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Ungarn Viktor Orban sieht Flüchtlinge als "muslimische Invasoren"

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat erneut die Weigerung seines Landes verteidigt, Flüchtlinge aufzunehmen. "Wir betrachten diese Menschen nicht als muslimische Flüchtlinge. Wir betrachten sie als muslimische Invasoren", sagte Orban in einem Interview der "Bild"-Zeitung

Stand: 08.01.2018

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban (AP Photo/Alik Keplicz) | Bild: picture-alliance/dpa

Um aus Syrien in Ungarn einzutreffen, müsse man vier Länder durchqueren, sagte der ungarische Regierungschef, der vergangene Woche Gast bei der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe im oberbayerischen Seeon war. Die Menschen würden nicht "um ihr Leben" rennen, sondern "ein besseres Leben suchen".

Das Chaos und die Anarchie in Deutschland

Die Flüchtlinge hätten vorher um ihre Aufnahme bitten sollen, stattdessen aber hätten sie die Grenze illegal durchbrochen. Er habe nie verstanden, "wie in einem Land wie Deutschland [...] das Chaos, die Anarchie und das illegale Überschreiten von Grenzen als etwas Gutes gefeiert werden konnte".

Mulitkulti als Illusion

Das ungarische Volk wolle jedoch keine Migration. "Wir glauben, "dass eine hohe Zahl an Muslimen notwendigerweise zu Parallelgesellschaften führt, denn christliche und die muslimische Gesellschaft werden sich nie verbinden", so Orban. Multikulturalismus sei nur eine Illusion. "So etwas möchten wir nicht. Und wir möchten uns nichts aufzwängen lassen", sagte der Ministerpräsident.

Ungarn bekommen zu wenig Respekt

Orbans Regierung verweigert die Aufnahme von Flüchtlingen nach einem von der EU vorgeschlagenen Schlüssel und steht unter anderem deshalb in der Kritik. Auf die kritischen Stimmen zu seinem Auftritt in Seeon reagierte Orban irritiert. "Ich finde, wir verdienen mehr Respekt", sagte er. Trotz der Streitereien mit Brüssel bekannte sich der ungarische Ministerpräsident aber zur Europäischen Union. "Die EU ist ein wunderbares Projekt, in dem wir gerne Teil sind und bleiben werden."


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