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Anhörung zum Facebook-Datenskandal Zuckerberg sagt am 11. April im US-Kongress aus

Facebook-Chef Mark Zuckerberg wird am Mittwoch kommender Woche im US-Kongress aussagen. Dabei soll er sich zum Skandal um den Missbrauch von Nutzerdaten äußern. Derweil formulierte Facebook neue Datenschutz-Bedingungen.

Stand: 04.04.2018

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg | Bild: picture-alliance/dpa

Ein Kontrollausschuss des US-Repräsentantenhauses wird Facebook-Chef Mark Zuckerberg am 11. April zum Datenschutz in seinem Unternehmen befragen. Die Anhörung biete eine wichtige Möglichkeit, Licht in das Dunkel um private Nutzerdaten zu bringen, hieß es in Washington in einer Mitteilung aus dem Ausschuss für Energie und Handel. Man wolle wissen, wie Facebook mit diesen Daten umgehe, erklärten die Abgeordneten Greg Walden und Frank Pallone.

Facebook steht wegen der mutmaßlichen Abschöpfung der Daten von mehr als 50 Millionen seiner Nutzer durch die britische Datenanalysefirma Cambridge Analytica unter massivem Druck. Die Daten sollen unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump ausgewertet und genutzt worden sein. Behörden in den USA wie Großbritannien haben Ermittlungen eingeleitet.

Zuckerberg hat sich für den Datenmissbrauch entschuldigt und eine Reihe von Reformen in dem Onlinenetzwerk angekündigt. In einem Interview sagte er aber auch, es werde "einige Jahre" brauchen, um die Probleme mit dem Schutz von Nutzerdaten zu beheben.

Facebook aktualisiert Datenschutz-Bedingungen

Derweil aktualisierte Facebook seine Datenschutz- und Nutzungsbedingungen und versprach, diese seien nunmehr klarer und transparenter. Aus den Bestimmungen erfährt man unter anderem, dass Facebook auf Geräten auf Informationen wie Namen von Apps und Dateien zugreift sowie auch Mausbewegungen registriert. Letzteres solle helfen, Menschen von Bots zu unterscheiden, hieß es in einer Mitteilung des Online-Netzwerks.

Neu ist, dass andere Konzern-Dienste wie Instagram jetzt auch nach den Facebook-Datenschutzbedingungen agieren werden. An der Datenverarbeitung werde sich aber nichts ändern, betont das Unternehmen. Die Datenschutz-Bedingungen schaffen auch die Grundlage für die geplante Einführung von Gesichtserkennungs-Funktionen in Europa, wo sie bisher nach Widerstand von Datenschützern nicht verfügbar waren.

Die neuen ausführlicheren Formulierungen und Nutzerrechte gehen in Europa zu großen Teilen auf die Umsetzung der EU-Datenschutzgrundverordnung, die zum 25. Mai Pflicht wird. Damit waren sie schon lange in Arbeit und sind keine Reaktion auf den aktuellen Datenschutz-Skandal um die Firma Cambridge Analytica.


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