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© pa/dpa/Oliver Dietze
Schaufensterwerbung für An- und Verkauf von Gold
04.08.2020, 06:15 Uhr

Gold und Silber - Kunden überrennen Edelmetall-Händler

Gold ist so viel wert wie noch nie. Viele Anleger greifen in der Coronakrise zum Edelmetall. Auch Silber boomt. Niedrige Zinsen und die Angst vor einer möglichen Inflation sind wohl die Gründe dafür. Gold- und Silber-Händler freut es.
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Schlange stehen vor einem renommierten Goldhandelsgeschäft am Münchner Promenadeplatz: Hier boomt das Geschäft mit Edelmetallen seit Wochen. Bedingt durch die Corona-Krise wittern viele Anleger Morgenluft auf dem stabilen Gold- und Silbermarkt.

Hinzu kommt: Die Angst vor einer Inflation als Folge der wirtschaftlichen Rezession ist bei vielen enorm.

"Ich kann den Boom bestätigen. 100 Prozent mehr an Umsätzen als im Vorjahreszeitraum." Zdenek Holly, Niederlassungsleiter bei der Degussa Goldhandel in München

Sowohl was den Goldpreisanstieg angeht, als auch die Umsatzzahlen sei es in Deutschland ein hervorragendes erstes Halbjahr gewesen, erzählt Zdenek Holly - für die Branche insgesamt und auch für Degussa. Allein in Deutschland hätten Privatkunden im ersten Halbjahr 2020 83,5 Tonnen Gold in Barren und Münzen gekauft. Das sei ein Anstieg von 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Er bezieht sich damit auf Daten, die das Worldcouncil als unabhängige Stelle herausgegeben hat.

Goldpreis auf Allzeithoch

Bei Gold und Silber hat sich zuletzt eine regelrechte Dynamik aufgebaut, bewerten Analysten das Geschehen an der Edelmetallbörse. Der Goldpreis hat sein über neun Jahre lang gehaltenes Preishoch nun gebrochen. In der Nacht zum 3. August 2020 stieg der Preis für eine Feinunze Gold bis auf 1.944,71 US-Dollar und übertraf damit das Tageshoch von 1.921 US-Dollar aus dem September 2011.

Ein Gramm Gold kostet 54 Euro

Gold und Silber werden in Dollar gehandelt, so dass ein Kursrückgang der amerikanischen Währung die Edelmetalle in Ländern außerhalb des Dollarraums günstiger macht. Das steigert die Nachfrage. Der aktuelle Tagespreis für ein Gramm Gold beträgt 54 Euro.

Anlageexperten: Nur Teil in Edelmetalle investieren

Eine weitere Begründung des Goldbooms dürfte in den negativen, niedrigen Zinsen seit geraumer Zeit zu sehen sein.

Der Chef für Private Banking bei der Münchner Stadtsparkasse, Florian von Khreninger-Guggenberger, warnt jedoch vor einer einseitigen Anlage in Edelmetalle. "Wir als Anlageexperten warnen und sagen dem vermögenden Anleger, 'übertreibe es nicht mit dem Investment', nimm vier bis acht Prozent deines Vermögens in Rohstoffe, unter anderem in Gold oder Silber. Und wenn Sie über ein kleines oder mittleres Vermögen verfügen, dann würden wir sagen, es gibt auch Alternativen, gemeint ist, dass sich Anleger breiter aufstellen sollten bei Geldanlagen."

Rund 200 Gold-Silber-Transaktionen wurden hier zuletzt verbucht. Der Anlageberater ist mehr als zufrieden. Bleibt die Frage, ob dieser Boom auf Rekordniveau bleibt oder ob sich nach der Corona-Krise der Run auf die Edelmetalle wieder abschwächt.

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Siegrid von Fintel

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