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Bezirksparteitag Teamwork statt Asylstreit: Söder beschwört Einigkeit der CSU

Bei ihrem Bezirksparteitag in Irschenberg hat sich die CSU Oberbayern für den Landtags-Wahlkampf eingestimmt. Viele Delegierte äußerten sich unzufrieden wegen des Asylstreits der vergangenen Wochen. Spitzenkandidat Markus Söder versuchte, Optimismus zu verbreiten.

Von: Lell, Eva

Stand: 21.07.2018

Markus Söder (CSU, l), bayerischer Ministerpräsident, und Ilse Aigner, CSU-Bezirkschefin von Oberbayern und Verkehrsministerin von Bayern, nehmen am Bezirksparteitag der oberbayerischen CSU teil.   | Bild: dpa-Bildfunk/Sabine Dobel

Viele Delegierte kamen in Tracht zum Parteitag der Oberbayern-CSU in Irschenberg. Ministerpräsident Markus Söder im Trachtenjanker, der Einzug klassisch mit dem bayerischen Defiliermarsch.

38 Prozent in der BR-Umfrage, ein wochenlanger Asylstreit, bei dem auch Markus Söder erst den Ton verschärfte, um sich nun um einen verbindlicheren Stil zu bemühen. Blendend ist die Stimmung an der Basis nicht.

Der Stil missfällt vielen

Es sei ein wenig befremdlich, was in den letzten Monaten rüberkam, sagt ein CSU-Mitglied: "Es war immer die Frage: Wen sollst du dann wählen? Manche haben gesagt, man muss standhaft bleiben. Anderen war der Ton zu scharf."

Die CSU ist gespalten in der Asylfrage, die meiste Kritik kommt aber am Stil der Auseinandersetzung. Wichtig sei, dass man alle wieder versöhnt. "Das kann man sicher mit einer ruhigeren Tonlage besser und nicht mit einer verschärften Tonlage", betont eine Frau. Ihr gefällt der Stil von CSU-Oberbayern-Chefin Ilse Aigner sehr viel besser.

Aigner fordert Ende der Schuldzuweisungen 

Eine gewisse Nervosität ist den Delegierten auch anzumerken, was die Zusammenarbeit betrifft zwischen Bundesinnenminister und CSU Parteichef Horst Seehofer und dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. In den vergangenen Wochen gaben sie sich wechselseitig die Schuld an den schlechten Umfragewerten.

Aigner plädiert dafür, sich im Stil deutlich von der AfD abzugrenzen:

"Wir müssen Schluss machen mit Schuldzuweisungen. Einigkeit macht uns stark. Ich wünsche mir eine engagierte Debatte, aber in sachlicher Sprache, gerne auch in emphatischem Ton. Die AfD mit ihrer Hetze und ihrer Polemik ist für mich und für die CSU Oberbayern inakzeptabel."

Ilse Aigner, Vorsitzende des CSU-Bezirksverbandes Oberbayern

Basis wünscht sich bayerische Themen im Wahlkampf

An der Basis ist der Wunsch nach einer sachlichen Auseinandersetzung groß. Und danach, dass die CSU wieder mehr und vor allem bayerische Themen beackert im Wahlkampf. Dass Horst Seehofer in einem Interview mit dem Münchner Merkur noch einmal nachlegt und die Defizite des Rechtsstaats aufzeigt, findet hier wenig Verständnis.

Söder betont Zusammenhalt

Markus Söder, der bayerische Ministerpräsident und CSU-Spitzenkandidat, lobte in seiner Rede ausführlich Oberbayern. Die Asylpolitik nahm wenig Raum in der Rede ein. "Die Leute erwarten, dass wir klar handeln und aufhören, darüber zu philosophieren", sagte er.

In den Mittelpunkt stellte er seine Projekte als bayerischer Regierungschef, etwa das Familiengeld, das ab September das Betreuungsgeld ersetzen soll:

"In unserem Land lehnen wir es ab, dass der Staat entscheidet, wie Erziehung läuft. Ich finde es in Ordnung, wenn man ein Kind in Betreuung gibt. Aber es ist genauso respektabel, wenn Eltern eine Zeit zuhause bleiben. Auch das muss unterstützt, auch das muss gefördert werden."

Markus Söder, Bayerischer Ministerpräsident

Auf bayerische Themen will Markus Söder also künftig setzen und auf Teamwork, das suggeriert zumindest die Plakatwerbung. Das Wahlplakat der Oberbayern-CSU zeigt Ilse Aigner und Markus Söder Rücken und Rücken dazu der Slogan "Ein starkes Team".


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Bayern first, Samstag, 21.Juli, 15:52 Uhr

11. Reihen schließen....

Im Sturm schließt man die Reihen, das ist doch ganz normal. Frau Aigner ist für mich schon lange das Aushängeschild der CSU schlechthin. Ihre Arbeit wurde aber die letzten Jahre immer hübsch kleingeredet, und einen richtig guten PR Berater hats wohl nicht geliehen. Aber Ihre Zeit kann noch kommen. Fürs erste ist es jetzt wichtig, gemeinsam zu marschieren. Während Seehofer in Berlin die Drecksabeit macht, und endlich das wichtigste Zukunftsthema dieses Landes angeht, sollte man man sich hier nochmal ganz intensiv um die Landesthemen kümmern. Und noch mal zur Erinnerung für alle Schreihälse hier im Forum. Bayern steht sehr gut da, tilgt sogar Altschulden, je nach Kassenstand, Bayern hat die Zuwendungen aus dem Ländesfinanzausgleich gut angelegt, und die Leistungen mit Zins uns Zinses Zins wieder zurück ins System gepumpt. Bayern schützt seine Bürger vor wildem Windradwuchs und wenn der Söder mal ein bisschen Schauspielert sei im das gegönnt. Eine grüne oder rote hätte eh niemand erkannt.

Fab, Samstag, 21.Juli, 15:19 Uhr

10. Endlich stehn sie zu dem was sie sind...

...ne billige Soap.

Politi, Samstag, 21.Juli, 14:56 Uhr

9. Es ist keine Stilfrage

wenn man sich mit Orban und Fidesz gemein macht

wenn man Wohnungen dafür verscherbelt, daß es weiterhin Aufsichtsratsposten geben kann

wenn man Integration im Maßnahmenpaket einfach vergißt, weil sich das "Schlagbäume runter" leichter brüllt

wenn man Verkehrspolitik zum Schaden der Bevölkerung aber zum Wohle der spendenden Autolobby macht

wenn man die Heimat kaputt macht mit Gülle, Glyphosat und Beton

wenn man nicht in der Lage oder Willens ist, die Bevölkerung vor Salmonelleneiern zu schützen

wenn man die Energieversorgung aufs Spiel setzt, weil sich 10H leichter buchstabieren lässt als eine Politik der Verantwortung

wenn man nicht einmal eine Hochspannungsleitung durchsetzen kann und dafür die industrielle Entwicklung aufs Spiel setzt

wenn man den Länderfinanzausgleich abschafft, kaum dass man davon profitiert

wenn man Politikermacht einsetzt um im ÖR Spielfilmauftritte als Schauspieler zu bekommen

wenn man anderen seinen Glauben aufzwingt

...

  • Antwort von qw, Samstag, 21.Juli, 15:38 Uhr

    Als Schauspieler macht er wenigstens unsere Natur und Heimat nicht weiter kaputt.
    Dass Soeder für immer mehr Flächenfraß steht, muss schon genügen, dass man ihn nicht wählt.
    Es ist unsere Verantwortung, egal ob christliche Einstellung oder nicht, unseren Lebensraum für unsere Nachkommen
    zu erhalten!
    Der Verkauf der Wohnungen zeigt ja auch wo die Prioritäten dieser CSU liegen, jedenfalls nicht bei uns Bürgern/Menschen!

  • Antwort von hpv, Samstag, 21.Juli, 15:57 Uhr

    Den Nagel auf den Kopf getroffen.
    Glaubwürdigkeit und Gerechtigkeit sind für diese
    Leute Fremdworte.

Sonnenblume, Samstag, 21.Juli, 14:54 Uhr

8. C (Chaos) SU stürzt ab!

Am 14.10. wird sich der bayerische Landtag verändern! CSU zwischen 30 - 35 %!

  • Antwort von hansi, Samstag, 21.Juli, 15:47 Uhr

    Ja Sonnenblume aber nicht so wie Sie meinen sondern CSU und AFD zusammen dann lässt Ihr Euere Köpfe hängen ich freue mich schon darauf.

Nadine, Samstag, 21.Juli, 14:53 Uhr

7. mehr bayerische Themen

Gut - kann die CSU haben:

1. Sollte es sichere Schulwege für Kinder geben d.h. es braucht eine Anschnallpflicht in ÖPNV-Bussen 2. Wenn man als Verbraucher in einen Supermarkt geht, dann sollte es klar ersichtlich sein, was in welchem Produkt drinnen ist. Diese "Kann .. enthalten" sind da das krasse Gegenteil. 3. Der Begriff "artgerecht" sollte seinem Sprachgebrauch gerecht werden und Tiere tatsächlich artgerecht gehalten werden müssen und nicht nur in dem Sinne, dass die einen Platz haben, worauf diese gnädigerweise stehen dürfen. 4. Entlang von allen Bahnhöfen sollte es Glasscheiben zwischen den wartenden Personen und den Zügen geben. 5. In den Städten sollte es entlang von allen Straßen Radspuren auf der Fahrbahn geben. 6. Der Besuch der Kitas sollte kostenlos sein und sowohl vormittags, wie nachmittags angeboten werden. 7. Schulen sollten ganztags offen sein 8. Es Bedarf ein Bürgertelefon wo Bürger Behinderungen im Straßenverkehr 24h / 365 Tage im Jahr melden können.

  • Antwort von Münchner, Samstag, 21.Juli, 15:31 Uhr

    Sie sprechen Großteils Bundesthemen an, für die der Landtag nicht zuständig ist.