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SPD-Fraktion dagegen Schweinfurt soll sich für Landesgartenschau 2026 bewerben

Die Stadt Schweinfurt soll sich für die Landesgartenschau in acht Jahren bewerben. Das hat der Bau- und Umweltausschuss des Schweinfurter Stadtrats am Donnerstag mehrheitlich beschlossen. Kritische Stimmen kommen von der SPD-Fraktion.

Von: Norbert Steiche

Stand: 14.06.2018

Symbolbild: Blumenschau | Bild: colourbox.com

Die SPD im Schweinfurter Stadtrat lehnt das Konzept für eine Landesgartenschau in Schweinfurt 2026 auf dem nordwestlichen Bereich der ehemaligen US-Ledward-Kaserne komplett ab. Ralf Hofmann, der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfaktion, sagte gegenüber dem BR, dass aus seiner Sicht mit einer Landesgartenschau die Gefahr bestehe, dass eine weitere Stadtentwicklung auf dem Areal bis 2056 nicht möglich wäre.

SPD sieht Entwicklung des Areals in Gefahr

30 Jahre nämlich müssten die Landesgartenschauflächen gepflegt werden und dürften nicht weiter bebaut werden. Aus Sicht von Hofmann könnte sich beispielsweise die Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt bei Bedarf mit ihrem internationalen Campus nicht erweitern. Hofmann fürchtet, dass sich eine Landesgartenschau als "riesige Luftnummer" erweisen, zu teuer und riskant werde und der Entwicklung von Schweinfurt im Weg stehen könnte.

Schweinfurter Liste lehnt Konzept ab

Auch die "Schweinfurt Liste" lehnt die Ausrichtung einer Landesgartenschau ab. Ulrike Schneider von der Schweinfurter Liste spricht sich dafür aus, auf zehn Hektar Fläche einen neuen Wald anzupflanzen. Das ist mit Kosten von rund 500.000 Euro aus Sicht von Schneider deutlich nachhaltiger, als über elf Millionen Euro in die Daueranlagen zu stecken. Eine tatsächliche Anbindung der Landesgartenschau an die Innenstadt sieht Hofmann mit den bislang vorgeschlagenen Konzepten auch nicht.

Stadt könnte Image verbessern

Für eine Landesgartenschau in Schweinfurt müssten rund 26 Millionen Euro investiert werden. Davon würden 13 Millionen Euro für die Anlagen benötigt und nochmal 13 Millionen Euro für den laufenden Betrieb. Die Planer rechneten zuletzt mit rund 750.000 Besuchern. Aus ihrer Sicht würde es weniger um eine reine Blumenschau, als vielmehr um gelebte Stadtentwicklung gehen. Die rund 13 Millionen Euro für den laufenden Betrieb – so die Hoffnung – sollten durch Eintrittsgelder gedeckt werden. Aus Sicht der Planer könnte auch das Schweinfurter Gastronomie- und Hotelgewerbe profitieren. Die Präsentation einer Landesgartenschau könnte auch das Image der Stadt, die gerne als Stadt der Industrie und Kunst für sich wirbt, verbessern.

Bewerbung bis Ende Juni möglich

Die Bewerbungsunterlagen müssen Ende Juni abgegeben werden. Mit dem Thema muss sich in den nächsten Tagen noch der Haupt- und Finanzausschuss und der Schweinfurter Stadtrat beschäftigen. Es ist jedoch zu erwarten, dass hier ein ähnliches Votum erzielt wird.


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Dieter Hartwig, Montag, 18.Juni, 15:42 Uhr

1. Landesgartenschau in Schweinfurt

Ich bin dagegen, daß die Stadt sich für die Landesgartenschau bewirbt. Es werden anch der Berichterstattung auf jeden Fall Mehrkosten an der Stadt hängen bleiben gegenüber einer Planung ohne Landesgartenschau. Ich glaube nicht daran, daß die Einzelhändler der Innenstadt von einer Landesgartenschau profitieren (zuweit von der Innenstadt entfernt und wenig attraktiv für Auswärige insbesondere am den Wochenenden).Aus vielen anderen Projekten der öffentlichen Hand ist ja bekannt, daß zunächst mit optimistischen zahlen gearbeitet wird und hinterher die Kosten wesentlich höher sind.