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Nachhaltigkeit Bayerischer Klimapreis für Fränkischen Weinbau

Große Ehre für zwei Weinbau-Projekte aus Unterfranken: In München werden das Würzburger Weingut am Stein und das Volkacher Vinaqua-Projekt mit dem Bayerischen Klimapreis ausgezeichnet. Beide Konzepte legen großen Wert auf Nachhaltigkeit.

Stand: 09.08.2018

Wasser schießt aus der Düse einer Bewässerungsanlage in einem Weinberg bei Escherndorf (Bayern).  | Bild: picture-alliance/dpa

Mit dem Klimapreis ehrt das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Projekte mit Pilotcharakter, die anderen Betrieben als Anregung dienen sollen. 

Projekt fördert auch Biodiversität

So will das Würzburger Weingut am Stein langfristig unabhängig von fossilen Brennstoffen sein und den Wasserverbrauch senken. Um das zu erreichen, hat Ludwig Knoll unter anderem Saug- und Schluckbrunnen sowie Wärmepumpen errichtet. Mit ihrer Hilfe wird die thermische Energie des Grundwassers genutzt. Die so erzeugte Wärme deckt den gesamten Heizbedarf im Weingut, das heruntergekühlte Grundwasser kühlt die Produktionsstätten und Gebäude.

Auch in der Bewirtschaftung setzt das Weingut am Stein auf Nachhaltigkeit: Zwergschafe statt Herbizide, biodynamische Wirtschaftsweise und der Einsatz von leichten aber steigfähigen Maschinen fördern die Biodiversität im Weinberg.

"Damit werden zwei Vorzeigeprojekte des fränkischen Weinbaus geehrt, die besonderen Wert auf Nachhaltigkeit legen. Es ist uns Zukunftsaufgabe, im regenarmen Franken auf den Klimawandel zu reagieren und unsere Weinberge ressourcenschonend zu bewässern. Denn die Bewässerung ist die Grundlage für die Biodiversität in den Weinbergen. Beide Preisträger zeigen vorbildlich, wie der Weinbau sich an das wechselnde Klima anpasst und zu einem besseren Klimaschutz beiträgt."

Artur Steinmann, Präsident des Fränkischen Weinbauverbands

Regenwasser wird im Winter gesammelt

Das Vinaqua-Projekt in Volkach bewässert die Weinberge in der Steillage Volkacher Ratsherr, ohne dabei Grundwasser zu entnehmen. Vor allem im Winter wird Oberflächenwasser gesammelt und zwei Becken gepumpt. Von dort gelangt das Wasser in die Weinberge, wo aktuell 30 Hektar von der Tröpfchen-Bewässerung profitieren. Insgesamt können so 100 Hektar bewässert werden. Diese Methode hilft, Bodenerosionen zu verhindern und reduziert Nitrat im Grundwasser.


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Christian Lösch, Donnerstag, 09.August, 16:05 Uhr

3. Bewässerung der Weinberge

Für das Erzielen eines optimalen Ertrags (hohe Weinmenge mit idealem Zuckergehalt) ist eine Bewässerung in manchen Jahren sicher hilfreich - aber die allermeisten fränkischen Winzer verzichten immer noch darauf. Muss es denn in jedem Jahr einen Spitzenertrag geben? Die wirklich schlimmen Dürrejahre 1947, 1959 und 1976 haben die Winzer ja auch überstanden!

Rosl, Donnerstag, 09.August, 15:02 Uhr

2. Raffinierte Propaganda

"Das Vinaqua-Projekt in Volkach bewässert die Weinberge in der Steillage Volkacher Ratsherr, ohne dabei Grundwasser zu entnehmen. Vor allem im Winter wird Oberflächenwasser gesammelt und zwei Becken gepumpt."

O wie raffiniert! Das Regenwasser ("Oberflächenwasser") gelangt gar nicht in das Grundwasser und damit in den Kreislauf ("ohne dabei Grundwasser zu entnehmen"), man muß kein Wasser kaufen, verkauft das Ganze als umweltfreundlich und bekommt dafür auch noch einen Preis. Da lacht doch der Geldbeutel und das Wasserwerk weint, weil weniger Wasser in das System eingeleitet wird.
Oder woher soll denn sonst das Grundwasser kommen, das fällt nämlich vorher als Regen vom Himmel.

Raymond, Donnerstag, 09.August, 12:20 Uhr

1. interessantes Bild zu diesem Thema

Regenwasser sammeln , sicher gut , die Beregnung aller Weinberge nur in diesem Bereich , wuerde Unmengen an Wasser benoetigen , mit dem gesammelten Wasser waere es sicher nicht getan , von den Kosten mal ganz abgesehen ...
aber zumindest die Idee finde ich gut ..