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AfD Landesparteitag in Greding AfD Bayern attackiert die CSU

In Greding ist die AfD Bayern zu ihrem ersten Landesparteitag in diesem Jahr zusammengekommen. Zentral war die Eröffnungsrede von Landeschef Martin Sichert. Der AfD-Mann stimmte die Mitglieder auf die kommende Landtagswahl im Freistaat ein. Vor allem die CSU kritisierte er scharf und gab sich selbstbewusst.

Von: Tina Wenzel

Stand: 06.01.2018

Martin Sichert | Bild: picture-alliance/dpa

Es war sein erster AfD-Landesparteitag als Parteichef. Die erste größere Aufmerksamkeit errang der 37-Jährige Martin Sichert dann mit einem Versprecher. Seinen vielsagenden Lapsus fanden die rund 350 Parteitagsteilnehmer aber sehr passend.

"Und der künftige Ministerpräsident Markus Seehofer, äh, Markus Söder, ist auch nichts anderes wie Seehofer."

Martin Sichert, AfD-Landesvorsitzender Bayerns

"CSU ist austauschbar"

Martin Sichert, AfD

Diese Spitze ging natürlich in Richtung CSU. In Kloster Seeon - 200 Kilometer von Greding entfernt - tagten zeitgleich die CSU-Bundesabgeordneten zusammen mit Parteichef Horst Seehofer. Für die AfD offenbar einer der Hauptgegner im anstehenden Landtagswahlkampf. Es sei ein Freudscher Versprecher, aber er treffe es im Kern, so Sichert. Denn letztlich seien sie in der CSU inzwischen alle austauschbar. Spaenle, Seehofer und Söder stünden inhaltlich alle für die gleiche Politik.

Besonders störte sich der Landeschef der AfD an der Position der CSU zur Flüchtlingspolitik und zum Islam. Sichert ist beispielsweise dagegen, den Islamunterricht in Bayern auszuweiten. Auch den Familiennachzug bei Härtefällen, lehnte Sichert ab, der im nationalkonservativen Lager der AfD zu verorten ist.

In seiner Rede stimmte der Landeschef die AfD-Mitglieder auch auf die kommende Landtagswahl im Freistaat ein, gab sich selbstbewusst und siegessicher. Aktuelle Umfragen zeigen, dass die AfD sehr gute Chancen hat, in den Bayerischen Landtag einzuziehen. Derzeit liegt sie den Umfragen zufolge bei rund 12 Prozent.


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