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Risiko Innerbankenkredit "Target2"-Risiken für die Deutsche Bundesbank

Hinter dem Kürzel „Target2“ steckt ein ausgeklügeltes Verrechnungssystem zwischen den Notenbanken in der Eurozone. Bis zum Ausbruch der Finanzkrise spielte es kaum eine Rolle, ob zum Beispiel die Bundesbank den anderen Notenbanken innerhalb dieses Systems einen Überziehungskredit gewährte. Doch das hat sich geändert, seitdem erst über den „Grexit“ und nun auch über einen möglichen Ausstieg Italiens aus dem Euro diskutiert wird.

Von: Margit Siller

Stand: 28.05.2018

Logo der Deutschen Bundesbank  | Bild: picture-alliance/dpa

Die Ungleichgewichte sind über die Jahre größer geworden. Die Forderungen der Deutschen Bundesbank erreichen inzwischen mehr als 900 Milliarden Euro. Zu vergleichen ist das am ehesten mit einem zinslosen Überziehungskredit für die anderen Notenbanken. Diese Forderungen werden aber nie fällig gestellt, solange es die Eurozone gibt. Es war auch nie vorgesehen, die Salden irgendwann auszugleichen.

Risiko-Staaten aus dem Süden Europas

Die Notenbank Italiens schiebt inzwischen gut 440 Milliarden Euro an Verbindlichkeiten vor sich her. Kaum jemand geht davon aus, dass diese Target-Schuld bei einem Euro-Austritt Italiens beglichen würde. Vergrößert haben sich diese Ungleichgewichte auch durch das Anleihen-Kaufprogramm der EZB und durch die Kapitalflucht aus den Südländern. So hat auch Spanien enorme Verbindlichkeiten. Über Target2 werden täglich mehr als 340.000 Transaktionen von den Banken abgewickelt. Hauptsächlich geht es dabei um normale Bankgeschäfte und um Warenlieferungen, zum Beispiel von Deutschland nach Italien.


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