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Düngeverordnung Verboten: Gülle-Ausbringung bei Schnee und Frost

Ob Acker oder Wiese - liegt Schnee oder ist der Boden gefroren, darf nach den Vorschriften der Düngeverordnung keine Gülle ausgebracht werden. Zusätzlich gilt in vielen Landkreisen für Grünland, also Wiesen, eine Sperrfrist bis Ende Februar. Das heißt: auch schnee- oder frostfreie Wiesen dürfen erst ab März gegüllt werden. Wer Bauern erwischt, die trotzdem Gülle ausbringen, sollte das melden. Doch die Behörden scheinen nicht immer kooperativ zu sein.

Von: Christine Haberlander, Landwirtschaft und Umwelt

Stand: 05.03.2018

Gegüllte Flächen bei Schnee und Frost | Bild: BR/Christine Haberlander

Am 21. Februar - es herrschen Eis und Schnee - beobachtet eine Anwohnerin einen Bauern dabei, wie er Gülle ausbringt. Noch vier Tagen später liegt der Güllegeruch in der Luft. Schon letztes Jahr habe der Bauer während der Sperrfrist gegüllt, sagt die Frau. Deshalb ruft sie heuer beim Amt für Landwirtschaft in Traunstein an und lässt sich mit dem zuständigen Mitarbeiter für Düngevorschriften verbinden.

Zögerliche Behörden

Doch der Mitarbeiter fordert die Anruferin zunächst auf, den Landwirt anzuzeigen. Sie sieht das aber nicht als ihre Aufgabe an und fordert die Behörde auf, der Sache nachzugehen. Darufhin bekommt sie die Auskunft, das Amt für Landwirtschaft habe keine Handhabe, dass die Sperrfristen eingehalten werden. Weiter lässt der Mitarbeiter die Frau wissen, dass im Winter keine Felder kontrolliert würden.

Das Problem, dass Landwirte ihre Gülle verbotenerweise auf schneebedeckte, gefrorene Böden ausbringen und das mitunter sogar während der Sperrfrist, ist dem Amt für Landwirtschaft in Traunstein offenbar bekannt. Immer wieder meldeten sich aufmerksame Bürger bei der Behörde.

Verstöße können für einen Bauern teuer werden

Wenn einem Bauern hieb- und stichfest nachgewiesen werden kann, dass er gegen die Düngeverordnung verstoßen hat, dann kann das für ihn teuer werden. Es geht um drei- bis vierstellige Strafen, die im Bußgeldverfahren zur Debatte stehen. Außerdem können bei solchen Verstößen Direktzahlungen der EU gekürzt werden. Dabei kann es um viel Geld gehen - je nachdem wie groß der Betrieb ist.

Infos & Kontakt

Landwirtschaftsämter in Bayern
www.stmelf.bayern.de/aemter


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