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Artenschutz-Initiative Bayerisches Volksbegehren "Rettet die Bienen" gestartet

Mit einem neuen Volksbegehren wollen über 50 Umweltaktivisten den Artenschwund stoppen. Ins Leben gerufen wurde es von der ÖDP. Ab sofort können Unterstützer dafür unterschreiben.

Von: Caroline von Eichhorn

Stand: 18.05.2018

75 Kilometer Blühstreifen umranden die iglo Gemüsefelder im westfälischen Münsterland und bieten Lebensraum für Bienen. | Bild: dpa-Bildfunk/ obs/iglo Deutschland

Mit dem Volksbegehren "Rettet die Bienen, Vögel und Schmetterlinge – stoppt das Artensterben" wollen über 50 Bündnispartner das bayerische Naturschutzgesetz ändern. Unter anderem sollen Biotope besser untereinander vernetzt und die Biolandwirtschaft ausgebaut werden. Des Weiteren sollen Land- und Forstwirte in ihrer Ausbildung mehr über Naturschutz lernen und ein jährlicher Bericht über den Zustand der Natur in Bayern verfasst werden.

Initiiert wurde das Begehren von der ÖDP. Ziel ist es, das Artensterben zu stoppen, wie Agnes Becker, stellvertretende Landesvorsitzende, ausführt:

"Es ist 5 vor 12. Wenn wir jetzt nichts tun, dann ist es vielleicht für immer zu spät. Für viele Arten ist es das bereits. Mit unseren Bündnispartnern wollen wir alles tun, um die Artenvielfalt zu beschützen."

Agnes Becker, stellvertretende Landesvorsitzende ÖDP

Insekten sind notwendig für unsere Welt

Andreas Segerer ist einer der Wissenschaftler, die sich an dem neuen Volksbegehren beteiligen. Er weist auf die Notwendigkeit der Initiative hin: "Dreiviertel aller Tierarten auf diesem Planeten sind Insekten. Die winzig-kleinen Lebewesen nehmen zentrale Funktionen in der Nahrungskette und im Ökosystem unserer Welt ein, unter anderem als Nahrungsquelle oder zur Bestäubung."

"Wenn sie ausfallen, wird das ganze Nahrungsnetz von unten her löchrig. Das kann bis zum Kollaps ganzer Ökosysteme führen. Das kann auch auf uns Menschen zurückschlagen."

Andreas Segerer, Schmetterlingsforscher

Nicht nur Insekten, sondern auch Vögel sind vom Artenschwund betroffen, sagt Ornithologin Maiken Winter. Besonders Ackerlandvögel seien gefährdet. Innerhalb der letzten 30 Jahre sind laut der Expertin mehr als 50 Prozent von ihnen zurückgegangen. Doch das sei noch viel zu unbekannt, so Winter.

"Ich hoffe sehr, dass über dieses Volksbegehren die Kenntnis der Öffentlichkeit über verschiedene Arten erhöht wird. Was wir nicht kennen, das bemerken wir nicht, wenn es verloren geht und kümmern uns gar nicht darum, es zu schützen."

Maiken Winter, Ornithologin

Zwei wichtige Organisationen machen nicht mit

Zwei große Umweltverbände, der Bund Naturschutz und der Landesbund für Vogelschutz, unterstützen das Volksbegehren dagegen nicht. Es sei nicht das richtige Mittel um das Artensterben zu stoppen, hieß es.

"Wir sehen rechtliche Probleme, dass dieser Gesetzesentwurf zugelassen wird. Und die Entscheidungen fallen auch auf nationaler und europäischer Ebene. Dort müssen wir und werden wir aktiv werden."

Richard Mergner, Landesvorsitzender des Bund Naturschutz

Ob es wohl klappt?

Ab jetzt können die Unterstützer für "Rettet die Bienen" unterschreiben. Zunächst brauchen die Initiatoren 25.000 Unterschriften, ein erster Schritt auf dem Weg zu einem Volksentscheid in Bayern. Die Unterschriftenlisten können im Kampagnenbüro bestellt werden, liegen aber auch in vielen Bioläden aus.

Aber: Von den insgesamt 20 bisher durchgeführten Volksbegehren haben nur fünf schlussendlich ihr Ziel erreicht: eine Gesetzesänderung. Die beiden letzten erfolgreichen Volksbegehren waren das Nichtraucherschutzgesetz 2009 und die Abschaffung der Studiengebühren 2013.


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