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Landesgartenschau Was bleibt, wenn die Gärtner gehen?

Kommende Woche startet die Landesgartenschau in Würzburg. Ein aufwändiges Projekt, das vor allem auch unter dem Aspekt Nachhaltigkeit geplant und umgesetzt wird. Aber was bleibt wirklich, wenn eine Landesgartenschau vorbei ist?

Stand: 06.04.2018

Kleine Gartenschau Kitzingen | Bild: dpa Picture-Alliance Karl-Josef Hildenbrand

2011 war Kitzingen Schauplatz für die Kleine Gartenschau. Dafür wird im Stadtteil Etwashausen der gesamte Bereich am Mainufer für 4,7 Millionen Euro komplett neu gestaltet. Auf über einem Kilometer Länge fallen 100 alte Bäume, das ist ein Riesen-Aufreger. 240 neue Bäume werden dafür gepflanzt. Mit 200.000 Besuchern rechnen die Macher - am Ende sind es 315.000 Besucher.  Die Erwartungen werden bei weitem übertroffen. Ein Wahnsinnserfolg. Und was ist geblieben von der Landesgartenschau in Kitzingen? Ein wunderschönes Gelände am Main. Wo vorher ein Parkplatz am Mainufer war, eingewachsen mit Büschen und Bäumen, gibt es nun Stufen hinunter zum Wasser, große Liegestühle und einen Spielplatz. Ein Gelände also, auf dem auch in diesem Sommer Konzerte stattfinden. La Brass Banda zum Beispiel. Und: die alte Mainbrücke ist seit der Landesgartenschau für Autos gesperrt.

Bayerische Gartenschau in Alzenau

Zwei große Parkanlagen entlang des Flüsschens Kahl am Rand der Innenstadt sind im Rahmen der Bayerischen Gartenschau "Natur in Alzenau" 2015 entstanden. Und sie ziehen nach wie vor viele große und kleine Besucher an, sagt Michael Neumann, der Geschäftsführer der Gartenschau war und heute die städtische Umweltabteilung leitet. Im Energiepark unterhalb der Schulen werden die kreativen Wasserspielplätze rege genutzt – und auch der Aussichtssteg mit Blick über die renaturierte Kahlaue ist ein Erbe der Gartenschau. Im Generationenpark betreiben die Winzer nach wie vor ihren Weinpavillon, der Bewegungsparcours ist geblieben und ein barrierefreies Kneippbecken, das Ehrenamtliche in Schuss halten. Auch die Imker haben ihre Bienen auf dem früheren Gartenschaugelände gelassen und betreiben Umweltbildung für Kinder und Jugendliche. Außerdem unterstützt ein Förderkreis die Stadt dabei, das grüne Erbe der Gartenschau zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Kleine Landesgartenschau in Arnstein

1997 grünt und blüht es in Arnstein. Rund zwei Monate lang können Gäste hier die kleine Landesgartenschau genießen. Gut 100 000 Besucher tun das auch – wesentlich mehr, als im Vorfeld erwartet. 8 Millionen DM-Mark hat das seinerzeit gekostet, davon musste die Stadt Arnstein 3 Millionen selbst aufbringen. „Gut investiertes Geld“, sagt der damalige Bürgermeister Roland Metz heute. Das markanteste Projekt von damals, das bis heute das Stadtleben prägt, ist sicher der Naturbade-See, der inzwischen von vielen Kommunen kopiert worden ist. Ein weiterer nachhaltiger Beitrag der kleinen Gartenschau ist das seinerzeit massiv ausgebaute Radwege-Netz von der Kernstadt in die Ortsteile und die Anbindung an den überregionalen Werntal-Radweg. Und nicht zuletzt etliche Kinderspielplätze, die seinerzeit angelegt wurden – auch sie haben die Jahre überdauert.

Landesgartenschau 1990 in Würzburg

Die Landesgartenschau von 1990 in Würzburg.  Mit ihr wurde Wildwuchs in den Burggräben rund um die Festung beseitigt.  Zwischen winkeligen Mauerzügen entstand damit die erste große Parkanlage links des Mains. Eine Rekordzahl von  2,5 Millionen Besuchern hat das 1990 angezogen und bis heute entfaltet das 14 Hektar große Gelände  Magnetwirkung auf Spaziergänger, Erholungssuchende und Touristen. Sämtliche Partnerstädte von Würzburg haben dazu mit Gartenkunst aus 4 Kontinenten beigetragen. Und einen weitläufigen Wasserspielplatz haben unzählige Kinder so stark genutzt, dass er vor Beginn der warmen Jahreszeit jetzt erst einmal gründlich instand gesetzt wird.


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Bernhard, Sonntag, 08.April, 10:16 Uhr

1. Was bleibt, wenn die Gärtner gehen?

Eine ganz einfache Antwort auf die Frage was bleibt, wenn die Gärtner gehen.
Unkraut,was denn sonst. Es gibt außerdem Hartz- 4- Empfänger, die könnten sich auch mal bücken.