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Einbruchschutz Wie Firmen mit Infraschall-Alarmanlagen Geschäfte machen

Hightech-Einbruchsicherung - schützt sie wirklich vor Verbrechern? Oder werden hier Hausbesitzer mit windigen Versprechen über den Tisch gezogen? Das Geschäft mit der Angst brummt - doch die Qualität der Produkte und die Verkaufsmethoden der Anbieter sind höchst fragwürdig!

Von: Beate Greindl, Astrid Halder

Stand: 07.02.2018

Zwei Einbrecher bei der Tat | Bild: colourbox.com

Sie nennen sich Luftdruckinfraschallanlage, Volumenraumüberwachung, Raumresonanzanlagen oder auch kosmische Einbruchsfalle. Kleine Geräte, die Schallwellen im Haus messen und bei Veränderung Alarm schlagen. Doch nur unter Laborbedingungen funktionieren sie richtig, sagen Kritiker. Im Ernstfall könnten die teuren Geräte versagen.

Luftdruckschwankung soll Alarm auslösen

Die Technik basiert auf der Messung von Luftdruckschwankungen. Ein System, das inzwischen viele Hersteller anbieten. Eine bestimmte Veränderung der Schallwellen löst den Alarm aus, zum Beispiel wenn ein Fenster geöffnet wird. Die Anlagen kosten oft mehrere Tausend Euro.

Polizei warnt vor solchen Infraschall-Alarmanlagen

In der Präventionsstelle der Münchner Kriminalpolizei kennt man diese Infraschall-Alarmanlagen. Als Einbruchschutz kann die Polizei sie nicht empfehlen. Einbrecher könnten die Anlagen zum Beispiel austricksen. Trotzdem bieten vereinzelt Firmen ihre Anlagen auf Messen für polizeilich empfohlenen Einbruchschutz an.

Nach Einbruchserie tauchen Vertreter auf

Die Polizei kritisiert auch die Vertriebsstrategie der Firmen, die Infraschall-Alarmanlagen verkaufen. Nach Einbruchserien würden Vertreter unangemeldet bei Privat- und Geschäftsleuten auftauchen und die Verunsicherung der Menschen ausnutzen, das sei unseriös.


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