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Mobilfunkgipfel Wer ist schuld am deutschen Netz-Problem?

Lahme Verbindung oder gleich gar kein Netz: Die Versorgung mit mobilem Internet ist in Deutschland oft schlecht, vor allem auf dem Land. Ein Mobilfunkgipfel soll nun Politik und Wirtschaft an einen Tisch bringen. Doch wer hat eigentlich Schuld an der Misere?

Von: Florian Regensburger

Stand: 12.07.2018

Mobilfunkmast im ländlichen Raum (Symbobild) | Bild: picture-alliance/dpa

Wer kein Netz hat, ist abgeschnitten von der Kommunikation mit Freunden und Familie, aber auch von vielen praktischen Internetdiensten. Und Unternehmen entstehen durch eine schlechte mobile Internetanbindung oft Wettbewerbsnachteile. Dabei scheint es in anderen EU-Ländern besser zu laufen, als in Deutschland. Heute trifft sich der für die Digitalisierung zuständige Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer deshalb mit Vertretern der Länder und der großen Mobilfunkanbieter, um über Strategien für einen besseren und schnelleren Netzausbau zu beraten. Doch wer hat eigentlich Schuld an der aktuellen Misere?

"Das alles müsste nicht sein"

Vorbildlich sei beispielsweise Estland, sagt Dusan Zivadinovic von der IT-Fachzeitschrift c’t: "Die haben eine enorme Flächendeckung was LTE angeht. Aber sie sind ja auch wesentlich kleiner als Deutschland." Doch allein die Größe Deutschlands könne nicht als Ausrede gelten. "Gerade im ländlichen Bereich, das weiß man seit Jahren, da ist die Flächendeckung mit moderner Mobilfunktechnik einfach schlecht. Es gibt nach wie vor weiße Flecken. Es gibt Bereiche, vor allen Dingen auf dem Land, die ganz schlecht versorgt sind, wo das LTE gerade mal so ein bisschen hinreicht. Und das alles müsste nicht sein", so der Mobilfunk-Experte.

Vor allem beim schnellen Datennetz LTE landet Deutschland in europäischen Vergleichstests regelmäßig nur im hinteren Mittelfeld. Um es auch bei uns besser zu machen und wirklich flächendeckend schnelles mobiles Internet anzubieten, wären Anstrengungen notwendig. Mobilfunk-Experte Dusan Zivadinovic nimmt auch die Mobilfunkanbieter in die Pflicht:

"Auf dem Land, selbst da, wo LTE-Versorgung vorhanden ist, da wird nur ein ganz schmales Funkband dafür verwendet, so dass alleine schon deswegen die Durchsatzraten deutlich geringer sind als in den Städten."

Dusan Zivadinovic, IT-Fachzeitschrift c’t

>>>Der Breitband-Atlas des Bundesverkehrsministeriums bildet auf einer Landkarte die Qualität der Netzabdeckung in Deutschland ab

Wo LTE draufsteht, muss noch kein schnelles Internet drin sein

Wo also LTE draufsteht, muss deshalb noch keine schnelle Internetverbindung drin sein. Zumal sich auf dem Land tendenziell auch noch mehr Menschen eine einzelne Funkzelle - und damit auch die in dieser Funkzelle maximal verfügbare Bandbreite - teilen müssten, als in der Großstadt, sagt Zivadinovic. Auch Politiker schieben die Verantwortung gern auf die Mobilfunkanbieter. Denn schließlich sind sie es, die neue Funkantennen aufstellen müssen, damit Geschwindigkeit und Netzabdeckung besser werden.

Mobilfunkanbieter kritisieren Kommunen

Telekom, Vodafone, O2 und Co. wollen sich aber nicht allein den Schwarzen Peter zuschieben lassen: Allzu oft scheitere es nicht am Willen des Netzanbieters, sondern am Widerstand der Kommunen, in denen ausgebaut werden soll. Zwar wolle jeder gern mobil telefonieren und surfen. Aber kaum einer wolle eine Mobilfunkantenne auf seinem Dach oder auf dem Kirchturm vor dem Haus haben.

"Eine der großen Herausforderungen ist, dass der Wunsch nach Mobilfunk nicht korrespondiert mit der Bereitschaft, eine Mobilfunkantenne aufzustellen. Das heißt also, wenn Sie an eine Gemeinde herantreten, um einen weißen Fleck zu beseitigen oder Kapazitäten zu erweitern, dann haben Sie dort immer noch sehr viele Diskussionen, die dann immer dazu führen, dass Sie irgendwann in den Konflikt kommen, was politisch gewünscht ist und dem, was für den Funknetzplaner einfach notwendig ist, um wirklich eine gute Versorgung herzustellen."

Markus Jodl, Sprecher Deutsche Telekom

Telefonica fordert staatliche Förderung

Neben den Kommunen, die geeignete Plätze für Funkantennen zur Verfügung stellen müssen, ist aber auch der Bund gefordert, sagt die Mobilfunkwirtschaft: Mit Blick auf die anstehende Versteigerung der Lizenzen für den neuen, superschnellen Funkstandard 5G teilte der Anbieter Telefonica (O2) dem BR schriftlich mit, man brauche eine, so wörtlich, "investitionsfördernde Ausgestaltung der Vergabe der 5G-Lizenzen". Konkret heißt das: Möglichst niedrige Kosten für Lizenzen und Betrieb des 5G-Netzes - und Geld vom Staat für den Ausbau in Regionen, wo er sich rein wirtschaftlich nicht lohnt.


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Efgon, Donnerstag, 12.Juli, 16:17 Uhr

14. Schmalband ist besser ! Geht überall !

Oder warum funken die Airlines mit ihren Jets noch auf Kurzwelle, wenn sie über den großen Teich fliegen ? Damit lässt sich auch locker von hier aus die Antarktis erreichen. Ok, zwar nicht in Stereo oder Surround-Sound 5.1, dafür reicht's für die wesentliche Kommunikation an sich. Und was braucht mann/frau mehr? Und wozu ? Übrigens: Mit dem Satellit erreicht man die Antarktis auch nicht oder wenn, dann nur zeitverzögert. Schmalband forever !

  • Antwort von HighVoltage, Donnerstag, 12.Juli, 19:37 Uhr

    Sie demonstrieren eindrucksvoll, dass sie von Mobilfunktechnik nichts verstehen. Macht aber nichts.

Heinrich, Donnerstag, 12.Juli, 14:54 Uhr

13. Estland? Südkorea? Nein, Deutschland

Also Deutschland ist etwa acht mal größer in Bezug auf die Fläche als Estland. Deutschland hat aber 62,5 mal mehr Einwohner als Estland. Umgerechnet wohnen in Deutschland 231 Menschen auf einem km², während es in Estland 29 sind.

Das ist also kein Argument, warum nur in den Ballungszentren investiert wird, und auf dem Land die Abdeckung unter aller Kanone ist.

Fakt ist, dass die Netzbetreiber dort hingehen, wo die maximale Marge ist. Der Rest ist notwendiges Übel.

Wenn es also nicht auf freiwilliger Basis mit Vernunft klappt, dann muss man das anders regeln. Die Forderung nach Förderung ist typisch.

Aber man muss auch mal die Umkehr in Betracht ziehen. Ein Mobilfunkbetreiber, oder schlicht ein Inhaber von Lizenzrechten einer Funkfrequenz muss per Gesetzt verpflichtet werden den Ausbau seines Netzes gleichmäßig und flächendeckend zu betreiben. Wer das nicht tut, verliert seine Funkfrequenz.

Mal sehen, ob der deutsche Markt so unattraktiv ist, oder ob das nicht zieht.

Autonomer (Fahrer), Donnerstag, 12.Juli, 13:44 Uhr

12. Das wird ein Spass mit dem autonomen Fahren

Uhps, kein Netz!

"Stellen sie auf manuellen Betrieb um", wenn sie es noch können ;-)

Oliver M., Donnerstag, 12.Juli, 12:31 Uhr

11.

Liegt es vielleicht an unserem liberalisierten Markt, in dem zwangsläufig Wachstum und Gewinn im Vordergrund stehen? Da wird zwangsläufig nur das getan, was Gewinn verspricht. Bau und Betrieb von Mobilfunk kosten Geld. Wer investiert das schon gerne für ein paar wenige, die diese Masten dann tatsächlich nutzen?

Sollten wir uns ganz allgemein mal die Frage stellen, ob bestimmte Themen - insbes. Infrastruktur allgemein, öffentliche Verkehrsmittel, etc. - nicht doch besser im Verbund und öffentlicher Hand betrieben werden sollten.
Bei der Energieversorgung ist es ja noch dämlicher. Im Zuge der wichtigen Energiewende brauchen wir bspw. Gaskraftwerke, die Spitzenlasten kurzfristig abdecken können. Nur will die keiner betreiben, weil betriebswirtschaftlich nicht rentabel. Was die ja gar nicht sein können und auch nicht sollen, denn wir wollen ja weg von fossilen Energieträgern. Bezahlen darf das dann der Steuerzahler. Dümmer gehts nimmer.

Nadine, Donnerstag, 12.Juli, 11:55 Uhr

10. Schuld hat die CSU

denn die stellt den Minister für das Amt des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Würde die CSU die Netzanbieter dazu verpflichten, für ein flächendeckendes Netz zu sorgen, dann wären die Lücken ruckzuck geschlossen.

  • Antwort von Olli-P, Donnerstag, 12.Juli, 12:13 Uhr

    Na ja , einen Schuldigen hätten wir.
    Aber wenn irgendwo eine Antenne oder ein Strommast aufgestellt werden soll geht`s schon los - "Bei uns nicht" wir brauchen das nicht.
    Gleichzeitig muss aber alles funktionieren , und zwar Perfekt.

  • Antwort von Stephania, Donnerstag, 12.Juli, 15:44 Uhr

    @Nadine
    Nö, die AfD ist schuld.
    Paßt mal schön auf. Sollten die nämlich bei der nächsten Wahl tatsächlich so viel mehr Stimmen bekommen, dann klappt bei uns bald überhaupt nichts mehr.