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Der väterliche Kapitän "Traumschiff"-Star Siegfried Rauch ist gestorben

14 Jahre stand Siegfried Rauch auf der Kommandobrücke des "Traumschiffes" und wurde so einem Millionenpublikum bekannt. Aber auch als Dr. Roman Melchinger sah man ihn noch bis ins hohe Alter in der "Der Bergdoktor" im ZDF. Nun ist Siegfried Rauch im Alter von 85 Jahren an seinem Wohnort südlich von München gestorben.

Stand: 12.03.2018

Siegfried Rauch, winkend und lächelnd | Bild: dpa-Bildfunk/Tobias Hase

Wenn Siegfried Rauch über sein Leben sprach, klang das meist pragmatisch: Als er sein Studium der Architektur in München abbrechen wollte, hielt ihn das gute und günstige Mensaessen an der Uni, erzählte er kurz vor seinem 85. Geburtstag. Also studierte er einfach etwas anderes und kam so über Umwege zur Schauspielerei.

14 Jahre steuerte Siegfried Rauch das "Traumschiff"

Nicht zuletzt die 14 Jahre auf der Kommandobrücke des ZDF-"Traumschiffs" machten ihn dann zu einem der beliebtesten deutschen Schauspieler. Pragmatisch war Rauch auch, wenn es um das Leben und den Tod ging. Das Schicksal habe alles in der Hand, da sei er sich sicher. Und auch, dass es da "irgendetwas zwischen Himmel und Erde" gebe, "was wir nicht so ganz begreifen können", war für ihn ausgemacht.

Ländliche Idylle südlich von München

Überraschen lassen wollte er sich aber nicht von diesen Kräften und suchte sich daher schon vor vielen Jahren einen schönen Platz auf dem Friedhof aus – mit Alpenblick. Am Sonntagabend ist Rauch im Alter von 85 Jahren nach Angaben seines Managers bei einem Treppensturz in seinem Wohnort Untersöchering südlich von München gestorben.

Als Jakob Paulsen - "der väterliche Kapitän"

Die Rolle des "Traumschiff"-Kapitäns Jakob Paulsen hat das Leben des Bayern besonders geprägt und wohl auch am besten zu ihm gepasst. Kapitän Paulsen hatte eigentlich nie schlechte Laune, unfreundlich war er auch nie, hilfsbereit und herzlich dagegen immer. Die Uniform adrett und blendend weiß, dazu dieses vertrauenswürdige Lächeln – diesen Blick hat Rauch nie verlernt. "Ein Kapitän muss etwas Väterliches haben", hat Rauch einmal gesagt - und mit seiner Ruhe und Gelassenheit das auch ausgestrahlt.

Rennfahrer - in "Le Mans" mit Steve McQueen

Anfang der 1970er Jahre gelang ihm der schauspielerische Durchbruch: 1971 spielte er im Klassiker "Le Mans" an der Seite seines guten Freundes Steve McQueen einen Rennfahrer und überzeugte dabei ohne viele Worte. Der Sprung nach Hollywood wäre möglich gewesen, doch die bayerische Heimat war Rauch wichtiger als das große Geld in Amerika.

Siegfried Rauch lebte in einem Bauernhaus

In der ländlichen Idylle mit Blick auf die Alpen fühlte er sich wohl, seit 1973 lebte er in einem Bauernhaus in der Nähe von Murnau. "Wenn ich arbeite, muss ich glücklich sein, und das kann ich nur in meinem Bauernhaus in Bayern und mit meiner Familie", sagte er einmal in einem Interview. Statt auf den Kinoleinwänden war Rauch immer öfter im Fernsehen zu sehen. So jagte er etwa in der Familienserie "Es muss nicht immer Kaviar sein" ab 1977 als Spion Thomas Lieven über den Fernsehschirm - und zeigte dabei seine charmante Seite.

Der Bergdoktor und die Liebeslieder

Ab 1999 war Rauch dann für 14 Jahre das Gesicht des "Traumschiffs". Bis ins hohe Alter stand er noch als Dr. Roman Melchinger in "Der Bergdoktor" vor der Kamera, 2015 veröffentlichte er ein Album mit Liebesliedern und gab noch einige kleine Konzerte. Von seinen Zuschauern wurde er für seine sanfte und bodenständige Art mit großer Beliebtheit belohnt. Ihm selbst war das eher suspekt. "Meine zwei Söhne sagen dazu immer: 'Weil du so bist, wie du bist", sagte Rauch vor seinem 85. Geburtstag - und blieb wie so oft pragmatisch: "Wieso soll ich denn auch anders sein?'"

Siegfried Rauch blieb dem Segeln am Ammersee treu

Der vom Ammersee stammende Rauch blieb dem Wasser auch nach seinem Abschied vom «Traumschiff» treu: Das Segeln wurde seine liebste Freizeitbeschäftigung, wie er in einem Interview erzählte. «Ich bin jetzt Kapitän auf meinem eigenen Segelboot.» Auch bei den Dreharbeiten habe er von seiner Seetauglichkeit profitiert. «Je mehr es auf dem Wasser wackelt und schaukelt, umso wohler fühle ich mich», erzählte er 2015.


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