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Greuther Fürths Sportdirektor Rachid Azzouzi war selbst schon mehrfach Opfer rassistischer Äußerungen. In Blickpunkt Sport teilte der gebürtige Marokkaner seine Erfahrungen und rief zum aktiven Handeln gegen Rassismus im Fußball auf.
24.02.2020, 00:29 Uhr

Rachid Azzouzi: "Der Rassismus ist immer vorhanden"

Greuther Fürths Sportdirektor Rachid Azzouzi war selbst schon mehrfach Opfer rassistischer Äußerungen. In Blickpunkt Sport teilte der gebürtige Marokkaner seine Erfahrungen und rief zum aktiven Handeln gegen Rassismus im Fußball auf.
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Rachid Azzouzi war selbst schon mehrfach von Rassismus betroffen. Unter anderem in Düsseldorf, als der gebürtige Marokkaner bei Fortuna Sportdirektor war. Der Verein steckte damals in einer sportlichen Krise, woraufhin in den Medien von einem "Nordafrikanerproblem" die Rede war. Der 49-Jährige empfand die Situation als sehr belastend, sah aber dennoch von einer Anzeige ab, um den Angreifern keine zusätzliche Plattform zu bieten.

"Das ist schon in der Kindheit so, dass man immer mit Rassismus konfrontiert wird. Der Rassismus ist immer vorhanden." Rachid Azzouzi

Zu milde Strafen für Rassismus in Stadien

Der Sportdirektor der SpVgg Greuther Fürth nimmt in den letzten Jahren eine deutliche Steigerung der rassistischen Vorfälle wahr. Die Hemmschwelle der Gesellschaft, Meinungen auszusprechen, sei niedriger geworden, nicht zuletzt bedingt durch die neuen Äußerungsmöglichkeiten, die soziale Netzwerke bieten. Dass diese Tendenz auch vor den Fußballstadien nicht Halt macht, liegt auf der Hand, denn Fußball ist schon immer "das Abbild der Gesellschaft". Die Strafen wie das dreijährige Stadionverbot, das nach dem Vorfall mit Leroy Kwadwo verhängt wurde, hält Azzouzi für zu milde.

"Ich finde, so einer gehört gar nicht mehr ins Stadion. Der soll dann zum Hallen-Halma, da gibt es dann vielleicht keine dunkelhäutigen Spieler." Rachid Azzouzi

Auch die Vereine sollten sich in seinen Augen hinterfragen. Dennoch sind den Verantwortlichen zum Großteil die Hände gebunden, schließlich könne man nicht in die Köpfe eines jeden Einzelnen hineinsehen. Dennoch müsse man aktiv dagegen agieren, bloße Missachtung sei bei der Dynamik, die dieses Thema derzeit entwickelt, nicht mehr ausreichend, so Azzouzi im Interview.

AUTOREN
Cristina Krüger

Sendung

Blickpunkt Sport vom 23.02.2020 - 21:45 Uhr