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US-Wahl Können die Republikaner Trump noch loswerden?

Donald Trump hat klar gemacht: Er wird nicht als Präsidentschaftskandidat der Republikaner zurücktreten. Und offenbar gibt keine realistische Möglichkeit für die Partei, ihn noch zu stoppen - wäre da nicht eine kleine Gruppe Optimisten.

Von: Rolf Büllmann

Stand: 12.10.2016

Donald Trump | Bild: picture-alliance/dpa/Mic Smith

Weil aber der Widerstand gegen Trump immer größer wird, hat "Politico" jetzt eine Notlösung vorgestellt, bei der die Republikaner es ausnutzen würden, dass der Präsident in den USA nicht vom Volk, sondern von Wahlmännern und -frauen gewählt wird. Man könnte - so die Idee - der amerikanischen Öffentlichkeit sagen, dass Stimmen, die bei der allgemeinen Wahl für Trump abgegeben werden, als Stimmen für die Partei gesehen werden, und die Wahlmänner und -frauen könnte man deshalb im Falle eines Wahlsieges auffordern, für einen republikanischen Alternativkandidaten zu stimmen.

Abweichler bei Wahlmännern extrem selten

Die Erfolgsaussichten dafür sind allerdings: Null. Wahlmänner und -frauen sind in mehr als der Hälfte der Bundesstaaten per Gesetz verpflichtet, so abzustimmen, wie die Mehrheit ihrer Bürger es getan hat, alle anderen sind zumindest moralisch in der Pflicht. Es gab Fälle, in denen Wahlmänner anders abgestimmt haben als die Mehrheit der Wähler es ihnen aufgetragen hat - diese Abweichler sind aber in der absoluten Minderheit, sie machen nur etwa ein Prozent aller Wahlmänner und -frauen in der Geschichte der USA aus, und sie haben noch NIE eine Wahl entschieden.

Wahl läuft bereits

Außerdem hat die Wahl de facto bereits begonnen - in einigen Staaten kann man schon wählen, auch Briefwahl ist schon möglich - alle Stimmen, die jetzt schon für Trump abgegeben werden, würden durch den Politico-Plan entwertet, das selbe würde für alle Wähler gelten, die tatsächlich für Trump stimmen wollen würden, auch nachdem die Partei erklärt hätte, dass sie einen anderen Kandidaten von den Wahlmännern und -frauen wählen lassen will.

Die Folge wäre eine Welle von Prozessen, und schlimmer noch: Das Vertrauen in das Wahlsystem der USA wäre irreparabel geschädigt - denn die Republikaner würden ja einem Kandidaten den Einzug ins Weiße Haus verhindern, mit dessen Namen auf den Wahlzetteln sie die Wahl gewonnen haben. Es mag also die rein theoretische Möglichkeit geben, dass die Republikaner versuchen könnten, Trump mit Hilfe von Wahlmännern und -frauen zu stoppen. Doch praktisch ist sie nicht umsetzbar. Dazu wird es nicht kommen.


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Rumplhanni, Mittwoch, 12.Oktober 2016, 21:52 Uhr

3. Ich sehe keine Soaps oder Serien, aber es gibt natürlich Ausnahmen.

"Die Zwei aus Brüssel" in Serie - "ein Leckerbissen“.

Vielleicht wäre Trump nicht schlecht. So manches männliche EU-Parlaments-Schneewittchen würde wohl bei seinem Juncker- und Schulz-ähnlichem „beherzten“ Schulterklopfen ein vergiftetes Apfelstückchen ausspucken. „Hippie-Politik“ trifft nicht nur auf Deutschland zu.

Wir hätten gute Politiker. Die jungen und ewig jung Gebliebenen von Presse und Politik „schätzen“ sie wohl nicht. Als Bürger erkennt man eine gewisse Partei-Linie, hat gewisses Vertrauen. Ich könnte 2017 CSU wählen, habe aber nichts gegen gute Politiker anderer Parteien, ebenso wenig gegen eine AfD, mit der man wohl „das Reden“ verpasst hat - etwas ungehobelt, zu schnell gewachsen. Sie, wie aber auch andere Parteien dürften kaum „Personal“ stellen können, zudem kaum welches, das die guten nachbarschaftlichen und weltweiten Verbindungen der Altparteien hat. Gewisse einflussreiche jüngere „Alt“-Parteien scheinen dagegen NOCH IMMER Politiker-Fachkräfte-Mangel zu haben.

Barbara, Mittwoch, 12.Oktober 2016, 19:25 Uhr

2. Egal wie es ausgeht, die Präsidentenwahl ist so oder so

ein richtiges Kreuz für die Amerikaner!

  • Antwort von Augustina, Mittwoch, 12.Oktober, 20:04 Uhr

    @Barbara: Ich hoffe auf Mike Pence. Unser Wahlsystem gefällt mir besser.

  • Antwort von Babsi, Donnerstag, 13.Oktober, 10:17 Uhr

    Richtig, wir dürfen die Farbe vom Müllauto wählen!

Augustina, Mittwoch, 12.Oktober 2016, 18:34 Uhr

1. Merkwürdige Gedankenspiele, die dann auch am Ende nicht zu verwirklichen sind

Im Artikel steht "Wahlmänner und -frauen sind in mehr als der Hälfte der Bundesstaaten per Gesetz verpflichtet, so abzustimmen, wie die Mehrheit ihrer Bürger es getan hat, alle anderen sind zumindest moralisch in der Pflicht." Und wenn wahlberechtigte US-Bürger Trump und Pence ihre Stimme geben wollen und gar nicht mit dem Politico-Plan einverstanden sind? Wer weiß, was WikiLeaks noch veröffentlichen wird? Redensarten, die Trump als Umkleidekabinengeschwätz bezeichnet hat, habe ich schon oft aus Männermund, auch von Angehörigen der Mittelschicht (von unterer bis gehobener), vernommen. Vielleicht führt das bei einigen Männern zu einer Art Solidarisierungseffekt?