43

Flüchtlinge Schweinfurt: Erstaufnahmeeinrichtung wird doch Ankerzentrum

Die bisherige Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der ehemaligen US-Ledwad-Kaserne in Schweinfurt wird ab dem 1. August zu einem sogenannten Ankerzentrum. Das teilt die Stadt Schweinfurt mit. Maximal 1.460 Flüchtlinge sollen dort untergebracht werden.

Stand: 21.06.2018

Die unterfränkische Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Schweinfurt | Bild: BR-Mainfranken/Frederick Gerth

Die Nachricht kommt überraschend, sollte doch die Erstaufnahmeeinrichtung in Schweinfurt nicht als Ankerzentrum dienen. "Grundsätzlich soll es überall eine Mischung von Personen mit guter und von solcher mit weniger guten Bleibeperspektive geben", heißt es in der Pressemitteilung der Stadt Schweinfurt vom Donnerstag. Zum 1.6.2019 soll das "Ankerzentrum" in die ehemalige Conn-Kaserne zwischen Geldersheim und Niederwerrn im Landkreis Schweinfurt wechseln. Die Regierung von Unterfranken geht laut ihrem Sprecher von einem Umzug "Mitte nächsten Jahres" aus. Die Einrichtung soll dort bis 2025 bestehen bleiben.

Ziel sind schnellere und effizientere Asylverfahren

Zu dem Ankerzentrum in der bisherigen Erstaufnahmeeinrichtung in der ehemaligen Ledward-Kaserne heißt es von der Stadt Schweinfurt in der Pressemitteilung: "Um schnellere und effizientere Asylverfahren zu erhalten und so auch den betroffenen Personen möglichst früh Klarheit über ihre Bleibeperspektive zu geben, werden zusätzlich zu den bereits in der Erstaufnahmeeinrichtung in Schweinfurt befindlichen Behörden (Unterbringungsverwaltung, Zentrale Ausländerbehörde, BAMF) eine Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit sowie eine Vor-Ort-Präsenz des Verwaltungsgerichts Würzburg eingerichtet."

Das Anker-Zentrum in der Conn-Kaserne soll für maximal 1.500 Menschen ausgelegt werden. Die dortige Gemeinschaftsunterkunft soll nach dem 1.6.2019 geschlossen werden. Die Conn-Kaserne war in der Vergangenheit als Aufnahmeort für bis zu 2.600 Menschen vorgesehen.

Innenstaatssekretär: "keine zusätzliche Belastung"

Unterdessen hat CSU-Innenstaatssekretär Gerhard Eck aus Donnersdorf (Lkr. Schweinfurt) die Pläne verteidigt. Durch das Ankerzentrum entstünde "keine zusätzliche Belastung" für Schweinfurt. "Außer den zusätzlichen Behörden" ändere sich bei der Umwandlung von Erstaufnahmeeinrichtungen in Ankereinrichtungen nichts, so Eck. "Es bleibt bei den vereinbarten Laufzeiten und Kapazitäten, ebenso bleiben die Asylsozialbearbeitung und Sicherheitsdienste unverändert vor Ort".


43