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Änderung bei Whatsapp So verhindern Sie, dass Facebook Ihre Nummer für Werbung nutzt

Das war absehbar: Whatsapp hat angekündigt, künftig bestimmte Informationen über seine Nutzer mit Facebook zu teilen. Das Netzwerk hatte den Messenger vor rund zwei Jahren übernommen. Nutzer können dem zwar widersprechen, die Nummer bekommt Facebook aber trotzdem.

Von: Max Muth

Stand: 26.08.2016

Facebook-App neben einer Whatsapp-App | Bild: picture-alliance/dpa

Nahezu zwei Jahre nach der über 20 Milliarden Dollar teuren Übernahme von Whatsapp will Facebook die Dienste enger miteinander verzahnen. Künftig sollen die Telefonnummer des Whatsapp-Nutzers und App-Nutzungsstatistiken an Facebook weitergegeben werden.

Das Ziel: Relevantere Werbung

Der Abgleich der Telefonnummer soll Facebook dabei helfen, den Nutzern relevantere Werbung anzuzeigen. Wenn zum Beispiel ein Whatsapp-Nutzer seine Handy-Nummer auch mit Händlern geteilt hat, die Anzeigen bei Facebook schalten, könnten ihm durch den Abgleich Angebote des Geschäfts eingeblendet werden. In den neuen Nutzungsbedingungen geht es laut dem Unternehmen aber auch um die Pläne, Whatsapp für die Kommunikation zwischen Nutzern und Firmen einzusetzen.

Ein Widerspruch ist möglich, aber etwas versteckt

Wer seine Telefonnummer lieber nicht mit Facebook teilen will, hat 30 Tage Zeit der Änderung zu widersprechen

Wer Whatsapp bereits nutzt, kann der Änderung der Geschäftsbedingungen laut dem Unternehmen allerdings auch nicht zustimmen und den Dienst trotzdem weiter nutzen. Diese Möglichkeit ist allerdings etwas versteckt. Um der Änderung zu widersprechen müssen Nutzer bei der Aktualisierung statt auf den großen grünen "Zustimmen"-Button auf das Feld "Lesen sie mehr" direkt darunter klicken. Erst dann erscheint ein Bildschirm auf dem Sie einen Haken bei "Meine Account Informationen mit Facebook teilen" entfernen können.

Auch wer der Änderung bereits zugestimmt hat, kann sich noch umentscheiden. Dazu müssen Nutzer in den Whatsapp-Einstellungen, das Feld "Account" wählen, und dort den Haken bei "Account-Informationen teilen" entfernen.

Wer keine Lust hat, dass Facebook seine Telefonummer Werbezwecken nutzt, der sollte sich allerdings beeilen. Whatsapp weist in einem FAQ darauf hin, dass es die Widerspruchsmöglichkeit nur 30 Tage lang geben wird.

Wer generelle Bedenken hat, Facebook seine Telefonnummer zu geben, der sollte aber darüber nachdenken, Whatsapp zu verlassen. In der Mitteilung zur Änderung der Nutzungsbedingungen findet sich nämlich auch dieser Satz:

"Die Facebook-Unternehmensgruppe wird diese Information trotzdem erhalten und für andere Zwecke, wie Verbesserung von Infrastruktur und Zustellsystemen, des Verstehens der Art der Nutzung unserer bzw. ihrer Dienste, der Absicherung der Systeme und der Bekämpfung von Spam, Missbrauch bzw. Verletzungshandlungen."

Aus dem Statement von Whatsapp

edit: In einer früheren Version dieses Artikels konnte der Eindruck entstehen, dass Facebook die Telefonnummer gar nicht bekommen wird. Das wurde geändert.

Kein Zugang zu Kurzmitteilungsinhalten

Immerhin: Whatsapp hat betont, dass Facebook auf keinen Fall Zugang zum Inhalt von Kurzmitteilungen bekommen werde. Seit der Einführung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung im Frühjahr seien die Nachrichten ohnehin nur für die beteiligten Nutzer und nicht einmal für Whatsapp selbst einsehbar.


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Rommerskirchen, Montag, 05.September 2016, 20:31 Uhr

7. Whats App widersprechen

Leider finde ich die o.g. Einstellung nicht, sondern nur:
Datenschutz
Sicherheit
Nummer ändern
Meinen Account löschen
dann eine Zeile nichts
darunter dann Speicherbutzung
Was muss ich tun?
Für eine Antwort schon jetzt vielen Dank!

  • Antwort von jutta62, Mittwoch, 07.September, 10:24 Uhr

    auf einstellung in whatsapp... acaunt.... und dann siehst du es

baumer, Freitag, 02.September 2016, 21:23 Uhr

6. kein zugang zu kurzmitteilungen

hiermit möchte ich, dass facebook auf keinen fall zugang zum inhalt von whatsapp bekommt

Nicole Schwarz, Dienstag, 30.August 2016, 08:18 Uhr

5. Whats App widersprechen

Vielen Dank für die Info,

leider finde ich diese Einstellung nicht, wenn ich auf Account gehe, da kann ich höchstens die Nummer wechseln, meinen Account löschen , einstellen wer meinen Status sehen kann und die Einstellung für die Sicherheitsnummer machen.

  • Antwort von Wolfgang N, Mittwoch, 31.August, 21:37 Uhr

    Beim Iphone in die Einstellungen, weiter Account dann "Meine Account-Info teilen anklicken und im aufgehenden Fenster "Nicht teilen" anklicken

  • Antwort von A, Montag, 05.September, 16:43 Uhr

    Sofern du dies bereits gemacht hast, zeigt es diesen Haken auch nicht mehr an.

HWK, Montag, 29.August 2016, 16:05 Uhr

4. Widerruf

Danke BR für die Info, Widerspruch gegen diese aktualisierte Nutzungsbedingungen einlegen zu können.

Das Ganze ist sehr geschickt eingefädelt. Durch einen falschen Tastendruck hat man hat man völlig ungewollt hat man plötzlich zugestimmt.
Auch irritiert der Hinweis ..."ich stimme der Datenrichtlinie bis zum 25. September 2016 zu, um WhatsApp weiterhin zu benutzen".

So, wie die beschriebene Vorgehensweise es angibt, ist der Haken sehr schnell beseitigt.

ACHTUNG: Endtermin 25. September 2016 beachten.

Ric, Samstag, 27.August 2016, 20:31 Uhr

3. Bürgerrechte und Datenschutz Ade!

Mich nervt diese allgemeine Entwicklung und besonders die Reaktion zu diesem Vorhaben! Nicht nur der Staat sondern auch die Großkonzerne betreiben Stasimethoden! Und keinen Interessierts.

Bürgerrechte und persönliche Freiheit sind die wichtigsten Elemente in einer Demokratie, aber anscheinend bin ich der einzige der das so sieht.

Von der jetzigen Bundesregierung kann man wieder mal nichts zum diesem Thema erwarten.

  • Antwort von Stacy, Samstag, 27.August, 23:50 Uhr

    Von der Bundesregierung?

    Zunächst müssten mal die ganz krankhaften Smombies und Konsumenten ein Datenbewusstsein entwickeln. Aber die leidenschaftlichen Selbstdarsteller, die sich in die Digitalwelt flüchten, müssten es schon selbst schaffen von 12 bis mittags zu denken und langfristige Wirkungen zu bedenken. Tun sie aber nicht.
    Hauptsache geil, billig und Auswirkung egal.
    Sie beklagen den gläserenen Bürger, wenn es um staatlichen Eingriff geht. Gleichzeitig lassen sie sich von social media u.a. die Unterhosen ausziehen.
    Eigentlich ein bisschen shizo.

    Es wird sich einiges verändern. Leider nicht alles zum Guten.