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Anfrage der SPD-Landtagsfraktion 450.000 Senioren in Bayern von Altersarmut gefährdet

In Bayern sind rund 450.000 ältere Menschen armutsgefährdet. Das geht aus einer Antwort der Staatsregierung auf eine SPD-Anfrage hervor. Das entspricht einer Quote von gut 17 Prozent, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer.

Stand: 16.07.2018

Eine alte Frau mit Geldmünzen in der Hand. | Bild: BR/Johanna Schlüter

Rund 450.000 ältere Menschen in Bayern sind armutsgefährdet. Dies geht aus einer Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervor, die der dpa in München vorliegt. Landesweit lag demnach die Quote der von Armut Gefährdeten bei 17,6 Prozent, wobei Frauen deutlich häufiger (19,7 Prozent) betroffen sind als Männer (15 Prozent). In absoluten Zahlen waren dies 2016 rund 280.000 Frauen und 170.000 Männer.

Armutsgefährdung in Unterfranken am höchsten

Im Vergleich der bayerischen Bezirke zeigt sich der Anfrage zufolge, dass die Armutsgefährdung der ab 65-Jährigen in Unterfranken am höchsten ist (20,7 Prozent), dicht gefolgt von Niederbayern (20,5 Prozent) und der Oberpfalz (20,2 Prozent). Dagegen sind es in Oberbayern nur 12,9 Prozent, in Oberfranken 15 Prozent, in Mittelfranken 17,6 sowie in Schwaben 18,5 Prozent.

Armutsgefährdung deutlich gestiegen

Landesweit bedenklich erscheint insbesondere die Entwicklung der vergangenen Jahre: "Zwischen 2006 und 2016 ist die Armutsgefährdungsquote der älteren Bevölkerung insgesamt um 3,5 Prozentpunkte gestiegen, die der älteren Frauen um 3,9 Prozentpunkte und die der älteren Männer um 3,1 Prozentpunkte", heißt es in dem Schreiben des Sozialministeriums.

SPD fordert finanzielle Entlastungen

Die SPD-Politikerin Doris Rauscher fordert angesichts der Zahlen, ältere Menschen verstärkt bei Alltags- und Lebenshaltungskosten zu entlasten und die im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vereinbarten Verbesserungen bei der Rente zügig umzusetzen.

Die Zahlen der Staatsregierung zur Armutsgefährdung orientieren sich am bundesweiten Mittelwert der Nettoäquivalenzeinkommen. Als armutsgefährdet gilt demnach, wer weniger als 60 Prozent dieses Medianeinkommens hat. Für Personen über 65 Jahre liegt es aktuell bei etwa 1.400 Euro, die Armutsgefährdungsschwelle folglich bei 840 Euro.


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Wanda, Montag, 16.Juli, 17:12 Uhr

24. Da war doch was ?

Die SPD hätte ihre Anfrage besser an Gerhard Schröder (Genosse der Bosse) richten sollen. Der Sozialabbau und Neo-Kapitalismus hat unter diesem Ex-Kanzler erst so richtig Fahrt aufgenommen. Also Genossen, bemüht einmal euer Gedächtnis oder leidete ihr an kollektivem Alzheimer ?

B. Sachse, Montag, 16.Juli, 16:41 Uhr

23.

Es sind deutschlandweit wohl um neun Millionen, die in Altersarmut leben. Erschreckend allemal. Wie ich weiß, sind hier Frauen, die vergangenes Jahr in Rente gingen, aber auch nicht gut gestellt. Durch die leider von Betriebsschließungen unterbrochene Beschäftigungszeit nach der Wende haben viele meiner ehemaligen Klassenkameradinnen Renten um 900 Euro, nur Ausnahmen über 1200 Euro. Diese aber auch mit über 45 Beitragsjahren. Wer auf dem Land wohnt, oder im Eigenheim, der reicht mit knapp 1000 Euro. Aber mit einer Stadtmiete gerät man unweigerlich in Existenzsorgen, wenn das Einkommen monatlich unter 1500 Euro liegt. Bitter, wirklich bitter, das Dasein von vielen alten Menschen im "reichen" Deutschland...

FranzX, Montag, 16.Juli, 15:42 Uhr

22. Kinder

Beleuchtet man das Thema genauer, wird man in verschiedenen Quellen feststellen, dass ausgerechnet die Menschen, die Kinder großgezogen haben und oft auf etwas verzichtet haben in ihrem Leben stärker von diesem Problem betroffen sind als Kinderlose.
Warum liegt natürlich auf der Hand, weil diejenigen längere Arbeitszeiten für Rentenbeiträge hatten und vor allem, was oft vergessen wird, weniger ausgaben. also das ganze Gehalt für sie selbst und somit etwas ansparen konnten.

Die, man muss es fast "Gemeinheit" nennen, bei dieser Sache ist, das die Kinder von Familien dann auch noch für die Kinderlosen Rentner aufkommen müssen.
Da sollte die Politik endlich mal ein gerechteres System bei den Steuern und abgaben machen.

Gleich im voraus: Ich weiß, dass Singles natürlich mehr Lohnsteuer zahlen. Kinder kosten aber viel mehr!

Raymond, Montag, 16.Juli, 15:14 Uhr

21. eigentlich sollten diese Zahlen erschrecken

denn , mit Sicherheit , sieht es in ganz Deustchland nicht besser aus ...das eine Erhoehung der Rentenbezuege , nicht moeglich ist , duerfte aufgrund der demographischen Entwicklung ebenfalls bekannt sein , wo ohnehin die Beitragszahler dies so nicht schuldert warden koennen , und dennoch , wird dieses Problem , das eigentlich eines der wichtigsten sein sollte , nur schleppend behandelt ,

  • Antwort von Barbara, Montag, 16.Juli, 15:26 Uhr

    Das Gerede von der "demographischen Entwicklung" ist eine falsch Ausrede. Deutschland ist mit 85 Mio Einwohnern längst mehr als bevölkert bzw. schon übervölkert. Glauben Sie vielleicht, daß die Kinder die Renten bezahlen? Von wegen! Die Kinder zahlen nicht die Renten der Alten. Vielmehr muß jeder selber einzahlen, sofern er einen ausreichenden Arbeitsplatz hat. Jeder bekommt nur soviel Rente, wie er an Beiträgen auch einzahlen kann. Die niederen Renten sind dadurch verursacht, daß viele Leute nicht so viel verdienen, daß sie genügend einzahlen kann. An der "demographischen Entwicklung" sind die Ursachen nicht zu suchen! Im Gegenteil, je mehr Kinder da sind, desto höhere Kosten verursacht das für die Gesellschaft!

  • Antwort von Oliver M., Montag, 16.Juli, 15:50 Uhr

    @Barbara
    Viele Menschen können auch nicht mehr einzahlen dank der künstlichen Preistreibereie bei Wohnkosten. Auch hausgemacht das Problem mit Altersarmut!

    Von privater Altersvorsorge halte ich wenig. Unüber- und durchschaubar für Laien und primär im Interesse der Versicherungen hinsichtlich Wachstum und Gewinn. Bin mal gespannt, wie viele nach einem Huster auf dem Kapitalmarkt von ihrem Geld nichts mehr sehen!

    Da hilft nur ein staatliches System, in das alle einzahlen - ALLE!

  • Antwort von Hans Frieder Leistner, Montag, 16.Juli, 16:35 Uhr

    Wenn man die Zahlen der Bundesrepublik bzw. der einzelnen Bundesländer liest, steht Bayern noch gut da. Es dürfte aber ruhig besser sein. Aber im Jahre 2016 liegt Bremen bei 22.6%, Berlin 19.4%. NRW 17.8%,Rheiland-Pfalz 15.5%,Bayern 12.1 % und Baden-württemberg 11.9%. Bayern hält Platz 15 und BW 16. Die Zahlen betreffen alle Bürger - nicht nur die Alten - und dürften sich %-ual kaum verschoben haben zum Platzverhältnis.

  • Antwort von B. Sachse, Montag, 16.Juli, 16:50 Uhr

    Barbara, muss Ihnen voll zustimmen. Jeder zahlt für sich, denn für mehr reicht es ja nicht. Es sei denn, man stirbt vor Renteneintritt, dann hat der Staat den Vorteil. Somit ist es eine Art Lotto, wie sich die Rentenkassen gestalten. Man kann ja nix für, dass der Staat das Geld ausgibt - man zahlt monatlich brav seinen Rentenbeitrag. Also, kein 25jähriger zahlt meine Rente - ich habe um die 190000 Euro lt. Bescheid vorausgezahlt. Und da die Verdienste woanders höher sind als in Sachsen, dürfte der Durchschnitt um 220000 Euro liegen, der pro Einzahler kommt. Natürlich hat der Geringverdiener keine Chance, der ist immer bescheiden dran. Und extra was zahlen? Wovon denn?

  • Antwort von Rentnerin, Montag, 16.Juli, 17:13 Uhr

    @ Barbara
    Also keine Kinder mehr ! Keine jungen Menschen die Beiträge in die Rentenkasse zahlen.
    Nur die völlig überaltete Gesellschaft.Das Geld für die Rente fällt dann vom Himmel.
    Mehr mag ich bei Ihren Kommentaren gar nicht mehr schreiben.
    Sinnlos !

EWerner, Montag, 16.Juli, 14:22 Uhr

20. Armut der Rentner

Viele Verunfallte und berufserkrankte Menschen werden im Alter auch unter den gefährdeten Rentnerinnen und Rentner sein.

Das liegt bei ca. 90 % der Betroffenen an der Aufarbeitung Ihrer Arbeit- und Wegeunfälle und die Berufserkrankungen.
Die Betroffenen Bürger werden durch dubiose Verwaltungsentscheidungen und durch die Gerichte in ihren Rechten beschnitten und vor allem es wird ihnen zu zugesicherte Rente geklaut.

Würde z.b. Sozialgerichte Ihre Urteile im Namen des Volkes auch zu 50 % ausführen, gebe es schon weniger Altersarmut.

Hier werden die Sozialkassen der GKV, PKV und Rentenversicherung geplündert obwohl z.b. die gesetzlichen UV-Träger oder Versichungenzuständig sind.

Aber wie aktuell berichtet, werden Richter des LSG die eine schriftliche Falschaussage gemacht haben, auch noch von der Staatsanwaltschaft gedeckt.

  • Antwort von Barbara, Montag, 16.Juli, 15:00 Uhr

    Sie reden von denjenigen Leuten, die durch Unfälle oder sonstige Krankheiten erwerbsgemindert sind. Diese Leute fallen unter die sog. Kategorie der "Erwerbsminderung". Für diese Leute gibt es eigene Rentenvorschriften.. Aber die Altersarmut von Millionen Rentnern, die nicht erwerbsgemindert sind, um die es hier geht, ist allein schon ein Skandal.

  • Antwort von Südsachse, Montag, 16.Juli, 17:02 Uhr

    Es herrscht leider unter vielen jungen Menschen Unbekümmertheit. Die denken immer, sie bleiben gesund. Somit scheuen sie sich vor der monatlichen Zahlung in eine Unfallversicherung. Ich möchte die aber, aus eigenem Erleben, jedem jungen Mitmenschen ans Herz legen. Wer einen Job hat, wer studiert, der ist viel unterwegs. Es besteht stets die Gefahr, einen Unfall zu erleiden. Aber auch in der Freizeit ist es gar nicht so selten, dass was mit Nachfolgen passiert. Und eben dann, bei Dauerschäden, da ist so eine Versicherung Retter in höchster Not. Schon eine lange Krankheit ist teuer, doch andauernd berufsunfähig ein finanzielles Desaster! Sich nur auf die staatliche EU-Rente verlassen - da wird man bitter enttäuscht werden. Denn wenig Jahre eingezahlt - sehr niedrige Rente!