10

Homburg Neuschöpfungen aus der Papiermühle

In der Papiermühle Homburg (Lkr. Main-Spessart) stellt Johannes Follmer handgeschöpftes Papier her. Er ist Papiermüller aus Leidenschaft und einer der wenigen Menschen in Deutschland, die dieses Handwerk noch beherrschen.

Von: Jochen Wobser

Stand: 14.03.2018

1807 wurde die Papiermühle Homburg (Lkr. Main-Spessart) errichtet. Heute stellt der Papiermüller Johannes Follmer dort traditionell handgeschöpftes Papier her. Er versteht seine Arbeit als "Beitrag gegen Uniformität, für sinnvolle Traditionen, für zeitlose Individualität".

Altes Wissen geht auf Reisen

Ein Mann namens Ts´ai Lun, Beamter am Hof des chinesichen Kaisers erfand um 100 n. Chr. das Papier. Über Arabien und Ägypten gelangte das wertvolle Wissen schließlich auch nach Europa. Dort wurden die Arbeitsprozesse optimiert, so dass Papier schneller und feiner hergestellt werden konnte.

Luxusgut und Massenware

Die ersten deutschen Papiermühlen entstanden im 14. Jahrhundert. Trotz der Erfindung des Buchdrucks und des wachsenden Schriftverständnisses, blieb Papier noch lange ein Luxusgut. Das änderte sich erst mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Um 1800 lag der Papier-Verbrauch bei einem halben Kilo pro Kopf pro Jahr. Im Jahr 2000 waren es 225 Kilo.

Einzelstücke für besondere Gedanken

Als Ausgangsmaterialien für das sogenannte Büttenpapier dienen dem Papiermüller Johannes Follmer Baumwolle, Flachs, Hanf und Lumpen. In einem großen Behälter, der Bütte werden diese Stoffe zusammen mit Wasser und Leim zu einem Faserbrei verarbeitet. Der wird dann mit einem Schöpfsieb abgehoben. Jedes Papier das so entsteht ist einzigartig.

Wie die Papierfertigung im Detail abläuft können interessierte Besucher im Museum der Papiermühle Homburg erleben. So soll das alte Wissen um das Kulturgut Papier auch im Digitalen Zeitalter erhalten bleiben.


10