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Am weltweiten Klimaschutztag nahmen auch Kinder und Erwachsene in Deggendorf teil. Mit Transparenten und Sprechchören zogen sie durch die Innenstadt.
20.09.2019, 05:37 Uhr

Globaler Klimastreik: "Fridays for Future" in Niederbayern

Am heutigen Freitag demonstrieren beim dritten globalen Klimastreik in über 150 Ländern weltweit Menschen für den Klimaschutz. Sie schließen sich der Protestbewegung "Fridays for Future" an. Auch in Niederbayern wird gestreikt - ein Überblick.
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Millionen Menschen wollen weltweit an diesem Freitag für den Klimaschutz demonstrieren. In über 150 Ländern soll es Proteste geben. Allein in Deutschland werden Hunderttausende zum dritten globalen Klimastreik erwartet. In Bayern wird in mehr als 90 Städten zu Demonstrationen aufgerufen. So auch in niederbayerischen Städten wie in Straubing, Mainburg, Landshut, Landau an der Isar, Dingolfing, Vilsbiburg, Eggenfelden, Pfarrkirchen, Passau und Deggendorf.

"Haindling" bei Fridays for Future in Straubing

Ab zehn Uhr wird in Straubing am Theresienplatz unter dem Motto #AlleFürsKlima demonstriert. Symbolisch startet der Demonstrationszug durch die Altstadt um fünf vor zwölf. Wie die Straubinger Ortsgruppe der Fridays-for-Future-Bewegung mitteilt, gibt es dieses Mal zwei Besonderheiten: Der bayerische Liedermacher Michael Wüllner, der die Demonstrationen in Straubing seit dem ersten Protest unter anderem musikalisch unterstützte, wird ein letztes Mal auftreten. Wie es heißt, widmet er sich beruflich einem neuen Projekt und wird eine musikalische Auftrittspause einlegen. Die zweite Besonderheit wird der Auftritt von Musiker Hans-Jürgen Buchner sein, der als "Haindling" bekannt ist.

Letzter Auftritt für den Liedermacher Michael Wüllner, der die Demonstrationen in Straubing seit dem ersten Protest unterstützt

Scheuer-Double bei Passauer Klimaschutz-Demo

Auch in Passau wird generationenübergreifend für das Klima gestreikt. Beginn ist um zwölf Uhr im Klostergarten. Bei der Klimaschutz-Demo will die ÖDP ein Andreas Scheuer-Double auftreten lassen, das einen bekannten Satz von Scheuer auf der Bühne sprechen soll: "Ein Tempolimit ist gegen jeden Menschenverstand".

Auch Bischof Oster ist in der ersten Reihe mitgelaufen. Als Jugendbischof wolle er sich für die Anliegen der jungen Leute einsetzen, teilte eine Sprecherin des Bischofs auf BR-Anfrage mit. Laut Polizei kommt es durch die etwa 5000 Teilnehmer der Demonstration in der Innenstadt zu Verkehrsbeeinträchtigungen.

Bund Naturschutz unterstützt Demonstranten in Deggendorf

Erwachsene und Schüler wollen in Deggendorf ein Zeichen für das Klima setzen. Ab zehn Uhr startet die Kundgebung am Luitpoldplatz. Danach wird es einen Demonstrationszug durch die Innenstadt geben. Unterstützt werden die Demonstrationen unter anderem vom Bund Naturschutz in Deggendorf.

Beim Fridays-for-Future-Umzug in Deggendorf machten nicht nur Schüler, sondern auch Erwachsene mit

Erste Erfolge von Fridays for Future in Vilsbiburg

Obwohl die Ortsgruppe Fridays for Future Vilsbiburg (Lkr. Landshut) erst im März dieses Jahres gegründet wurde, zählt sie rund 100 Mitglieder. Diesen Freitag gehen sie ab 13.15 Uhr wieder auf die Straße. Ihr Vorschlag für Arbeitnehmer, die mitmachen wollen: in der Mittagspause demonstrieren.

Bisher hätten die Klimaaktivisten im Dialog mit der Stadt Vilsbiburg viel erreicht, wie es in einer Mitteilung heißt. So wurden Blühflächen angelegt, die sich im Laufe der Jahre zu einem Rückzugsort für gefährdete Wildbienenarten entwickeln sollen, oder Wildbienen-Hotels gebaut. Im Juli fand zudem ein Klimaworkshop mit der Landshuter Energie Agentur statt.

Fridays for Future: Signal an Klimakabinett in Berlin

Die Organisatoren der deutschen Proteste wollen am heutigen Freitag ein Signal an das Klimakabinett in Berlin senden, das sein Maßnahmenpaket vorstellen will. Erstmals bekommen die jugendlichen Aktivisten Unterstützung von über 200 Organisationen, Initiativen und weiteren Akteuren. Das Spektrum reicht von klassischen Umweltschutzorganisationen über Menschenrechtsorganisationen, Kirchen, Forschungseinrichtungen, Gewerkschaften bis hin zu Banken und Unternehmen.

💡 Was fordert die Fridays-for-Future-Bewegung?

Die Fridays-for-Future-Bewegung demonstriert für die Einhaltung der Pariser Klimaziele, also eine Begrenzung der Erderwärmung unter 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter. Die Bewegung fordert deshalb einen raschen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und eine schnelle Bepreisung von Kohlendioxid-Emissionen.

Beim ersten globalen Klimastreik am 15. März beteiligten sich nach Veranstalterangaben in Deutschland rund 300.000 Menschen, beim zweiten globalen Klimastreik am 24. Mai kurz vor der Europawahl wurden etwa 350.000 Teilnehmer bundesweit registriert.

Die Bewegung geht auf die 16-jährige Klima-Aktivistin Greta Thunberg aus Schweden zurück. Sie protestiert seit August 2018 jeden Freitag für den Klimaschutz. Weltweit haben sich Schüler dem Klimastreik und der "Fridays-for-Future-Bewegung" angeschlossen.

Im August diesen Jahres segelte Greta Thurnberg zum UN-Klimagipfel nach New York - von Schweden über den Atlantik, zwei Wochen lang. Die Klimaaktivistin Thunberg und die Bewegung "Fridays for Future" sind im September 2019 in Washington mit dem Menschenrechtspreis von Amnesty International ausgezeichnet worden.

AUTOREN
Sarah Beham

Sendung

Regionalnachrichten aus Niederbayern vom 20.09.2019 - 07:30 Uhr