegt: auf Reisen im Hotelbett, beim Essen im Restaurant, beim Klamotten-Anlegen vor dem Kleiderschrank und Erproben von Kosmetika. Meister im Product Placement, verdingen sich Influencer als Werbetreibende.

Reichweite heißt ihre Werbung

Sie sind die mächtigen Öffentlichkeitsarbeiter im Warenhaus unserer Gegenwart, ihre Währung heißt Reichweite und Visibilität, Sichtbarkeit. Aufmerksamkeit ist alles in unserer Ökonomie. Die erfolgreichsten deutschen Influencer sind die Zwillinge Lisa und Lena (auf dem Foto bei der Bambi-Verleihung 2017, wo sie als "Influencer des Jahres" ausgezeichnet wurden).

Den beiden 15-jährigen Mädchen folgen Millionen Menschen weltweit. Woran man sieht: Influencer sind nichts ohne ihre Follower, auch so ein Anglizismus, der es sogar schon hierzulande zum Romantitel gebracht hat. Vor zwei Jahren veröffentlichte der Deutsche-Buchpreis-Träger Eugen Ruge seinen Roman "Follower". Das war 2016. Der Anglizismus des Jahres 2017 aber lautet, eine goldrichtige Wahl, "Influencer". 


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Showman, Mittwoch, 31.Januar, 17:22 Uhr

9. Der Satz, der es in sich hat ;-)

"Der Influencer ist nicht zu verwechseln mit der Influenza"

Ob das wirklich stimmt? Viral ist es allemal. Und zu Risiken und Nebenwkrkungen... - kucken wir wieder beim BR, wenn es zur Pandemie wurde.

Seht gut, BR mit Humor!

Drücker, Dienstag, 30.Januar, 17:50 Uhr

8. Moderne, IT-gestützte multimediale Drückerkolonnen

Werber, Bauernfänger, Nepper oder Drücker mussten früher noch mühsam mit VW-Bus zum Ausschwärmen von Ort zu Ort gefahren werden, um die Klingeln rauf und runter zu drücken. Heut' geht das online.

Klasse Sache ist das dann schon mit den Smartphones. Aber im Endeffekt sind es auch nur Verkäufer auf Provisionsbasis.
Aber Anglizismen machen halt was her, zumindest glauben das einige Leute und vorallem - die Selbstdarsteller.

Für mich ist das zum Schmunzeln.

max, Dienstag, 30.Januar, 16:41 Uhr

7. Erklärungsbedarf

Sehr geehrter Herr Knut Cordsen,

was bitte soll an diesem "Lehnwort" schön und interessant - und vor allem unter diesem Gesichtspunkt auch noch eine "goldrichtige Wahl"?

Und wer ist diese Sprachwissenschaftler-Jury?
Ein halbwegs seriöser Bericht hätte diese Jury näher benannt, im Web auch verlinkt.

Ja, ich kann suchen und finden, aber zu Ihrem Handwerk gehörte die Bereitstellung dieser Infos.
Von da oben kommt halt nichts Gscheites.

  • Antwort von Moritz, Mittwoch, 31.Januar, 17:25 Uhr

    Sie scheinen permanent auf Krawall gebürstet zu sein? Mit sich und der Welt so unzufrieden?
    Heute schon ein Rechtschreibfehler entdeckt, um gleich se,bst welche zu machen?

    Relax, Max!

Lotti, Dienstag, 30.Januar, 14:22 Uhr

6. Gibt deutsches Wort

Früher sagte man Schnorrer.

  • Antwort von Rosl, Dienstag, 30.Januar, 15:09 Uhr

    Stimmt Lotti, der Schnorrer ist der Vorläufer der Journalisten. Als es noch keine Zeitungen gab, wanderten die Schnorrer von Ort zu Ort und verbreiteten Nachrichten. Als Lohn bekamen sie etwas zu essen und einen Schlafplatz. (Nachzulesen beispielsweise im Pojaz von Karl Emil Franzos, sehr zu empfehlen.)

Klaus Leist, Dienstag, 30.Januar, 13:25 Uhr

5. "Influencer"

Den "Influencer" finde ich sehr häufig hier in den Kommentaren. Ich würde das lieber "Meinungsmonopol" nennen, wehe man verstößt dagegen.