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Bundesinnenministerium Zahl der Abschiebungen nach Tunesien deutlich gestiegen

Die Zahl der Abschiebungen aus Deutschland nach Tunesien ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Wie kompliziert eine Anbscheibung sein kann, zeigt der Fall des mutmaßlichen Ex-Leibwächters von Osama bin Laden, Sami A..

Stand: 16.07.2018

Archivbild: Ein mit abgelehnten Asylsuchenden besetztes Flugzeug rollt vom Flughafen München zur Startbahn.  | Bild: dpa-Bildfunk/Matthias Balk

Die Zahl der Abschiebungen aus Deutschland nach Tunesien ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Im Jahr 2015 wurden nur 17 Tunesier in ihr Heimatland zurückgebracht. 2016 waren es 116 und 2017 bereits 251, wie das Bundesinnenministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. In diesem Jahr sind von Januar bis Ende Mai schon 155 Menschen in den Maghreb-Staat zurückgeführt worden.

Abschiebung von Bin Ladens Leibwächter Sami A.

Derzeit macht die möglicherweise rechtswidrige Abschiebung des als Gefährder eingestuften Sami A. Schlagzeilen. Ein Gericht in Nordrhein-Westfalen hat angeordnet, ihn umgehend zurückzuholen. Dem mutmaßlichen Ex-Leibwächter von Osama bin Laden kann nach Einschätzung der Richter in seiner Heimat Folter drohen.

Erleichterte Abschiebung in Maghreb-Staaten

In Deutschland leben nach Angaben des Bundesinnenministeriums rund 760 Menschen, die als "Gefährder aus dem islamistischen Spektrum" eingestuft sind. Das bedeutet, dass die Sicherheitsbehörden ihnen schwere Straftaten zutrauen. Rund zwei Drittel davon sind entweder deutsche Staatsbürger oder Bürger eines EU-Landes. Von den Gefährdern aus sogenannten Drittstaaten, also weder Deutschland noch EU, ist nach Angaben des Ministeriums rund ein Drittel ausreisepflichtig.

Zahl der abgeschobenen Gefährder steigt

Wie kompliziert die Abschiebung sein kann, zeigt der Fall Sami A.. "Es gibt die generelle Erwartungshaltung der Politik, dass ausreisepflichtige Gefährder in ihre Herkunftsländer zurückkehren", teilte das Bundesinnenministerium mit. Im letzten Jahr sei es gelungen, die Zahl der abgeschobenen Gefährder auf "deutlich auf über 90 Personen zu steigern".


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