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Streit um Importbeschränkungen US-Präsident Trump droht mit Autozöllen

Immer wieder Ärger um Trump: Nun hat der US-Präsident Importzölle auf Autos angekündigt. Die EU ist besorgt und deutsche Hersteller befürchten Umsatzeinbrüche. Für BMW & Co. sind die USA der zweitwichtigste Export-Markt.

Von: Kai Küstner

Stand: 24.05.2018

Neuwagen von Mercedes-Benz stehen auf dem Autoterminal der BLG Logistics Group. (12.06.2017, Bremen, Bremerhaven) | Bild: dpa-Bildfunk/Ingo Wagner

Für die europäische Industrie wird immer bedrohlicher, was sie aus dem Weißen Haus zu hören bekommt: Mit seiner Ankündigung, Autozölle von bis zu 25 Prozent prüfen zu lassen, löst der US-Präsident zwar abermals ein Wahlkampfversprechen ein, bricht aber einen weiteren Streit mit der EU vom Zaun. Kommissionsvize-Präsident Katainen jedenfalls hält die Begründung, durch die Kraftfahrzeugimporte sei womöglich die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten bedroht, für schwer nachvollziehbar:

"Wenn die USA einseitig die Autozölle anheben, dann wäre das offensichtlich gegen die Regeln der Welthandelsorganisation."

Jyrki Katainen, EU-Kommissionsvizepräsident

Die EU ist empört

Mit einer ebenso großen Portion Unverständnis reagierte der Vorsitzende des Handelsausschusses im EU-Parlament, Bernd Lange. Dass Donald Trump – wie schon beim Streit um europäische Stahlimporte – argumentiere, dies bedrohe die nationale Sicherheit, sei "ein Hohn", so der Vorsitzende im Interview mit dem ARD-Studio Brüssel wörtlich. In den Autozöllen sieht er eine ernsthafte Gefahr für die Europäer:

"Wenn es wirklich dazu kommen sollte, dann sind in der Tat deutsche Importe gefährdet. Und wegen der globalen Wertschöpfungskette auch viele Zulieferer. Insofern müssen wir mit allen Mitteln versuchen, das zu verhindern."

Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im EU-Parlament

USA zweitwichtigster Export-Markt

Nach China sind die USA der wichtigste Export-Markt für deutsche Autohersteller. Gleichzeitig betreiben Volkswagen, BMW und Daimler riesige Betriebsstätten in den Vereinigten Staaten selbst – BMW und Mercedes führen aus den USA mehr Fahrzeuge aus als die amerikanische Konkurrenz von Ford oder General Motors. Die große Frage lautet, wie die EU mit dem immer stärker werdenden Druck aus den USA umgehen sollte – ob Gegendrohungen oder Verhandlungsangebote das richtige Rezept sind. Denn die jüngsten Ankündigungen Trumps verschärfen ja den nach wie vor ungelösten Stahl-Konflikt noch:

"Richtig ist, dass wir zur Geltung des Rechts stehen und nicht das Recht des Stärkeren nachvollziehen, so wie das Herr Trump macht. Wir verhandeln nicht unter Druck. Unter Druck wird's keinen 'Dirty Deal' geben."

Bernd Lange

Zollausnahmen sind notwendig

Die EU-Kommission bekräftigte im Stahlstreit ihre Linie, dass man mit den USA erst über ein neues Handelsumfeld sprechen werde, wenn den Europäern dauerhaft Ausnahmen von den Zöllen gewährt würden. Belgiens Außenminister Reynders unterstrich in Brüssel, man sei aber ebenso bereit, mit Gegenmaßnahmen zu antworten. Die ganze Situation, bekundete der Belgier, stimme ihn sehr pessimistisch:

"Wir haben so viele Entscheidungen mit angesehen in den letzten Monaten: Zum Klimawandel, zum Iran-Atom-Abkommen, dass ich Anfang Juni auch eine solche Entscheidung zu den Zöllen befürchte. Dann müssen wir reagieren. Aber anschließend auch wieder mit den USA diskutieren."

Didier Reynders, Außenminister von Belgien

Amerika bleibt ein wichtiger Partner

Trotz der unübersehbaren Bruchlinien in den transatlantischen Beziehungen und obwohl man sich nach neuen Handelsbeziehungen umschaut, ist man in den EU-Hauptstädten nach wie vor davon überzeugt, dass die USA ein wichtiger Partner bleiben müssen. Ob Donald Trump das umgekehrt genauso sieht, ist eine andere Frage.


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Ruhige Hand, Donnerstag, 24.Mai, 21:33 Uhr

2. Nicht verrückt machen lassen

Ach was, Ihr Angsthasen!
Macht Euch doch nicht die Hosen voll.

Natürlich kaufen die Amis weiterhin deutsche Autos - auch wenn sie ein paar Mark mehr kosten als heute.Wer sich heute eine E-Klasse leisten kann, wird das auch morgen können.

Alternativen aus den USA zu deutschen Fahrzeugen wird es nicht geben, sonst würden doch die gekauft.

franzl, Donnerstag, 24.Mai, 18:47 Uhr

1. Trump endlich in die schranken weisen

Ich verstehe nicht dass die EU und die Bundesregierung nicht endlich mal diesen Id**** von Trump in die Schranken weißt . Zölle auf alle US Produkte , Androhung der Schliessung der Betriebstätten von der Autoindustrie. Damit Trump endlich mal kapiert dass die USA auch auf andere angewiesen sind...