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Karlstadt (Lkr. Main-Spessart) Initiative für Mehrgenerationenhaus im Kreis Main-Spessart gestartet

Mehrere Generationen unter einem Dach. Solche Wohnprojekte sollen im Landkreis Main-Spessart entstehen. Rund 30 Interessierte aus Karlstadt, Zellingen, Karlburg, Gemünden, Wiesenfeld und Bergrothenfels haben sich zu einem ersten Stammtisch getroffen.

Von: Sylvia Schubart-Arand

Stand: 14.06.2018

Mehrgenerationenwohnen im Landkreis Main-Spessart: Sozialpädagogin Sabine Helfrich und Regionalmanagerin Saskia Nikolai  | Bild: BR-Mainfranken/Sylvia Schubart-Arand

Die Initiative für das generationsübergreifende Wohnprojekt hat die Sozialpädagogin Sabine Helfrich ins Leben gerufen. Unterstützung erhielt sie vom Regionalmanagement des Landkreises Main-Spessart. Rund 30 Interessenten aus Karlstadt, aber auch Zellingen, Karlburg, Gemünden, Wiesenfeld oder Bergrothenfels waren gekommen, um mehr über das Projekt zu erfahren. Vorausgegangen war der Besuch eines Wohnprojekts in Oberdürrbach im Landkreis Würzburg. In drei Häusern leben hier bereits mehrere Generationen unter einem Dach. Die Menschen verteilen sich insgesamt auf 16 Wohnungen. Den Garten und eine Gästewohnung nutzen die Bewohner gemeinschaftlich.

Wünsche der Bewohner abfragen

Bis zum nächsten Stammtisch am 17. Juli (nach der Fußball-WM) will die Initiatorin Helfrich mit Hilfe eines Fragebogens herausfinden, was für den Einzelnen wichtige ist: Wie wichtig ist den Interessierten der Standort des Mehrgenerationenhaus? Ist ein eigener Garten gewünscht oder nicht? Wie könnte die Organisations- und die Rechtsform für das Wohnprojekt aussehen? Die Sozialpädagogin freut sich über weitere Interessenten. Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie hier.


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Norbert Hölter, Freitag, 15.Juni, 09:46 Uhr

1. Gedanken zum Thema

Vor dem Hintergrund, dass es in Deutschland 41% Single-Haushalte gibt, ist diese Wohnform unbedingt zu favorisieren. Medizinisch erwiesen ist, dass allein sein krank macht. In einem Mehrgenerationenhaus kann durch ein Zusammenleben von Alt / Jung eine Win-Win Situation entstehen. Die "Alten" geben ihr Wissen weiter, die "Jungen" profitieren davon und geben Hilfestellungen wie z.B. beim Einkaufen, Spazieren gehen, Begleitdiensten zu Veranstaltungen und Arztbesuchen. Wichtig ist es aber Rückzugsräume in Form einer eigenen abgeschlossenen Wohnung zu haben. Gerade die jüngeren Menschen, die noch im Berufsleben stehen, wollen nicht immer für jeden und Alles dasein. Eine gesunde Mischung aus freiwilligen Dienstleistungen, Empathie und sozialer Verantwortung seinen Mitbewohnern gegenüber wäre durchaus wünschenswert. Auch ich (59 Jahre alt) habe mir schon mehrfach Gedanken über diese Wohnform gemacht. Dieses Thema interessiert, werde es weiter verfolgen.

  • Antwort von Polly, Freitag, 15.Juni, 13:37 Uhr

    Herr Hölter, ich weiß nicht, wo Sie ihre fundierten medizinischen Erkenntnisse her haben, es mag auch sein, dass "einsam" sein, also als negativ und belastend empfundenes allein sein krank macht. In meinem beruflichen und privaten Umfeld sind die überzeugten Singles auf jeden Fall die gesündesten und belastbarsten. Krank und angegriffen sind die, die ständig Familie und Job unter einen Hut bringen wollen, die Paar- und Erziehungsstress haben, Trennungen und Scheidungszoff bewältigen müssen, sich um Angehörige kümmern müssen, ...
    Mich persönlich macht es krank, wenn ich die ganze Nacht kein Auge zubringe, weil die Nachbarskinder schreien und ich um spätestens sechs zur Arbeit fahren muss, ebenso, wenn ich Urlaub habe und nicht ausschlafen kann (unersetzlicher, absoluter Erholungsfaktor und Urlaubsqualitätsmerkmal Nr. 1), weil die Kids schon in aller Hergottsfrühe (ab 7 Uhr) durch den Garten toben(!), damit sie vor der Nachmittagshitze k.o. sind, und sie dann im Pool herumkreischen.

  • Antwort von Unterfranke, Samstag, 16.Juni, 07:52 Uhr

    Ich weiß auch nicht, woher diese romantische Mehrgenerationenvorstellung kommt!
    Ich bin auch in einem "Mehrgenerationenhaus" aufgewachsen: Wir Kinder, die Eltern, die Großeltern und sogar noch ein Wohnrecht-Onkel.
    Das, was @Polly beschreibt, war früher das absolute Gegenteil. Ich kann mich nicht erinnern, wann wir Kinder mal nicht auf Zehenspitzen durchs Haus gehen hätten müssen (und trotzdem haben wir ständig eine gescheuert bekommen, weil wir zu laut gewesen wären): Die Schichtarbeit des Onkels war grundsätzlich heilig, da musste Rücksicht auf Schlafenszeiten genommen werden, auch auf die zu unterschiedlichen Zeiten stattfindenden Mittags- und Nachmittagsschläfchen der Großeltern und dann wurden die Großeltern der Reihe nach krank. Über allem ständig die Gereiztheit meiner Eltern, denen die Situation auch auf die Nerven ging, die sich gegenseitig die Schuld und Verantwortung zuschoben und den Ärger an uns Kindern ausließen.
    Habe es genossen, mit 18 ausziehen zu können!