Aschaffenburger Auszeichnung Mutig-Preis für Anti-Mafia-Priester Ciotti

Der italienische Priester Luigi Ciotti ist mit dem Aschaffenburger Mutig-Preis ausgezeichnet worden. Ciotti kämpft mit verschiedenen Projekten seit Jahren gegen die Mafia. Mehrfach erhielt er Morddrohungen. Der 72-Jährige lebt unter Polizeischutz.

Von: Farsin Behnam

Stand: 02.12.2017

Bild: Bayerischer Rundfunk

Laudator Winfried Bausback würdigte Ciottis selbstloses Handeln gegen Korruption, Illegalität und Ungerechtigkeit. Nach Aussagen des bayerischen Justizministers sieht Ciotti die italienische Mafia nicht nur als kriminelles, sondern auch als kulturelles Problem.

Hilfe für Mafiaaussteiger

Um dem organisierten Verbrechen und der Korruption Einhalt zu gebieten, startete Ciotti mehrere Projekte, wie beispielsweise die Anti-Mafia-Zeitschrift Narcomafie. 1995 rief er die Organisation Libera ins Leben. Libera hilft ehemaligen Kriminellen, Drogenabhängigen, Arbeitslosen und Mafiaaussteigern. Dieses Engagement brachte Luigi Ciotti mehrere Morddrohungen ein. Der Priester lebt daher unter Polizeischutz, muss bei allen Auftritten und Reisen von Carabinieri begleitet werden.

Geld für Schulprojekte

Der Aschaffenburger Mutig-Preis zeichnet seit 2004 Menschen und Institutionen aus, die sich couragiert für ihre Ideale einsetzen und sich davon auch durch persönliche Nachteile nicht abschrecken lassen. Der Preis ist undotiert. Die Stiftung "Jugend mit Zukunft" aus Aschaffenburg übergab an den Preisträger allerdings eine Spende in Höhe von 10.000 Euro für seine Schulprojekte in Italien.

Für Luigi Ciotti ist es bereits die zweite Auszeichnung, die er in Deutschland erhält. Im vergangenen Jahr hat er bereits den Mietek-Pemper-Preis der Universität Augsburg für Versöhnung und Völkerverständigung bekommen.