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Markt zwischen Kunstbuch und Comic Neuer Trend: Bilderbücher für Erwachsene

Bilderbücher für Erwachsene sind im Kommen. Gleichwohl hat es dieses Genre noch schwer. In Deutschland gibt es ein paar Verlage, die sich trauen, solche Bücher herauszugeben.

Stand: 29.11.2017

Claudia Maria Pecher – tätig am Institut für Jugendbuchforschung der Universität Frankfurt und an der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur in Volkach – beschäftigt sich mit Bilderbüchern für Erwachsene. Das Bilderbuch habe sich schon seit jeher an Kinder und Erwachsene gleichermaßen gerichtet, stellt sie fest und fährt fort:

"Seit den 1980er und 1990er Jahren tut sich eine Entwicklung auf dem Bilderbuchmarkt auf, die sehr stark von der Postmoderne beeinflusst ist. Das heißt, man versucht Themen auf dem Markt zu etablieren, die vorher in Bilderbüchern weniger vertreten waren. Es hat zum Beispiel mit dem Thema Tod angefangen."

Jugendbuchexpertin Claudia Maria Pecher

Inzwischen wagen sich Illustratoren an abstrakte, schwierige Themen heran und haben damit im kleinen Genre der Erwachsenen-Bilderbücher Erfolg. Der Markt, der sich laut Pecher zwischen Kunstbuch und Bilderbuch-Comic positioniert habe, wächst stetig.

Würzburger Buchhändler: Nachfrage nach Bilderbüchern für Erwachsene gestiegen

Dass Erwachsene sich immer stärker für Bilderbücher interessieren, hat auch die Würzburger Buchhändlerin Ulla Rottmann festgestellt: "Wir fanden den Jacobi und Stuard Verlag ganz toll. Die machen wirklich sehr schöne Bücher. Und weil sie im Regal oft untergehen, haben wir gedacht, wir machen einfach einmal ein großes Schaufenster. Es ist auch sehr gut angenommen worden: Sehr viele Leute haben Einzeltitel angeschaut und gekauft."

In anderen Buchhandlungen wird bei Bilderbüchern nicht nach Altersgruppen unterschieden: "Bei uns sind die bei den Kinderbüchern mit dabei – weil einfach die Schnittkante so fließend ist", berichtet etwa der Würzburger Buchhändler Kai Uwe Hampel.


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