68

Starkregen, Gewitter, Hagel Unwetter in Südbayern: Ein Todesopfer und viele Schäden

Heftige Unwetter sind vergangene Nacht über Bayern gezogen. Vor allem im Süden kam es zu zahlreichen Unfällen, überfluteten Straßen und vollgelaufenen Kellern. Ein Mann wurde vom Fluss Partnach mitgerissen, er starb in den Fluten.

Von: David Friedman

Stand: 13.06.2018

Mitglied der Wasserwacht an der Partnach | Bild: picture-alliance/dpa

Unwetter haben in der vergangenen Nacht in Bayern zu zahlreichen Überschwemmungen geführt - ein Mensch kam ums Leben: In Garmisch-Partenkirchen starb laut Polizei ein 52 Jahre alter Mann, der mit seinem Auto eine überflutete Straße befahren wollte. Als ihm dies nicht gelang, verließ er sein Auto und wurde von den Wassermassen fortgerissen. Retter entdeckten ihn Stunden später tot in der Partnach.

Die alarmierten Einsatzkräfte mussten zunächst vor den Fluten in der Klamm zurückweichen:

"Das war ein unheimliches Unwetter, von oben und von allen Seiten kam das Wasser daher, nach dem ersten Drittel war der Weg auch total überschwemmt und mit Schwemmholz blockiert, wir mussten dann wiedeer flüchten und aus der Klamm wieder raus."

Andreas Dahlmeier, Bergwacht Garmisch-Partenkirchen

Eine Schülergruppe, die in der Partnachklamm von den Regenmassen überrascht worden war, konnte sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die Klamm ist bis auf weiteres für Besucher gesperrt. Die Bergwacht begutachtet jetzt die Schäden.

Autos in Niederbayern davongespült

In Niederbayern mussten die Feuerwehren über 60 Mal ausrücken, um Keller leer zu pumpen, umgefallene Bäume und überflutete Straßen zu sichern. Mancherorts waren die Autos von den Wassermassen weggespült worden. Besonders betroffen waren die Stadt sowie der Landkreis Landshut und der Großraum Bayerischer Wald.  

Starke Schäden in den Wäldern

In Mauth, im Landkreis Freyung-Grafenau hätten die Wasserfluten beinahe ein komplettes Sägewerk weggeschwemmt. Wälder sind stark beschädigt. Die Forst-Wege sind von umgefallenen Bäumen blockiert. Von oben drohen Äste herabzufallen. Es besteht Lebensgefahr für Spaziergänger und Wanderer – warnt der Chamer Landrat Franz Löffler:

"Die Leute sollen möglichst nicht in den Wald gehen. Wenn ein Baum umstürzt, ist das natürlich ein Gefahrenpotenzial."

Franz Löffler, Landrat Cham

Hagel macht Dellen ins Blech

In Furth im Wald, Waldmünchen und Eschlkam haben Hagelkörner zahlreiche Autos beschädigt. Dellen im Blech, zerborstene Glasscheiben. Nach ersten Schätzungen sind auch rund 500 Gebäude vom Hagelschlag beschädigt worden. Darunter die Stadtpfarrkirche von Furth.

Handwerker dringend gesucht

Überall fehlen Zimmerer und Dachdecker, um die Hagelschäden an den Häusern zu reparieren. Die Lage bleibt angespannt – sagt der Bürgermeister von Furth im Wald, Sandro Bauer:

"Das hat sich gestern schon herausgestellt und jetzt wird es noch viel deutlicher, dass wir viel zu wenige Handwerker haben, die momentan schnell mal die Schäden beseitigen können. Also wenn wir Handwerker kriegen könnten, hätten wir Arbeit ohne Ende."

Sandro Bauer, Bürgermeister Furth im Wald

Vorerst noch keine Entwarnung

Noch gibt der Deutsche Wetterdienst keine Entwarnung. Die Meteorologen rechnen heute weiter mit Dauerregen in Teilen Südbayerns. Im Alpenraum könnte es teilweise bis zu 70 Liter pro Quadratmeter bis morgen Abend regnen. Danach dürfte der Regen aber nachlassen und die Pegel an den Bächen und Flüssen wieder sinken.


68