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TV- und Radio-Empfang Bayern stellt um - digitales Kabelsignal ersetzt analoges

Bald ist Schluss mit Fernsehen und Radio über das analoge Kabel. Denn im Freistaat schreibt das Bayerische Mediengesetz vor, dass spätestens Ende 2018 Schluss ist mit dem Analogempfang im Kabel. Am Dienstag ging es damit in Teilen Niederbayerns los.

Von: Alex Brutscher

Stand: 09.01.2018

Altes Fernsehgerät hat auf dem Bildschirm "Kein Empfang" | Bild: BR

Das Bayerische Mediengesetz schreibt vor, dass bis Ende 2018 der Analogempfang im Kabel abgeschaltet werden soll. Das Vodafone-Kabelnetz Landshut-Dingolfing hat den Anfang gemacht. Hier wurde das analoge Kabelsignal in 56.000 Haushalten bereits abgeschaltet. BR-Reporter Andreas Mack hat Dienstagfrüh in Landshut den Test an seiner Stereoanlage gemacht, die an einer analogen Radiobuchse angeschlossen war:

"Die Sender hier werden über das Kabelnetz eingespeist. Oder besser: wurden. Denn ich hab wie gewohnt Bayern1 eingestellt und dann: Stille. An der Buchse liegt nämlich kein analoges UKW-Signal mehr an. Im Gegensatz zum billigen, guten, alten Küchenradio mit Wurfantenne. Das läuft noch einwandfrei. Dann hab ich den Fernseher in meinem Gästezimmer eingeschaltet, das ist ein altes Gerät, das noch direkt an der Kabelbuchse hängt. Zu sehen: nur noch Schneegriesel auf allen Kanälen. Also auch da geht nichts mehr. Nicht weil der Fernseher kaputt wäre, sondern weil Vodafone das analoge Kabelsignal abgeschaltet hat."

Andreas Mack, BR-Reporter

Vodafone kündigt "Volldigitalisierung" an

Der Digitalumstieg soll so vorab getestet werden. Denn Vodafone hat die "Volldigitalisierung", also die Analogabschaltung für den Großteil der eigenen Netze angekündigt. Ab Sommer dieses Jahres soll es soweit sein. Dann sind analoges Fernsehen und analoges Radio nicht mehr im Vodafone-Kabelnetz verfügbar. Damit soll laut des Anbieters das Kabelnetz für das Gigabit-Zeitalter bereit gemacht werden. Die dafür nötigen Netz-Kapazitäten gewinnt Vodafone durch die Abschaltung der analogen TV-Sender. Ingrid Mitterhummer ist die Leiterin der technischen Information beim Bayerischen Rundfunk. Laut Mitterhummer ist das Vodafone-Pilotprojekt in Landshut/Dingolfing erst der Anfang:

"Das Ganze wird 2018 dann in ganz Bayern bei allen Kabelnetzen durchgeführt. Die Kabelnetzbetreiber werden die analoge Signalverbreitung einstellen und Kunden, die noch analog Fernsehen oder Radio hören, die müssen dann auch umstellen auf Digitalempfang."

Ingrid Mitterhummer, Leiterin der technischen Information beim BR

Bayern: 17 Prozent sehen noch analog fern

Etwa 17 Prozent der Kabel-Haushalte sehen in Bayern noch analog fern. Diese Kunden brauchen dann zum Beispiel einen Digital-Receiver mit dem Programme auch in besserer Empfangsqualität zu sehen sind. So einen nutzen bereits die meisten Kunden. Zum Empfang von Radioprogrammen gibt es ebenfalls Alternativen: Nämlich terrestrisches UKW oder DAB+ über Antenne, Digitalkabel, Internet oder Satellit. Daniel Maier von der Elektronik-Firma Efa und Käufl in Landshut hat in den vergangenen Tagen wegen der Abschaltung gut zu tun:

"Gerade vor der Umstellung die letzten zwei Wochen war ein sehr hoher Andrang von Kunden, um die Umstellung gut zu überstehen. Gerade jetzt nach der Umstellung gibt's doch noch den ein oder anderen, der merkt, dass das Fernsehbild weg ist und jetzt handelt."

Daniel Meier, Efa und Käufl

Als nächstes soll dann Mitte Mai das Vodafone-Kabelnetz im Raum Nürnberg umgestellt werden. Auch andere Netzbetreiber informieren ihre Kunden bereits von ihren Planungen zu bevorstehenden Umstellungen oder haben schon umgestellt.


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Hörer, Freitag, 12.Januar, 08:20 Uhr

8. HiFi / UKW

Das bedeutet also im Klartext: Hunderttausende Kabel-Radiohörer können ihre guten HiFi-Tuner sozusagen demnächst in die Tonne treten. Herzlichen Dank!
Terrestrischen UKW-Funk wird es auch bald nicht mehr geben.

Heinrich, Mittwoch, 10.Januar, 01:25 Uhr

7. Voll gar nichts

Ich habe einen Kabelanschluss am Haus. Aber Vodafone schafft es nicht, mir einen Kabelanschluss bereit zu stellen. Egal, ob analog oder digital, diese Firma will nicht. Meine Vermutung ist, dass ich als bisher einziger Interessent zu teuer bin. Von wegen flächendeckende Versorgung der Bürger. Während in den Zentren wahre Preisschlachten stattfinden, sind wir am Land von fast allem abgeschnitten, und die Leistungen, die angeboten werden, sind teurer als in der Stadt.

Tobias Müller , Dienstag, 09.Januar, 23:30 Uhr

6. Abschaltung

AbschaltungWann ist in Mertingen die Abschaltung für das analoge ist da Radio auch betroffen wie kann ich dann Radio empfangen

  • Antwort von Techinfo, Donnerstag, 11.Januar, 10:22 Uhr

    Vodafone Kabel Deutschland veröffentlicht die eigenen Umstellungstermine nach Regionen unter https://kabel.vodafone.de/hilfe_und_service/umschalten_auf_zukunft

    Sie haben verschiedene Optionen, um weiter Radiohören zu können, siehe auch https://www.br.de/unternehmen/inhalt/technik/rundfunktechnik-kabel-analog-100.html

100 % Erneuerbare, Dienstag, 09.Januar, 22:20 Uhr

5. UKW-Tuner

Was passiert dann mit den UKW-Tunern, welche man als Sammelstücke zu Hause besitzt? Diese hochwertigen Geräte sind dann wohl nur noch Anschauungsobjekte? Ich genieße Radio über Antenne zu hören. Pfeif auf die Digitalisierung, die CD hatte damals auch Rauschfreiheit gebracht, aber dem Klang fehlt die Wärme der legendären Schallplatte.

Suse, Dienstag, 09.Januar, 21:51 Uhr

4. Danke

Danke. 56000 Haushalt dürfen sich nun neue Endgeräte oder digitale Receiver kaufen. Haufen an Elektroschrott. Schön, dass man einfach vor vollendete Tatsachen gestellt wird.