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Europäischer Gerichtshof Urteil: Zwölf Arbeitstage am Stück sind zulässig

Der Europäische Gerichtshof urteilte am Donnerstag, dass Arbeitnehmer nach sechs Arbeitstagen nicht unbedingt am siebten Tag Anspruch auf einen Ruhetag haben. Die Richtlinie sei flexibel auszulegen. Das bedeutet, dass Arbeitnehmer bis zu zwölf Tage am Stück arbeiten müssen.

Stand: 09.11.2017

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.  | Bild: picture-alliance/dpa/David Ebener

Jeder Arbeitnehmer hat das Recht, innerhalb von sieben Tagen einen Tag Ruhe gewährleistet zu bekommen - unabhängig von der täglichen Ruhezeit von elf Stunden. Es ist jedoch nicht festgelegt, zu welchem Zeitpunkt diese Ruhepause stattfinden soll.

Der Gerichthof der Europäischen Union hat am Donnerstag entschieden, dass die EU-Arbeitszeitrichtlinie nicht verlangt, dass nach sechs Arbeitstagen automatisch am siebten Tag ein freier Tag gefordert werden kann. Die Richtlinie sei flexibel auszulegen. Der freie Tag müsse "innerhalb" einer Woche genommen werden. So sei es zulässig, dass er am ersten Tag einer Woche die Mindestruhezeit gewährt bekomme, er dann in der darauffolgenden zweiten Woche die Mindestruhezeit aber am letzten Tag erhalte. Folge sei, dass Arbeitnehmer bis zu zwölf Tage am Stück arbeiten könnten.

Hintergrund

Ein Angestellter eines Casinos in Portugal hatte geklagt. Manchmal arbeitete er an sieben aufeinanderfolgenden Tagen. Nach der Beendigung seines Arbeitsvertrages forderte er eine Entschädigung und die Vergütung der gearbeiteten Überstunden. EU-Recht schreibe vor, dass nach sechs Arbeitstagen eine 24-stündige Mindestruhezeit folgen muss, war seine Begründung. Dies habe der Arbeitgeber nicht eingehalten.


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