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Von China abgehängt Adidas: Digitalisierung in Deutschland rückständig

Adidas gibt heute seine Bilanz bekannt. Eines ist schon klar: Die Zahlen sehen gut aus. Der Umsatz des Sportartikelriesen aus Herzogenaurach ist enorm gewachsen, weltweit, aber vor allem in den USA und in China. Der Trend des Onlinehandels wird laut Adidas anhalten, möglicherweise aber zum Nachteil des Standorts Deutschland.

Von: Astrid Freyeisen

Stand: 14.03.2018

Das Logo des Sportartikelherstellers Adidas auf einem Schuh | Bild: picture-alliance/dpa

Adidas-Chef Kasper Rorsted ist überzeugt: Die USA und China werden immer wichtiger für den Sportartikel-Konzern. Auch, weil der Online-Handel dort eine viel größere Rolle spielt als in Deutschland. Der Adidas-Chef ist besorgt.

"Man muss ganz klar sagen, dass China einen großen Sprung in die Zukunft mit seiner Strategie der Digitalisierung gemacht hat. Drei von den zehn größten digitalen Firmen der Welt kommen aus China. Europa hat keine. Und es wird auch sehr stark staatlich gefördert. Ich muss sagen, ich bin sehr enttäuscht von den Zielen der neuen Bundesregierung, dass wir Zugang zum schnellen Internet im Jahr 2025 bekommen. Das kann kein Ziel sein."

Kasper Rorsted, Vorstandsvorsitzender Adidas AG

China liegt vorn

Solche weit entfernten Jahre als Ziele auszugeben, sei realitätsfern. Wenn Europa nicht schnell im Digitalen aufhole, werde sich der Rückstand zu Ländern wie China weiter vergrößern. Schon jetzt sei die Volksrepublik der profitabelste Markt für Adidas, sagte Kasper Rorsted kürzlich bei einer Asienkonferenz in Düsseldorf.

Was in Städten wie Shanghai durch digitalen Handel und Bezahlen per Handy passiere, werde weltweit an Einfluss gewinnen.


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