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Am Uniklinikum Regensburg haben Pathologen in der ersten Infektionswelle verstorbene Corona-Patienten untersucht. Bis auf eine Patientin wären wohl alle ohne Covid-19 noch am Leben, so die Ärzte.
03.02.2021, 15:12 Uhr

"An" oder "mit" Corona gestorben? Studie von Regensburger Klinik

Am Uniklinikum Regensburg haben Pathologen in der ersten Infektionswelle verstorbene Corona-Patienten untersucht. Bis auf eine Patientin wären wohl alle ohne Covid-19 noch am Leben, so die Ärzte. Verallgemeinern ließen sich die Ergebnisse aber nicht.
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Andreas Wenleder

Ist ein Patient "an" oder ist er "mit" Corona verstorben? Dieser Unterschied wird in der Diskussion über die Auswirkungen der Pandemie häufig betont. Zumindest für einen Teil der Patienten der ersten Infektionswelle im Frühjahr am Regensburger Uniklinikum liefert eine Studie nun Klarheit.

Bei fast allen führte Covid-Erkrankung zum Tod

Bei insgesamt acht von 17 im Untersuchungszeitraum am Uniklinikum verstorbenen Patienten willigten die Angehörigen in eine umfassende Obduktion ein. Darunter vier Frauen und vier Männer im Alter zwischen 44 und 73 Jahren. Alle waren zuvor lange am Uniklinikum beatmet worden, so die Hauptautorin der Studie, Oberärztin Dr. Katja Evert. Bei fast allen führte die Corona-Infektion selbst zum Tod.

"Wir haben acht Patienten obduziert. Sieben davon sind sicher an Corona verstorben und eine Patientin ist mit Corona verstorben", sagt die Pathologin. Die häufigste Todesursache, die Evert und ihr Team gefunden haben, sei ein multiples Organversagen. "Das heißt, dass die Organe ihre Funktion nach und nach nicht mehr aufnehmen können", sagt Evert.

Kaum kritische Vorerkrankungen

Bei einer Patientin habe die Vorerkrankung einer Leberzirrhose zum Tod geführt. Die anderen sieben waren zuvor keineswegs in einem kritischen Zustand, betont Evert. Die Patienten hätten leichte Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes oder vereinzelt Herzerkrankungen gehabt. "Aber insgesamt nichts, was wirklich eine gravierende Vorerkrankung dargestellt hätte", sagt Evert. "Daraus kann man eigentlich schließen, dass man auch als junger, mutmaßlich gesunder Mensch an Corona sterben kann", erklärt die Pathologin.

Erkrankung führt zu Pilz-Infektionen

Vor allem ein Befund überraschte die Oberärztin: Neben schweren Lungenveränderungen konnte sie bei der Hälfte der Gestorbenen eine Pilzinfektion als Auslöser des Organversagens ausmachen, die in Folge der Corona-Infektion aufgetreten sei.

Das gehäufte Auftreten dieses Befundes habe am Uniklinikum bereits Auswirkungen auf die Behandlung von Corona-Patienten, sagt Evert. Deshalb sei es wichtig, dass gerade bei Krankheiten wie Covid-19, über die noch nicht viel bekannt ist, möglichst viele Menschen nach dem Tod genau untersucht werden. "Wir obduzieren und lernen daraus", sagt Evert. In der ersten Welle sei die Bereitschaft der Angehörigen, die Verstorbenen obduzieren zu lassen, sehr groß gewesen. Mittlerweile lasse das aber leider ein wenig nach.

Noch mehr Obduktionen notwendig

Auch wenn das Ergebnis deutlich ist: Die Ergebnisse der im Fachmagazin "Virchows Archiv" veröffentlichten Studie lassen sich nicht verallgemeinern. Aufgrund der Aufnahmekriterien und der am Uniklinikum durchgeführten Behandlungsform, die vor allem bei weitgehend noch fitteren, jüngeren Menschen angewendet werde, sei die untersuchte Gruppe sehr speziell.

Um Klarheit zu bekommen, wie viele der gemeldeten Corona-Toten tatsächlich "an" oder "mit" Corona gestorben sind, müssten deutlich mehr Obduktionen durchgeführt oder die klinischen Befunde im Einzelfall ausgewertet werden, sagt die Oberärztin. Für die in der Studie untersuchten Toten steht laut Evert aber fest: "Wenn sie nicht Covid gehabt hätten, wären sieben von acht mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit noch am Leben."

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