Bürger informieren sich Infoveranstaltung in Karlstadt zu SuedLink schwach besucht

Über den Planungsstand der umstrittenen Gleichstromtrasse Suedlink haben sich Bürger im Rathaus in Karlstadt informiert. Experten klärten über das Vorhaben auf. Das Interesse war jedoch gering.

Von: Sylvia Schubart-Arand

Stand: 12.06.2018

Infoveranstaltung in Karlstadt zu SuedLink | Bild: BR-Studio Mainfranken/Sylvia Schubart-Arand

Seitdem bekannt ist, dass die Gleichstromtrasse nicht über bis zu 75 Meter hohe Masten, sondern 1,6 Meter unter der Erde verlegt werden soll, hat sich der lautstarke Protest entlang der potenziellen Trassenkorridore weitgehend gelegt. Es gibt aber immer noch besorgte Bürger, vor allem Landwirte. Manche befürchten, dass mit der Wärmeentwicklung Böden austrocknen könnten. Seit den letzten Informationen zu dem Thema Erdkabel und wie und wo es verlegt wird, sind im Landkreis Main-Spessart neue Varianten hinzukommen. Arnsteins Bürgermeisterin Anna Stolz (Freie Wähler) sagt heute: Wir müssen auf jeden Fall die Sorgen unserer Bürger ernst nehmen. Ihr Retzstadter Kollege Karl Gerhard (CSU) hat für seine Gemeinde noch einen Alternativvorschlag eingebracht. Dieser werde nun auch geprüft.

Landwirte sorgen sich um Wasserhaushalt

Für den Vorhabenträger TenneT steht das zu prüfenden Korridornetz von Nord- nach Süddeutschland fest. Der Netzbetreiber will im Grunde zwei Trassen vom Norden Deutschlands nach Bayern und Baden-Württemberg legen. Von Wilster bei Hamburg bis Grafenrheinfeld und von Brunsbüttel bis Großgartach in Baden-Württemberg. Werden beide Leitungen nebeneinander gebaut, soll die Trasse etwa 30 Meter breit werden. Bäume mit tiefen Wurzeln sollen nicht mehr angepflanzt werden dürfen, um die Leitungen nicht zu beschädigen. Ackerbau soll aber möglich sein.

Bundesnetzagentur entscheidet über Korridorverlauf

Außerdem weiß TenneT, was noch vorgelegt werden muss: Umweltbericht, der artenschutzrechtliche Prüfbericht, die Verträglichkeitsprüfung für die Natura 2000-Gebiete. TenneT gibt einen Vorschlag für den Korridor ab, entscheiden wird die Netzagentur, wo später einmal genau der 30 Meter breite SuedLink im Korridor verlaufen wird. Fakt ist: Die Rhön soll umgangen werden. Zwei große mögliche Trassenkorridore gibt es. Einer verläuft westlich von Bad Brückenau in Richtung Süden, der zweite kommt von Thüringen ins Streutal. Eine zweite Infoveranstaltung fand am Dienstag (12.06.18) in Heustreu im Landkreis Rhön-Grabfeld statt. Weiter Infoveranstaltungen sind in Oberthulba, in Giebelstadt und Schweinfurt geplant.