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Temperaturrekord Wärmster April aller (Aufzeichnungs-)Zeiten in Bayern

Wer den langen Winter satt hatte, den entschädigte der April mit Sonne satt. Das fühlte sich nicht nur warm an: in Bayern war der April 2018 der wärmste seit dem Beginn regelmäßiger Wetteraufzeichnungen im Jahr 1880. Der Tanz in den Mai bringt jetzt allerdings erstmal Abkühlung und nasse Füße.

Von: Michael Sachweh und Michael Kubitza

Stand: 29.04.2018

Zarte Ansätze von Frühling, gefolgt von harschen Rückfällen in den Winter: Noch im März gingen nur die Harten gerne in den Garten. Darauf folgte ein April, der mehr Sommer als Frühling war. Noch lässt sich die exakte Bilanz dieses Monats nicht auf die letzte Stelle hinterm Komma beziffern, doch fest steht: Der April 2018 war in Bayern der wärmste, seitdem das Wetter regelmäßig aufgezeichnet wird - wofür 1880 als offizielles Startjahr gilt.

Das gilt auch, wenn die Temperaturen jetzt wie erwartet deutlich sinken werden. Denn der Abstand zum nächstwärmeren April in diesem Ranking ist groß: Fast ein Grad war dieser April wärmer als der bisherige Wärmerekordhalter, der April 2009, und mehr als fünf Grad war er wärmer als die Norm (also der langjährige Durchschnittswert). Nicht viel weniger als zehn Grad trennen diesen Monat vom bisher kältesten April im Jahr 1917.

Würzburg trifft Florenz - Regensburg den Hochsommer

Landesgartenschau in Würzburg

Der April 2018 vor Ort: Die Mitteltemperatur von Würzburg entspricht in diesem Monat in etwa der von Florenz.  In München lagen die Temperaturen bei 14,4 statt üblicherweise unter sechs Grad. Und die Regensburger konnten sich am 21. April über 29,7 Grad freuen - oder wenigstens wundern. In der Oberpfalz hielten Beobachtungsflugzeuge nach Waldbränden Ausschau.

April macht was er will: er wird wärmer

Wer den Eindruck hat, dass der April im Laufe der letzten Jahrzehnte spürbar wärmer geworden ist, täuscht sich nicht. Der langfristige Erwärmungstrend fällt bei Betrachtung der einzelnen Monate im Jahr unterschiedlich aus: Manche Monate wie der September nehmen nur wenig an diesem Erwärmungstrend teil. Bei anderen Monaten, und dazu gehört der April, zeigt sich der Klimawandel ganz deutlich, ist "signifikant".

Besonders seit den 1980er-Jahren verzeichnet Bayern einen spürbaren Erwärmungstrend im April. So passt der diesjährige Rekordapril ins Bild - mit ihm ist der Klimawandel in Bayern um einen Akzent reicher geworden.

Die Aussichten: Tanz in den Mai mit nassen Füßen

Kurzfristig betrachtet - nämlich in den letzten Stunden des April und am Maifeiertag - wird es allerdings erstmal merklich kühler. In Bayern gehen die Werte laut Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) auf um die 13 Grad zurück. Nachts bewegen sich die Tiefstwerte zwischen drei und neun Grad.

Unter einem meist klaren Himmel dürfte der Tanz in den Mai deutschlandweit eine ziemlich kühle Angelegenheit werden. Die Kaltfront, die den Freistaat von West nach Ost überquert, verursacht vor allem Windböen, die so manchen Maibaum schwanken lassen dürften. Ausflugswetter ist am Mai-Feiertag zumindest im Süden Bayerns nicht in Sicht. Zur Wochenmitte rechnen die Meteorologen dann mit einer leichten Wetterbesserung.


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