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US-Studie Wie sich der Anteil der Muslime in Deutschland bis 2050 entwickeln könnte

Eine US-Studie hat untersucht, wie sich der Anteil der Muslime in Deutschland bis 2050 entwickeln könnte. Die Schätzung ist schwierig, denn verlässliche Daten über die aktuelle Zahl gibt es nicht.

Von: Torsten Teichmann

Stand: 30.11.2017

Halbmond vor Fernsehturm in Berlin | Bild: picture-alliance/dpa

Das Pew-Forschungsinstitut hatte eine Vorhersage für die Entwicklung von acht Religionsgemeinschaften in jedem Land der Erde herausgegeben. Das war im Frühjahr 2015. Seitdem hat sich in Europa viel verändert. Hunderttausende Flüchtlinge aus Syrien, aber auch Irak, Afghanistan und Ländern Afrikas zogen im Sommer 2015 Richtung Norden. 

Prognose für Zahl der Muslime wegen Flüchtlingkrise korrigiert

Deshalb hat das US-Institut jetzt seine Prognose angepasst, sagt der stellvertretende Direktor Conrad Hackett. Bei der Vorhersage für Europa bis zum Jahr 2050 konzentrieren sich die Demographen auf die muslimische Bevölkerung. So auch im Fall von Deutschland:

"Bei einer normalen Einwanderung, ohne Flüchtlingswelle, erwarten wir, dass der Anteil der muslimischen Bevölkerung auf 11 Prozent ansteigen kann."

Conrad Hackett, Pew-Forschungsinstitut

Das Institut schätzt, dass sich im Moment sechs Prozent der Bewohner in Deutschland dem Islam zugehörig fühlen. In Frankreich oder Schweden liegt der Anteil höher.

Zahlen für Deutschland basieren nicht auf Religion, sondern Herkunft

In Deutschland hängt der Anstieg mit der Prozentzahl aller Einwohner zusammen. Diese Zahl sinkt. Gleichzeitig sind Bürger muslimischen Glaubens statistisch betrachtet im Schnitt jünger. Und die US-Forscher schätzen, dass die Geburtenrate der Familien zumindest bis 2020 höher liegt. Statistisch gesprochen 1,9 Kinder pro Familie statt 1,4.

Aber deutlich wird auch, wie schwierig eine Vorhersage überhaupt ist. Anders als in Großbritannien fragen die US-Demographen in Deutschland keine Religionszugehörigkeit ab. Die Studie bezieht sich bei Flüchtlingen in der Bundesrepublik deshalb auf deren Herkunft und die religiöse Zusammensetzung der Bevölkerung im Herkunftsland. 

"Das schließt sowohl Menschen ein, in deren Alltag der Glaube keine Rolle spielt, als auch Menschen, für die die moslemische Identität alle Aspekte des Lebens berührt."

Conrad Hackett

Außerdem enthält die Vorhersage eine Projektion, dass Kinder aus religiös gebunden Haushalten als Erwachsene säkular leben oder die Religion sogar wechseln. Hier bemüht das Institut Zahlen aus Frankreich – aber sind die auf Deutschland übertragbar?

"Es gibt verschiedene Stimmen in Europa, die Annahmen zur Größe der muslimischen Bevölkerung machen und deren Wachstum. Nicht immer ist klar, auf welcher Basis diese Aussagen gemacht werden. Unser Bericht stützt sich auf eine klare Analyse mit überprüfbaren Quellen und Methoden, die wir schon benutzt haben für Berichte zu religiösen Gruppen in Ländern weltweit."

Conrad Hackett

Künftige große Flüchtlingswellen nicht eingerechnet

In seiner Annahme geht das Pew-Institut zunächst davon aus, dass sich eine Flüchtlingswelle wie im Sommer 2015 nicht wiederholt. Doch der Bürgerkrieg in Syrien ist noch nicht befriedet. Die Konfrontation zwischen Iran und Saudi-Arabien stürzt Jemen in eine humanitäre Katastrophe. Wo sollen die Menschen hingehen?

Sollten die Zahlen für Deutschland auf das Niveau von 2014 bis Mitte 2016 zurückkehren, sagt Conrad Hackett voraus, könnte der Anteil der Muslime von derzeit sechs auf 20 Prozent ansteigen – im Jahr 2050.


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Cosi , Freitag, 01.Dezember, 02:20 Uhr

9. US studie?!

Was will uns diese Studie sagen?Nichts rein gar nichts.
Nur will sie die Menschen gegeneinander aufheizen.Wir brauchen auch keine deutsche Studie .Meistens dienen diese Studien nur Wirtschaftsunternehmen über das Konsumverhalten der Menschen.
Viele die Zugewandt sind haben bessere Manieren als mancher Deutsche.Keiner von diesen Familien lässt ihr Kind verwahrlosen oder verhungern.
Viele Muslime sind zwar offiziell muslimisch aber viele üben ihre Religion gar nicht aus .Sie haben sich unsere Werten und Normen angepasst.
Na gut Verschleierung und Kopftuch finde ich auch nicht so toll.
Wenn man sich aber manche Mitbürgerinnen ansieht in Legins -und Jeansmode , wo die Beine wie Presswürste ausschauen,wünscht man sich diesen Anblick er möge verschleiert sein.
Früher bin ich freizügig und Super geschminkt in die Disco gegangen,heute gehen die Frauen so in die Arbeit. Mir kommt es manchmal so vor als hätten sie keinen Spiegel zu Hausw. , dann würden sie erkennen das sie einmalig sind.

Hans, Donnerstag, 30.November, 17:21 Uhr

8.

Einfach nur ekelhaft.

  • Antwort von Wolf, Donnerstag, 30.November, 18:13 Uhr

    Und was jetzt genau? Die islamophoben Kommentare hier? Da gebe ich ihnen recht.

  • Antwort von Leonia, Donnerstag, 30.November, 21:32 Uhr

    Wohl wahr, die islamophobe Hysterie ist schon besorgniserregend.

Gregor , Donnerstag, 30.November, 16:49 Uhr

7. Ich hoffe, dass die Moslems die christlichen Kirchen bald ersetzen.

Der friedliche Islam ist besser als alle christlichen Kirchen zusammen.

  • Antwort von winfried, Donnerstag, 30.November, 18:03 Uhr

    @Gregor ... Nennen Sie bitte ein Land oder eine Region wo der Islam friedlich ist ... bzw. Frieden wie in DE herrscht ...
    ... unter sich im Islam(Sunniten, Schiiten, Wahabiten, Aleviten) ... und/ oder ... seiner andersgläubigen Umgebung.

Daniel, Donnerstag, 30.November, 16:39 Uhr

6. Deutschland selber nicht in der Lage Studien zu berechnen? Dafür brauchen wir US

WIESO brauchen wie eine US- Studie.. kann eine Deutsche Studie nicht darauf kommen??
Selber lügt sich Deutschland lieber in die eigene Taschen. Dass müssen schon außenstehende uns mitteilen??

  • Antwort von urs, Donnerstag, 30.November, 17:54 Uhr

    Die Deutschen schauen lieber Fussball.

Horst , Donnerstag, 30.November, 16:30 Uhr

5. Ich finde die vielen neuen Muslime in D sehr gut.

Weil ich hoffe, dass sie mit der Zeit die christlichen Kirchen verdrängen werden. Die christlichen Kirchen horten nur Geld, Immobilien, Landbesitz und Wertpapiere. Die christlichen Kirchen nehmen viel Geld in Form von Kirchensteuern, Gebühren, Verpachtung von Bauland, als staatliche Zuschüsse und sind zusätzlich von allen Steuern befreit. Sie belasten diese Gesellschaft finanziell. Als Gegenleistung kommt nur Kritik, Belehrungen, Gebote, Verbote und Kirchenasyl für Ausreisepflichtige.

Das schlimmste von der Kirche ist den Afrikanern eine Familienplanung zu verbieten, Verhütungsmittel trotz Aids zu verbieten und so eine drastische Überbevölkerung und Not zu verursachen!

  • Antwort von Josef , Donnerstag, 30.November, 20:40 Uhr

    Hundert-Prozentige Zustimmung. Verhütungsmittel zu verbieten ist das schlimmste neuzeitliche Verbrechen der katholischen Kirche. Die kirchliche Vergangenheit war grausam, Folter und Hexenverbrennungen.

  • Antwort von Grüne , Donnerstag, 30.November, 22:08 Uhr

    Der Islam muß her. Kirchensteuer gehört abgeschafft und das so gesparte Geld stecken wir in die Altersvorsorge. Wenn wir die Kirchen enteignen könnten, dann hätten wir genug Geld für Flüchtlinge und genug billiges Bauland für sozialen Wohnungsbau. So sollten wir das machen. Wer ist dafür?