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Nach 101 Jahren Neue Glocke für Fuchsstadt

Die Einwohner von Fuchsstadt haben mitten im Ort hautnah erleben können, wie die neue Glocke für ihre Kohlbergkapelle entstand. Glockengießer Peter Glasbrenner hatte Form und Schmelzofen mitgebracht. Die alte Glocke wurde nach 101 Jahren abgehängt.

Von: Frank Breitenstein

Stand: 10.09.2018

Gut 100 Menschen waren am Sonntag zum Frühschoppen gekommen, um die neue Glocke zu ersten Mal zu sehen und natürlich zu hören. Zuletzt wurde vor fast 300 Jahren in Fuchsstadt eine Glocke gegossen. Unter den gespannten Blicken der Dorfbewohner befreite Glasbrenner die Glocke mit der Flex von überflüssigen Bronzezapfen, die sich beim Guss gebildet haben. Samt Form und Schmelzofen war er am Samstag eigens aus Schwäbisch Hall nach Fuchsstadt gekommen. Bürgermeister Peter Hart assistierte dem Glockengießer als Staplerfahrer. Er hob den 65 Kilo schweren Klangkörper mit dem Stapler an.

Gelungener Guss

Glockengießer Glasbrenner mit Glocke

"Das das Schriftbild so schön herausgekommen ist, das gefällt mir sehr gut. Es ist nicht immer selbstverständlich!", äußerte sich der Glockengießer zufrieden. "Pacem in Terris" ist auf der Außenseite der Glocke zu lesen. Eine Friedensglocke soll sie sein – wie es schon eine in Fuchsstadt gab. Nur dass die wie so viele im Zweiten Weltkrieg als Rüstungsmaterial endete. Initiator Michael Stöth hat die Glockengieß-Aktion ins Rollen gebracht. Die 7.500 Euro wurden komplett durch Spenden aus der Bevölkerung gedeckt. Für ihn war die Kohlenbergkapelle aber schon immer mehr als ein beliebter Aussichtspunkt über das Saaletal.

"Das kennt man seit seiner Kindheit, dass die Kohlenbergglocke läutet. Vor zwei Jahren hat man gemerkt, dass die Glocke immer schwächer klingt und heuer im Frühjahr klang sie dann eher wie ein Blechdeckel!"

Michael Stöth


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