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Offener Brief Würzburger Hochschulpfarrer kritisiert Söders Kreuz-Kampagne

Mit Kreuzen in Staatsbehörden will Ministerpräsident Markus Söder künftig die kulturelle Prägung Bayerns betonen. Würzburgs Hochschulpfarrer Burkhard Hose kritisiert das in einem offenen Brief. Das Kreuz lasse sich nicht auf bayerische Folklore reduzieren.

Stand: 25.04.2018

Markus Söder hält ein Kreuz in der Hand | Bild: picture-alliance/dpa

"Haben heute im Kabinett beschlossen, dass in jeder staatlichen Behörde ab dem 1. Juni ein Kreuz hängen soll", twitterte Ministerpräsident Söder am Dienstag. "Habe direkt nach der Sitzung ein Kreuz im Eingangsbereich der Staatskanzlei aufgehängt", schrieb er weiter und postete darunter ein Foto, auf dem er ein Kreuz in der Hand hält.

Hose: Über Entwicklung sehr besorgt

Söder beteuerte, dass die Kreuze kein religiöses Symbol des Christentums sein sollen, sondern ein "Bekenntnis zur Identität" und zur "kulturellen Prägung" Bayerns. "Das Kreuz ist nicht ein Zeichen einer Religion", sagte er. "Das ist kein Verstoß gegen das Neutralitätsgebot."

Der Würzburger Hochschulpfarrer Burkhard Hose reagierte mit einem offenen Brief an den Ministerpräsidenten. Darin schreibt er unter anderem: "Viele empfinden es zunehmend als eine Provokation und als Heuchelei, wie Sie über das Christentum öffentlich reden. In unserer Wahrnehmung wird das Christentum zunehmend von Ihnen dazu missbraucht, um die Ausgrenzung von Menschen anderen Glaubens zu betreiben. Über diese Entwicklung bin ich gemeinsam mit vielen anderen sehr besorgt."

Kreuz als Erinnerung an den Lebensweg Jesu

Hose betont, dass das Kreuz nicht als verlängerter Arm einer Politik der Ausgrenzung oder des nationalistischen Egoismus tauge. Es sei nicht nur Etikett oder Ausweis einer bestimmten Identität, sondern vielmehr Erinnerung an den Lebensweg Jesu.

"Ich bitte Sie eindringlich: Beenden Sie den Missbrauch des Christlichen und seiner Symbole als vermeintliches Bollwerk gegen den Islam", heißt es wörtlich in dem Brief. "Stärken Sie als Ministerpräsident das Verbindende zwischen allen Menschen, die hier leben! Handeln Sie in diesem Sinne wirklich christlich! Demonstrieren Sie nicht Christlichkeit, sondern praktizieren Sie diese!"

Burkhard Hose schreibt Markus Söder Format: PDF Größe: 154,12 KB

Würzburger Weihbischof: Kreuz ist kein Kampfzeichen, nicht für politische Zwecke zu instrumentalisieren

Ulrich Boom

In der Debatte um das Kreuz in bayerischen Dienstgebäuden hat sich auch der Würzburger Weihbischof Ulrich Boom, derzeit Diözesanadministrator im Bistum Würzburg, zu Wort gemeldet. Das Aufhängen von Kreuzen in staatlichen Gebäuden sei zunächst eine Angelegenheit des Staates, so Boom. "Wo es hängt, ist es für Christen kein Kampfzeichen in der Auseinandersetzung mit anderen Kulturen und Religionen." Vielmehr solle es ermutigen zum Engagement für Gerechtigkeit, zum Einsatz für Menschen in Not- "auch und vor allem für Geflüchtete." Das Kreuz sei ein Zeichen der Nähe und Demut Gottes, ein Zeichen des Dienstes, der Liebe und der Nächstenliebe so der Weihbischof in seiner Stellungnahme. "Ich hoffe vor allem, dass das Kreuz nicht für den Wahlkampf verzweckt und für politische Interessen instrumentalisiert wird", fügte er hinzu.


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L.Sch, Mittwoch, 25.April, 12:18 Uhr

43. Christentum



Die Kreuze rettet unser demokratisch, christlich geprägtes, freiheitliches Land nicht vor islamistischen oder anders gläubigen Egoismus. Eher das verzichten auf Religion in der vordergründigen Politik, würde es ebnen. Der Glaube sollte eine ganz persönliche Sache sein, die nach außen nicht provozieren darf. Denn das Ergebnis ist wieder ein Grund zum gegen provozieren. Wie soll da eine Ethische Basis geschaffen werden? Unsere Ethik ist aus dem Christentum und dem klugen Menschenverstand entstanden, dass gibt unser Grundgesetz wieder und dieses solle die Basis in unserem Land sein! 

Ein ganz normale Mensch.

Harald Schönfeld, Mittwoch, 25.April, 12:16 Uhr

42. Zurück zu Hexenverbrennung?

Da könnte Herr Söder doch noch ein schönes Feindbild aufmachen um damit noch ein paar mehr Stimmen vom konservativ-rechten Rand zu gewinnen. Oder?

Herr Hose hat vollkommen recht: Herr Söder handelt durch die Bank unchristlich, nicht nächstenlieb und oft intolerant und will hier nun auf bibelfest machen.
Ich als - atheistischer - Bayer (der nach seinem Naturwissenschaftsstudium aus der Kirche, in der er wie alle Säuglinge von den Eltern gesteckt wurde, ausgetreten ist) finde diese religiöse Bevormundung durch die CSU langsam unverschämt. Und sie verstößt natürlich auch gegen das europäische Antidiskriminierungsgesetz. In Deutschland ist die größte Gruppe mittlerweile die der Konfessionslosen - vor Katholiken und Protestanten. Zeit, dass das endlich mal zur Kenntnis genommen wird! Sowohl von der Politik, als auch von den Medien.

Der Buchbinder, Mittwoch, 25.April, 11:41 Uhr

41. Kruzifix

Hallo,

sorry das ich das so sage " Ich glaube ich höre nicht richtig " Wir sind ein Christliches Land und gestehen anderen Religionen alles zu. Aber wenn wir unseren Glauben auch offen zeigen. Ist die Welt empört und sogar die Kirche redet von Missbrauch des Glaubens.
Jetzt sag ich euch allen da draußen was. Ich war bis vor ein paar Tagen in Haft und wollte ein Kruzifix für meine Zelle. Was aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt ist. Aber Muslime bekommen Ihren Teppich. Obwohl Teppiche eine erhöhte Brandlast bedeutet und gegen die Bestimmungen der Sicherheit und Ordnung verstoßen. Wir sind so fixiert es anderen recht zu machen. Egal woher sie kommen und welche Ziele Sie haben. Das wir unseren Glauben und unsere Kultur hinten anstellen und das eigene Volk in zweite Reihe geschoben wird. Das muss aufhören !!!! Unsere Haftanstalten Explodieren durch die die wir so offen aufgenommen haben. Und ich bin mir sicher das mich jetzt so mancher als rechts einstuft. Was ich aber keineswegs bin.

Selim, Mittwoch, 25.April, 11:06 Uhr

40. Ach...

die Bayern schaffen es doch nicht mal, dass sie ihre Sprache hoch halten.
Sie knicken doch ständig ein vor den zugewanderten Preussen.
Tschüss

  • Antwort von Müller, Mittwoch, 25.April, 11:16 Uhr

    Da ist vielleicht was dran. Ade

  • Antwort von Bajuware, Mittwoch, 25.April, 12:02 Uhr

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der-frische-max, Mittwoch, 25.April, 10:53 Uhr

39. beam me up to bavaria one

ich bin schockiert, welche Zustimmung diese entscheidung im 21. Jahrhundert noch erhält (oder habe ich den falschen kalender)