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Pflege morgen Katzen-Roboter im Altersheim

Miau! Roboterkatzen begleiten die Senioren des Wohnstift St. Paul in Würzburg durch den Tag. Sie wollen gestreichelt werden und danken es mit freundlichem Schnurren. Das soll Bewohner aktivieren und Erinnerungen wecken.

Von: Marco Gilly

Stand: 16.03.2018

Die deutsche Bevölkerung altert immer schneller. Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen steigt, gleichzeitig bleibt der Pflegekräftemangel bestehen. Roboter könnten helfen. Allerdings gibt es erhebliche ethische Bedenken gegen deren Einsatz. Im Wohnstift St. Paul in Würzburg gibt man der Robotik eine Chance. Schnurr!

Katze an der Steckdose

Die Roboterkatze JustoCat ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit von schwedischen Robotikforschern, Pflegewissenschaftlern und Pflegepersonal. Sie wiegt knapp zwei Kilo, ihr Fell kann abgenommen und gewaschen werden, ein Akku liefert Strom für mehrere Tage.

Die JustoCat miaut, schnurrt und beschwert sich, wenn sie zu ruppig angepackt wird. Die heutige Robotik kann mehr, die Entwickler der Roboterkatze haben sich aber bewusst auf wenige Funktionen beschränkt. Übersichtlichkeit geht vor. Menschen mit fortgeschrittener Demenz sollen im Umgang mit der Roboterkatze ihr psychisches, physisches und soziales Wohlbefinden steigern können.

"Die Reaktionen sind echt unterschiedlich"

Rainer Sampöck, Pfleger im St. Paul

Interaktion so lange der Akku hält

Die Vorteile der Roboterkatzen liegen auf der Hand: Sie sind keimfrei, robust und bei Weitem nicht so launisch wie ihre organischen Vorbilder. Echte Haustiere würden die Pflegenden vor große Herausforderungen stellen. Im eng getakteten Arbeitsalltag ist wohl kaum Zeit für die Fütterung und Säuberung der Tiere. Ob Roboter lebendige Interaktionen sinnvoll ersetzen können, bleibt abzuwarten.


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Annette, Samstag, 17.März, 20:15 Uhr

3. Einsatz der Justocat

Meiner Meinung nach, können diese Roboterkatzen Senioren aus ihrer Lethargie führen, wenn sie richtig eingesetzt werden. Dazu bedarf es Personen, die um die Thematik wissen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Pflegekräfte die Zeit haben, sich mit der Katze an ein Bett zu setzen. Der Zeitplan vom (unterbesetzten) Pflegepersonal ist sehr straff. Wenn 3 Pfleger pro Schicht auf 40 Personen kommen und diese aus dem Bett holen, waschen, pflegen, .... müssen, klappt das doch gar nicht. Was ist das für ein Pflegeheim, wenn ein Pfleger für die JustoCat eingesetzt wird!?!! Zum Glück gibt es Betreuungsassistenten, die ein Auge auf das seelische Wohl von Senioren haben.

  • Antwort von Sebastian, Montag, 19.März, 09:24 Uhr

    @Annette
    sehe ich auch so. Was ist das für ein Pflegeheim das Personal duch Katzen ersetzt?!
    Die Betreuungsassistenten machen eine super Job und sind für das seelische und psychische Wohlbefinden bestens geschult.
    Im Zusammenspiel mit einer "Roboter-Katze" können viele ältere demente Menschen besser erreicht werden.

Leserin, Freitag, 16.März, 21:32 Uhr

2.

Das kann nicht Ihr ernst sein, mit Roboter Katzen die Betreuer zu ersetzen. Wofür wird eigentlich soviel Geld für den Pflegeplatz bezahlt?
für Personalkosten anscheinend nicht.

  • Antwort von Bernhard, Samstag, 17.März, 11:57 Uhr

    Wie man nur auf so eine blöde Idee kommen kann. Eine Person im Rollstuhl kann die Katze nicht nehmen, da muss auch Personal dabei sein.
    Umsonst ist die Katze ja auch nicht, die wird auch ein paar Euro kosten.
    Stellt lieber mehr Personal ein.

  • Antwort von Thor, Samstag, 17.März, 13:15 Uhr

    Das wird noch schlimmer. Wer das Rentenalter erreicht und nicht mehr für die Allgemeinheit nützlich ist, wird dann komplett von Robotern betreut.
    Hauptsache das Kindergeld wird erhöht, die Kindergartenplätze sind kostenlos und die Ganztagsbetreuung wird gesetzlich geregelt.
    Wenn ich auf meine letzte Renteninformation schaue und sehe welchen Beitrag ich nur an die Rentenkasse abgeführt habe, von den anderen Sozial-und Steuerabgaben ganz zu schweigen. Da heute nur noch " arme Familien und Kinder " zählen, darf man an das altwerden gar nicht denken.
    Egal Wieviel Geld ausgegeben wird, es wird der Morgigen Generation garantiert vor die Füße fallen.

  • Antwort von Sebastian, Samstag, 17.März, 13:30 Uhr

    Von "ersetzen" ist hier nicht die Rede. Es geht um ein zusätzliches Angebot das alte Erinnerungen wecken soll usw. Wer davon ausgeht dass nur diese Katzen im Einsatz sind und dafür am Personal gesparrt wird, der ist realitätsfremd und kennt die Personalschlüssel für Pflege- und Betreuungskräfte nicht. (Leider können die Katzen noch keine Bewohner waschen) Kosten für einen Pflegeplatz. Rechnen sie doch mal die Monatskosten geteilt durch 30 Tage geteilt durch 24 Stunden. Dann sehen sie was ein Bewohner pro Stunde Altenheim zahlt. Was kostet ein Handwerker im Vergleich? Was kostet eine Übernachtung in einem Hotel im Vergleich? In den Altenheimkosten ist aber Wäsche, Reinigung, Rund um die Uhr Hilfestellung, Essen, Getränke usw. inklusive. Eine Frage an Sie: Wer entscheidet denn über die Kosten? Und warum wollen die "Entscheider" nicht mehr bezahlen? Richtig weil dann das Volk meckert da die Steuern und Pflegeversicherungsbeiträge erhöht werden müssen um das Personal gerecht zu bezahlen

  • Antwort von Felix, Sonntag, 18.März, 18:56 Uhr

    Diese ( Roboter ) Katzen ersetzen niemanden in der Betreuung und auch nicht der Pflege, wie auch !!!!. Das sind Roboterkatzen. Haaalllooo wie soll das funktionieren. Robokatze pflegt und betreut alleine Bewohner. ( Smile ) Diese Katzen werden eingesetzt als Unterstützung von den Betreuern und werden auch gut von den Bewohnern angenommen. Persönlich erlebt. Erstmal genau sich diesen Bericht von BR 3 anschauen und dann seine Meinung äußern, wenn mann aber keine Ahnung vom Fortschritt in der Altenpflege und Betreuung hat sollte sich hier nicht zu äußern.

Susanne, Freitag, 16.März, 17:47 Uhr

1. Roboter im Altersheim

Ich finde das persvers, habe selber mal im Altenheim gearbeitet. Solche Jobs sind doch wunderbar für Menschen, die vielleicht nicht so gut Deutsch sprechen (weibliche Asylbewerber, die oft auch Analphabeten sind) oder sonst auf dem Arbeitsmarkt wenig Chancen haben. Zuhören, mal in den Arm nehmen, die Hand tätscheln - dazu muss man keine Fachkraft sein, sondern nur einfühlsam und sympathisch.

  • Antwort von Sebastian, Samstag, 17.März, 13:43 Uhr

    ....richtig...alle Menschen die nicht für andere Berufe geeignet oder fähig sind, ab in die Pflege. Sie sagen ja selber dass kein Deutscher in die Pflege mehr will ...Dann müssen eben die Asylbewerber ran. Pflegen kann ja jeder. ....Achtung Ironie.

  • Antwort von Wolfgang, Sonntag, 18.März, 15:51 Uhr

    @ Sebastian, keinen Pessimismus bitte:

    Als Ersatzdienstleistender in den 70ern untertützten wir durchaus wirksam die Pfleger in der Siechenstation oder auch in Abteilungen mit Trisomie, Kriegsgehirnverletzten, Verwirrten usw.

    Ohne Fachausbildung und nicht zum Schaden der uns anvertrauten Pfleglinge.

  • Antwort von Sebastian, Montag, 19.März, 09:18 Uhr

    @Wolfgang:
    Ich habe meinen Ersatzdienst ebenfalls in einem Seniorenheim "abgeleistet" und bin dadurch in diesem Berufsfeld hängen geblieben. Der Erstzdienst war für soziale Einrichtungen eine sehr wichtige und sinnvolle Tätigkeit, da hierdurch die Bewohner/Patienten viel mehr Zuwendung erhalten haben. Die Abschaffung dieses Dienstes kann ich noch immer nicht nachvollziehen. Ersatzdienstleistende sind aber nicht mit auf dem Stellenplan gelaufen und waren ein Zusatz..Alle anderen Einstellungen laufen auf dem Stellenplan. Der Stellenplan ist von der Regierung fest vorgegeben was das Mindestmaß betrifft. Wer mehr Stellen besetzt als vorgegeben - bekommt diese nicht refinanziert. Das der aktuelle Personalschlüssel viel zu niedrig ist, steht außer Frage. Pflege sollte nicht gewinnorientert sein mit dem Ziel wie hole ich am meisten aus einem Pflegeheim/ ambulanten Dienst raus.