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Kongress-Anhörung Mark Zuckerberg unter Beschuss

Mark Zuckerberg hat vor dem US-Kongress einmal mehr Besserung gelobt: Nutzerdaten würden künftig besser geschützt, Fake News und Hasskommentare ausgefiltert. Doch die Abgeordneten wollen den Versprechungen nicht so recht glauben.

Von: Florian Regensburger

Stand: 10.04.2018

Mark Zuckerberg umgeben von zahlreichen Kameras im US-Kongress | Bild: picture alliance/AP Images/Pablo Martinez Monsivais

„Wir haben unsere große Verantwortung nicht erkannt. Das war ein Fehler. Es war mein Fehler“, sagte Mark Zuckerberg. In Zukunft gehe es darum, nicht nur Werkzeuge zu entwickeln, sondern auch sicherzustellen, dass diese für gute Zwecke eingesetzt würden, so der Facebook-Chef weiter. Er nannte zum Beispiel die #MeToo-Bewegung, die sich maßgeblich über Facebook organisiert habe; oder auch die Möglichkeit für etliche kleine Unternehmen, eine große Zahl von Kunden zu erreichen.

Warum sollte man Facebook jetzt glauben?

Doch damit wollten sich nicht alle zufrieden geben. Facebook entschuldige sich seit mehr als zehn Jahren ständig für irgendwas und gelobe Besserung, hakte ein Kongressmitglied nach. Wirklich passiert sei nie etwas. Warum solle man ihm jetzt glauben? Zuckerberg erklärte, dass es jetzt anders sei.

Die aktuelle Weltlage mit immer mehr Fake News und Manipulationsversuchen, mit immer mehr Hasskommentaren, habe zu einem Umdenken bei der Unternehmensphilosophie geführt. Man nehme diese Dinge nun sehr ernst. So entwickle man beispielsweise Software, Künstliche Intelligenz, die nicht wünschenswerte Texte, Bilder oder Videos automatisch erkenne. Bislang zeigen derartige Maßnahmen aber keine große Wirkung.

Abgeordnete betonen Verantwortung der Tech-Industrie

Mehrere Kongress-Abgeordnete hatten zuvor die große Verantwortung von Facebook und der gesamten Tech-Industrie betont: Wenn diese die Daten ihrer Nutzer nicht gewissenhaft schützten, sei dies eine Bedrohung demokratischer Werte, ja der Demokratie an sich. Wenn die Unternehmen dies nicht könnten, müsse und werde der Staat das tun, so die klare Drohung.

Heute und morgen muss der Facebook-Gründer und CEO dem Repräsentantenhaus im aktuellen Skandal um die Datenweitergabe an das britische Unternehmen Cambridge Analytica Rede und Antwort stehen. Die Informationen - in deren Weitergabe alle betroffenen rund 87 Millionen Facebook-Nutzer, wenn wohl auch größtenteils unwissentlich, eingewilligt hatten - sollen für zielgerichtete Wahlwerbung der Trump-Kampagne genutzt worden sein.

Zweite Anhörung findet morgen statt

Zunächst ist Zuckerberg am heutigen Abend in einer gemeinsamen Versammlung des Rechts- und des Handelsausschusses im Senat des Kongresses als Zeuge geladen. Am morgigen Mittwoch (16.00 Uhr MESZ) folgt eine weitere Befragungsrunde im Energie- und Handels-Ausschuss des Abgeordnetenhauses.


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