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Diesel-Skandal Weitere Audi-Software im Visier der Ermittler

Audi bekommt erneut Probleme. Das Kraftfahrt-Bundesamt ermittelt wegen einer weiteren Betrugssoftware gegen den Ingolstädter Autobauer. Das bestätigte das Bundesverkehrsministerium auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks. Ein amtlicher Rückruf droht. Audi wolle bei der Auklärung kooperieren, hieß es vom Konzern.

Von: Antonia Böhm, Tobias Betz

Stand: 08.05.2018

Audi-Logo auf einem Audi A6 | Bild: picture alliance/AP Images

Noch im März zeigte sich Audi-Chef Rupert Stadler demütig und versprach: Man habe aus der Dieselkrise gelernt, man lege großen Wert auf integres Handeln. Doch jetzt flattert schon wieder die nächste Skandalmeldung in die Ingolstädter Unternehmenszentrale. Am Dienstagmittag bestätigte das Bundesverkehrsministerium dem Bayerischer Rundfunk, dass das zuständige Kraftfahrtbundesamt eine sogenannte "amtliche Anhörung" eingeleitet hat. Zuvor hatte "Spiegel online" darüber berichtet.

Davon seien in Deutschland rund 33.000 und weltweit insgesamt rund 60.000 zugelassene Fahrzeuge der Modelle A6 und A7 betroffen. Audi habe sofort die Auslieferungen in den Handel gestoppt. Nun würden auch die Kunden informiert, die ein solches Modell bestellt haben. Der Autobauer werde ein Software-Update zur Verfügung stellen. In den betroffenen Fahrzeugen sind laut Kraftfahrtbundesamt illegale Abschalteinrichtungen verbaut, die das Abgassystem manipulieren. Es trifft ausgerechnet den als Dienstwagen beliebten Audi A6 - und das in der noch aktuellen Baureihe, die erst im Sommer durch ein Nachfolgemodell abgelöst werden wird. Der Verdacht dürfte auch am Mittwoch für jede Menge Wirbel sorgen: Audi lädt zur Hauptversammlung nach Ingolstadt. Dann wird sich Rupert Stadler kritischen Fragen der Aktionäre stellen müssen - auch zu einem Rückruf. Denn der könnte teuer werden. Wie das Verkehrsministerium mitteilte, wurde die EU-weite Genehmigung für den A6 in Luxemburg erteilt.

Software fährt Abgasreinigung herunter

Bei den Fahrzeugen soll eine Software zum Einsatz kommen, die die Abgasreinigung herunterfährt, sobald das sogenannte AdBlue zur Neige geht. Dabei handelt es sich um Harnstoff, den Katalysatoren brauchen, um Stickoxide aus den Abgasen zu filtern. Allerdings soll AdBlue nicht vom Kunden selbst, sondern erst beim nächsten Servicetermin in der Werkstatt nachgefüllt werden. Deshalb soll Audi die Einspritzung des Harnstoffs in den letzten 2.400 Kilometern, bevor er zur Neige geht, deutlich reduziert haben. Dadurch steigt laut "Spiegel online" aber der Stickoxid-Ausstoß sprunghaft an.

Erst im Januar hatte Audi zahlreiche Dieselmodelle - darunter auch den A6 - wegen einer anderen Abschalteinrichtung zurückrufen müssen. Diese Software hatte den Stickoxid-Ausstoß zwar in standardisierten Messverfahren reduziert, nicht aber im Normalbetrieb. Wegen einer entsprechenden Software ermitteln Behörden weltweit gegen zahlreiche Autobauer.

Audi: Haben Interesse an rückhaltloser Aufklärung

"Auffälligkeiten melden wir an die Zulassungsbehörde", betonte Stadler inzwischen in einer Mitteilung. Auch in diesem Fall habe Audi so gehandelt. Der Konzern habe höchstes Interesse an einer rückhaltlosen Aufklärung.


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Fischer, Mittwoch, 09.Mai, 10:57 Uhr

16. Vorsprung

Vorsprung durch Betrug ist doch der Werbespruch von Audi...oder ?

Hundefreund, Mittwoch, 09.Mai, 10:54 Uhr

15. Gentechnik

Da regen sich Leute auf, wenn ein Hunderl mal ein Würstel an der falschen stelle fallen lässt, obwohl bei uns die Hunde oft besser medizinisch überwacht sind, als so mancher Mensch, beim zweiten Regenguss ist das Zeug verschwunden und nicht giftig
und da wollen Menschen den Gentest bei Hundewürsten durchführen um den Halter zu bestrafen, obwohl das hirnrissig ist, weil andere Hunde über den Haufen drüberpieseln
und diesen Luftverpestern wird kein Handwerk gelegt!

Autobrummbrumm....

Francesco, Mittwoch, 09.Mai, 10:21 Uhr

14. Wann bitte....

... werden diese Betrüger - incl. der unterstützenden Politiker !! - denn nun endlich weggesperrt... ? Oder ist das erklärte politische Ziel, diese Machenschaften hoffähig zu machen ? Dann gute Nacht Deutschland.

websaurier, Mittwoch, 09.Mai, 10:10 Uhr

13. Unglaubliche Dreistigkeit...

...Da wird gelogen und betrogen ohne rot zu werden...

Sicher hat auch davon wieder keiner der Manager etwas gewusst !

  • Antwort von thorie, Mittwoch, 09.Mai, 10:36 Uhr

    Die Manager wurden von ihren Mitarbeitern bestimmt betrügerisch getäuscht !
    Die Armen !

thorie, Mittwoch, 09.Mai, 08:15 Uhr

12. typisch Ministerium !!

"....Wie das Verkehrsministerium mitteilte, wurde die EU-weite Genehmigung für den A6 in Luxemburg erteilt. ..."
Sag also niemand, daß wir schuld sind !!!!

  • Antwort von forist, Mittwoch, 09.Mai, 10:42 Uhr

    Aus der Not heraus geboren.
    Uns fehlt halt 'ne Wüste,in der hunderttausende unerlaubt "getunte" Automobile ihr Dasein fristen.