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Ständige Impfkommission Weniger Grippe-Fälle durch Vierfachimpfung

Durch eine vierfache Grippeimpfung sind laut Ständiger Impfkommission in Deutschland jährlich Zehntausende Erkrankungen vermeidbar. Dennoch zögern die Kassen bei der Kostenübernahme. Der Grund: Die Vierfachimpfung ist deutlich teurer als die Dreifachimpfung. Von Daniel Knopp

Von: Knopp, Daniel

Stand: 03.02.2018

Grippe | Bild: Screenshot BR

Keine Nachteile, viele Vorteile - darin sind sich die Experten einig:

"Mit einem Vierfachimpfstoff könnten in Deutschland pro Saison 182.000 Erkrankungen beziehungsweise Arztbesuche verhindert werden. Das ist natürlich schon eine Hausnummer."

Susanne Glasmacher, Pressesprecherin Robert-Koch-Institut

Seit dem 11. Januar empfiehlt deswegen die Ständige Impfkommission gegen Grippe die Vierfachimpfung. Darin enthalten sind Impfstoffe gegen zwei verschiedene B-Virenstämme. Wichtig ist das vor allem in diesem Jahr, denn der B-Virenstamm ist heuer bei zwei Drittel aller Grippeerkrankungen besonders dominant.

Für den "falschen" Virenstamm entschieden

Hinzu kommt, dass beim Dreifachimpfstoff immer nur ein B-Virenstamm bekämpft werden kann. Jedes Jahr entscheiden sich die WHO und die Ständige Impfkommission für einen der B-Virenstämme - in diesem Jahr leider für den, der nicht besonders oft vorkommt.

Allerdings: Der Vierfachimpfstoff ist teurer. Momentan bezahlen deswegen fast alle Krankenkassen den Kassenpatienten nur die Dreifach-Variante. Bei Risikogruppen kann jedoch eine Ausnahme gemacht werden.

Krankenkassen bleiben zurückhaltend

Nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission für die Vierfachimpfung, wird die Kostenübernahme der teureren Impfung bei den Krankenkassen in Bayern diskutiert. Öffentlich äußert sich die AOK Bayern mit 4,5 Millionen Kassenpatienten jedoch nur zurückhaltend - in einer kurzen Stellungnahme heißt es:

"In medizinisch begründeten Fällen kann der Arzt den Vierfachimpfstoff auf Kassenrezept verordnen"

. Mitteilung der AOK Bayern

Auch der GKV-Spitzenverband kann sich in einer Antwort an den BR momentan nicht auf eine Kostenübernahme festlegen:

"Ob die gesetzlichen Krankenkassen zukünftig auch Vierfach-Impfstoffe bezahlen, dazu können wir aktuell keine generelle Aussage treffen. Zunächst muss sich der Gemeinsame Bundesausschuss mit der geänderten Lage befassen. In einem zweiten Schritt muss der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschuss dann vom Bundesgesundheitsministerium geprüft werden. Wir gehen davon aus, dass sich die geänderte StiKo-Empfehlung in der Breite erst in der kommenden Saison auswirken wird."

Mitteilung des GKV-Spitzenverbandes

Deutlich mehr Grippefälle im Freistaat

Bayerns Gesundheitsministerin Huml hat unterdessen auf die deutlich gestiegene Zahl der Grippefälle in Bayern hingewiesen: Demnach gab es im Freistaat in der aktuellen Grippesaison bereits mehr als 3500 Erkrankungen. "Eine Impfung gegen Grippe ist auch jetzt noch sinnvoll", sagte Huml. Vor allem ältere Menschen ab 60 Jahren, Schwangere und chronisch Kranke sollten sich auf diese Weise schützen.

Konkret wurden in der vierten Meldewoche 2018 dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 1298 neue Influenza-Fälle gemeldet - ein kontinuierlicher Anstieg seit der ersten Meldewoche mit 359 Fällen. Fünf Menschen starben heuer bereits an der Grippe - in Oberbayern, Mittel- und Oberfranken.


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RM, Samstag, 03.Februar, 09:19 Uhr

2. Mehrfachimpfungen sind gefährlich

Wie Studien in den USA ergeben haben, sind Mehrfachimpfungen, wie sie auch bei Kinderimpfungen üblich sind, keineswegs unbedenklich. Sie können erhebliche Impfschäden anrichten. In den USA haben Eltern gegen Hersteller geklagt, hier verschließt man die Augen vor den Zusammenhängen. Und das sollen dann auch noch die Kassen bezahlen. Es gibt Möglichkeiten, sich natürlich vor Grippe zu schützen!

  • Antwort von Impfungen, Vor-und Nachteile, Samstag, 03.Februar, 10:37 Uhr

    Rm, Zustimmung.
    Gerade bei Kleinkindern sind mittlerweile 8-fach Impfungen üblich.
    Vor vielen Jahren wurden die 6-fach Impfungen schon thematisiert, wie schädlich sie sind.
    Warum hört und liest man heute nichts mehr darüber. Die Kleinkinder,
    die ich kenne haben ganz stark auf diese Impfungen reagiert.
    Wäre das nicht auch ein Thema für den BR ?

  • Antwort von Manfred, Samstag, 03.Februar, 11:24 Uhr

    Was hat nun das Thema "Mehrfachimpfungen bei Kindern" mit Grippe-Impfung zu tun ??

    Nutzen die Impfgegner wieder jede scheinbare Gelegenheit, um ihre Meinung kund zu tun?

  • Antwort von Impfungen, Vor-und Nachteile, Samstag, 03.Februar, 18:57 Uhr

    Manfred es geht um Impfungen, um Vor- und Nachteile !
    Sie werden es nicht glauben, ich bin für Impfungen und kein Impfgegner.
    Mir fällt nur auf, dass die 8-fach Impfungen für Kleinkinder kein Thema mehr sind.
    Deshalb meine Bitte an den BR, sich dieses Themas anzunehmen.
    Vor allem, nachdem ich erlebt habe, wie stark Kleinkinder darauf reagieren.
    Ihnen ist das gleichgültig ? Mir und vielen Eltern nicht !
    Themaverfehlung sehe ich auch keine.
    Bevor Sie lospoltern, vielleicht sich einmal Gedanken machen, warum ein User so etwas schreibt.
    Danke !

Manfred, Samstag, 03.Februar, 08:05 Uhr

1.

Wie aussagefähig sind eigentlich diese Zahlen bezüglich der Verteilung der verschiedenen Erreger? Ist das mehr als Kaffeesatz-Leserei?
1. In der großen Mehrzahl der Grippe-Fälle wird ja der Erreger gar nicht bestimmt. Die Datenbasis ist also sowieso ein wenig fraglich.
2. Ist es nicht logisch, dass genau der Erreger, gegen den nicht geimpft wurde, am häufigsten bei Erkrankungen nachgewiesen werden kann?

Davon abgesehen ist die "Russisch-Roulette" Methode für Kassenpatienten so und so eine Schweinerei.

  • Antwort von Leonia, Sonntag, 04.Februar, 10:18 Uhr

    Woher nehmen Sie bitte diese dramatisierenden Behauptungen? Selbstverständlich werden im Verlauf einer Grippesaison die Erreger bestimmt. Nur muss die Vaccine bereits lange vor der Saison bereitstehen und enthält dann möglicherweise den gerade virulenten Grippeerreger nicht. Dennoch gibt auch diese Impfung Risikopatienten einen gewissen Grundschutz.
    Hätte sich mein Vater vor drei Jahren impfen lassen und nicht ich, dann wäre vermutlich ich als Risikopatientin unter der Grasnarbe gelandet und nicht er, der damals altershalber auch nicht mehr genügend Widerstandskräfte dagegen entwickeln konnte. Die Folge war eine sich binnen weniger Stunden entwickelnde Lungenentzündung mit Wasser in der Lunge und nachfolgend ein letztlich letaler Herzinfarkt.
    Wenn Sie von russischem Roulette reden, dann trifft das eher aufs Nichtimpfen von Risikopersonen zu.