42

Unterfranken Jakobskreuzkraut: Landwirte und Imker schlagen Alarm

Landwirte und Imker in Unterfranken warnen vor dem giftigen Jakobskreuzkraut. Die gelbe Pflanze tritt momentan vermehrt auf und ist mittlerweile nicht mehr nur eine Gefahr für Pferde und Rinder.

Stand: 11.07.2018

Das gelbblühende und giftige Kraut verbreitet sich aktuell stark in Unterfranken. Die Ursache für die Probleme mit dem Jakobskreuzkraut sieht Pferdezüchter Jochen Herberich hauptsächlich im "Straßenbegleitgrün": An ungepflegten Straßen würden diese Pflanzen vermehrt wachsen und dadurch Tiere und Weideflächen gefährden.

"Wir appellieren schon seit rund zehn Jahren. Hier ist auch die Politik gefragt, weil durch die Extensivierungsmaßnahmen im Straßenbegleitgrün eigentlich das Problem bei uns erst begonnen hat."

Jochen Herberich, Pferdezüchter im Nebenerwerb

Das Gift des Jakobskreuzkrauts verursacht bei Pferden, Rindern und Schafen schwere Leberschäden. Besonders problematisch sei, dass die Giftstoffe im Heu oder in der Silage genauso wirksam bleiben.

Erste Spuren des Giftes in Lebensmitteln

Doch die Gefahr vom Jakobskreuzkraut geht über die Tierzucht hinaus. Mittlerweile sind auch Imker betroffen. Noch seien die meisten Produkte aber unbedenklich, sagt Matthias Weidel, Kreisvorsitzender der Miltenberger Imker. Laut Michael Rossmann, Geschäftsführer Bayerischer Bauernverband Aschaffenburg, gebe es mitterweile aber schon Lebensmittel, in denen starke Spuren des Giftes zu finden seien.

"Bislang war das ein Problem der Landwirte, hauptsächlich der Pferdehalter, Rinderhalter und Schafhalter. Aber nach den neusten Erkenntnissen findet man auch schon die entsprechenden Spuren, die hochgiftig sind, auch in Lebensmitteln."

Michael Rossmann, Geschäftsführer Bayerischer Bauernverband Aschaffenburg

Maßnahmen gegen das Jakobskreuzkraut

Wer die Pflanze in seinem Garten entdeckt, sollte sie mitsamt der Wurzel entfernen und anschließend entweder verbrennen oder im Hausmüll entsorgen. Besonders in der Nähe von Nutz- und Weideflächen stellt das Kraut eine große Gefahr dar. Herbizide und Maßnahmen wie regelmäßiges Mähen und Düngen helfen dabei, das Kraut zurückzudrängen.


42

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Peter, Sonntag, 15.Juli, 22:53 Uhr

7. Jakobskreuzkraut

Hier muß sich unser Landwirtschaftministerium stark machen.
Die Verseuchung guter Wiesen geht immer weiter.
Jeder Straßenwärter sollte mit einer Spritze bewaffnet sein und jede sichtbare Pflanze z.B. Mit Simplex einsprühen.
Die einzig wirksame Methode, aber bevor kein Mensch zu Schaden gekommen ist, wird sich bei unserem Politik - Kasperletheater nicht tun.

Moni, Freitag, 13.Juli, 21:23 Uhr

6. JKK und Behörden

Lezte Woche erst, habe ich mit vielen Personen darüber gesprochen und appelliert, dass es bei uns im Landkreis Kitzingen auch sehr stark zunimmt. Ich habe mich erkundigen wollen, ob es Unterstützung bei der Beseitigung gibt. Ich sprach im Landratsamt mit der Abfall Behörde, dem Landschaftspflegeverband, der Naturschutz Behörde und dem Kompostwerk. Leider möchte uns vom VFD (Verband der Freizeitreiter Deutschland ) keiner unterstützen. Lediglich Aufklärung wurde uns angebotenen ( dass die Pflanze eine wichtige Insekten Pflanze ist ) von seiten des Naturschutzes. Ich finde es ist noch Aufklärung bei den Behörden nötig.

Jutta Leitherer, Donnerstag, 12.Juli, 16:32 Uhr

5. Jakobskreuzkraut

Leider scheinen auch manche Landwirte das Kraut nicht zu kennen, da sie nichts unternehmen, um gegen die Vermehrung auf ihren Wiesen vorzugehen, und vielmehr noch das Heu mit Kreuzkraut an Tierhalter verkaufen!!!

Paul Kirchhoff, Donnerstag, 12.Juli, 07:20 Uhr

4. Jakobskreuzkraut

Dann sollte der von Ihnen zitierte Herr Rossmann alles daran setzten, dass speziell seine örtlichen Landwirte alles daran setzen, dieser Pflanze den Garaus zu machen !

websaurier, Mittwoch, 11.Juli, 15:34 Uhr

3. Na das ist doch prima...

..jetzt gibt es einen weiteren "drifitgen" Grund, hier wieder Gift zu versprühen !
Am besten gleich großflächig, unsere "Landwirte" unterstützen gerne tatkräftig....

  • Antwort von renate, Mittwoch, 11.Juli, 20:48 Uhr

    Herzliche Einladung zum Jakobskrauttziehen, es gibt viel zu tun packen wir es an.