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Thoraxzentrum Bezirk Unterfranken Tumor erstmals nur mit einem Zugangsschnitt entfernt

Der Chefarzt des Thoraxzentrums Bezirk Unterfranken in Münnerstadt hat erstmals einer Lungenkrebspatientin den Tumor minimalinvasiv mit nur einem Zugangsschnitt entfernt. Bisher waren mehrere Schnitte dafür nötig, so die Klinik.

Stand: 16.05.2018

Chefarzt Dr. Bora Kosan während der Operation | Bild: Jörg Weymann

Mit der so genannten Schlüsselloch-Technik sei es schon seit einigen Jahren möglich Lungenlappen und dazugehörende Lymphknoten zu entfernen, heißt es in einer Mitteilung des Bezirk Unterfranken. Allerdings waren dazu mehrere kleine Schnitte nötig, um über diese Zugänge die speziellen Instrumente und die Kamera in den Brustkorb einzuführen. Chefarzt Dr. Bora Kosan hat nun erstmals im Thoraxzentrum diese komplexe Operation durch einen einzelnen, etwa dreieinhalb Zentimeter kleinen Schnitt durchgeführt.

 Weniger Schmerzen, schnellere Heilung

Die Operation wird in Deutschland nur in sehr wenigen Krebs-Zentren durchgeführt. Der Vorteil der sogenannten "uniportalen" OP-Methode ist eindeutig: die Patienten haben nach der Operation deutlich weniger Schmerzen, sie kommen schneller wieder auf die Beine, und es bleiben keine hässlichen Narben zurück. Noch vor wenigen Jahren mussten krebsbefallene Lungenlappen über eine seitliche Brustkorböffnung von zwanzig Zentimetern oder mehr herausgeschnitten werden.

OP-Technik bei Lungenchirurgie weitgehend ungenutzt

Uniportaler Zugang

Die deutlich schnellere Heilung ist gerade für jene Patienten wichtig, deren Lunge ohnehin schon geschwächt ist, wie dies zum Beispiel bei Rauchern oder bei sehr alten Menschen der Fall ist. Bei Bauchoperationen und in der Orthopädie gehören minimalinvasive, videoassistierte Verfahren seit einigen Jahren zum Standard. In der Lungen- und Brustkorbchirurgie sei diese OP-Technik noch weitgehend ungenutzt, betont Dr. Bora Kosan. Der Chefarzt kann im Thoraxzentrum Bezirk Unterfranken allerdings auf seine Erfahrungen zurückgreifen. Er hat in den zurückliegenden acht Jahren als Oberarzt im Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern gearbeitet. Sein Schwerpunkt war bereits dort die Thorax-Chirurgie und die minimalinvasive Thorax-Chirurgie. Seit 2013 hatte er als Facharzt für Herz-Chirurgie und Thorax-Chirurgie zugleich die Bereichsleitung Thorax-Chirurgie inne.

Thoraxzentrum setzt auf 3D-Technik

Zudem setzt das Thoraxzentrum in Münnerstadt als erste Lungenfachklinik in Nordbayern bereits seit über zwei Jahren auf modernste 3D-Technik. Die dreidimensionale Wahrnehmung bei der Schlüssellochtechnik entsteht durch den Einsatz von zwei Kameras. Diese liegen in einem Rohr eng beieinander und übertragen zeitgleich leicht versetzte Bilder aus der Brusthöhle an einen voll hochauflösenden Monitor. Eine Polarisationsbrille, wie sie auch für Zuschauer von 3D-Filmen im Kino eingesetzt wird, wandelt die ansonsten unscharfen Bilder in eine dreidimensionale Ansicht. So bekommen die Chirurgen perfekte 3D-Bilder in Echtzeit.


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