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70. Todestag In Erinnerung an den grantigen Clown Karl Valentin

Er war ein Münchner Original und ist ein Klassiker bis heute: Karl Valentin. Vor genau 70 Jahren ist er gestorben. Ein Rückblick auf ein nicht ganz einfaches Künstlerleben.

Von: Von Lorenz Storch und Eva Limmer

Stand: 09.02.2018

Karl Valentin | Bild: picture-alliance/dpa

Geboren wurde der "grantige Clown", wie ihn ein Buchtitel treffend beschreibt, als Valentin Ludwig Fey am 4. Juni 1882. Er wuchs in einer Handwerkerfamilie in der Au auf und war seit seiner Kindheit eher ein kränklicher Bub.  Schnell wurde ihm jedoch klar, dass die Schreinerlehre, die er erfolgreich absolviert hatte, nichts für ihn war.

Schwere Rückschläge am Anfang der Komikerkarriere

Seine ersten Versuche als Komiker – er probierte sich auf Bühnen in Berlin im Clowns-Kostüm- scheiterten kläglich. Völlig verarmt kehrte er nach München zurück.  Valentin war am ersten Tiefpunkt seines Lebens angelangt. Er war so verzweifelt, dass er sich mit Selbstmordgedanken trug. Nur einem glücklichen Zufall war es zu verdanken, dass er sich 1908 beim Gastwirt und Münchner Original Ludwig Greiner einquartierte. Dieser erkannte sofort das komische Talent Valentins und ermunterte ihn, Couplets zu verfassen, die selbstironisch auf dessen Figur abzielen sollten. Valentin war deutlich über 1,80 Meter groß und dabei spindeldürr. Valentin griff die Idee Greiners auf und nannte sich vorübergehend "Skelettgigerl".

Liesl Karlstadt als kongeniale Partnerin

Die 25-jährige Bühnenpartnerschaft der beiden begann 1913 mit dem "Alpensängerterzett", dann ging es Schlag auf Schlag: 1915 folgte das Bühnenprogramm "Tingeltangel" mit dem Sketch "Die Orchesterprobe". 1922 fand im "Germaniabrettl" die Uraufführung des wohl bekanntesten Stücks des Komikerpaares statt: "Der Firmling". Doch die Beziehung der beiden war kompliziert. Liesl Karlstadt litt zunehmend unter Valentins Exzentrik.  und seiner chronisch schlechten Laune. Nach einem Zusammenbruch 1939 geht Karlstadt endgültig eigene Wege.

Lebensende in ärmlichen Verhältnissen

Sein Lebensende fristete Valentin völlig verarmt im Planegger „Exil“. Das Publikum hatte sich gegen Ende der Kriegsjahre von ihm abgewandt, ertrug die Bitterkeit von Valentins Komik nicht mehr. Er hatte kaum noch Einnahmen aus Auftritten und Tantiemen. Am 9. Februar 1948 starb vor siebzig Jahren eines der größten deutschen Komiker-Genies und hinterlässt Komik-Klassiker, die auch noch Jahrzehnte nach seinem Tod für ein Lachen sorgen. Er wurde auf dem Waldfriedhof in Planegg begraben.


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