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Emissionen Wird das Smartphone Klimaschädling Nummer 1?

Die digitale Technik könnte bald zum größten CO2-Verursacher werden, sagt eine Studie. Das Problem ist der hohe Energieverbrauch von Smartphone, Computer & Co. Es gibt aber Unwägbarkeiten bei der Prognose.

Von: Florian Regensburger

Stand: 08.03.2018

EIn Mobilfunkmast vor wolkenbehangenem Himmel | Bild: picture-alliance/dpa

Kraftfahrzeuge, Schiffe, Flugzeuge oder Schornsteine von Industrieanlagen: Sie alle erzeugen Abgase. Die sind meist deutlich sichtbar, als weißer, grauer oder schwarzer Rauch. Was aber auch eine Menge Abgase erzeugt, wenn auch nicht direkt und damit kaum sichtbar, ist digitale Technik wie Smartphones - und die Zugehörige Infrastruktur in Form von Rechenzentren und Datennetzen. Und zwar immer mehr.

Mehr Abgase als durch den Verkehr?

In rund 20 Jahren könnten digital vernetzte Geräte zum größten Verursacher klimaschädlicher Gase des Planeten werden. Das sagt eine neue Studie der renommierten kanadischen McMaster-Universität. Smartphones, Tablets und Computer sowie Rechenzentren und die Netzinfrastruktur könnten dann mehr Klimagase in die Umwelt blasen, als zum Beispiel der Verkehr oder die traditionellen Industrien.

Das Problem ist der Energieverbrauch: Neben der Geräte-Produktion schlucken vor allem der Mobilfunk und die Datenzentren enorme Mengen an Strom - bei jedem Telefonat, bei jeder verschickten Video- oder Textnachricht ein bisschen was.

Prognose bis zum Jahr 2014

Nimmt man an, dass die Informations- und Kommunikationstechnische Industrie wie im Moment um 1,5 Prozent pro Jahr weiter wächst, werde die Branche im Jahr 2040 für 14 Prozent aller Emissionen weltweit verantwortlich sein, so die Forscher. Das entspräche in etwa der Hälfte dessen, was der gesamte Verkehrssektor heute verursacht.

Unsicherheitsfaktor Energiegewinnung

Einen Unsicherheitsfaktor bei der Prognose stellt die Entwicklung der Energiegewinnung dar: Die Forscher gehen von einem Anteil fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas nach dem heutigen Stand aus. Es könnte aber durchaus sein, dass diese Annahme nicht ganz falsch ist. Denn der Energiebedarf insgesamt steigt weltweit weiter an.

Und allen Anstrengungen bei den erneuerbaren Energien zum Trotz: Laut dem "Energy Outlook", einer fundierten und vielbeachteten Studie des BP-Konzerns vom Februar, dürften nur 40 Prozent dieses weltweiten Nachfrage-Anstiegs bis zum Jahr 2040 durch erneuerbare Energien gedeckt werden - der Rest durch fossile Energieträger und Atomkraft.


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