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US-Handelspolitik Trump lässt neue Zölle auf Autos prüfen

Schlechte Nachrichten für die deutsche Autoindustrie: US-Präsident Trump lässt prüfen, ob seine Regierung neue Importzölle auf Autos, Lastwagen und Autoteile erheben wird - offenbar in Höhe von bis zu 25 Prozent.

Von: tagesschau.de

Stand: 24.05.2018

Donald Trump, Präsident der USA, gestikuliert vor einem Tagestrip nach New York auf der Andrews Air Force Base (Archiv) | Bild: dpa-Bildfunk/Evan Vucci

US-Präsident Donald Trump hat das US-Handelsministerium offiziell angewiesen, Importzölle auf Autos, Lkw und Autoteile zu prüfen. Es müsse geklärt werden, ob die Autoeinfuhren eine Gefahr für die nationale Sicherheit der USA seien, erklärte Trump in Washington. Das "Wall Street Journal" berichtet, Trump erwäge Schutzzölle auf eingeführte Autos von bis zu 25 Prozent.

"Auf unsere großartigen amerikanischen Automobilarbeiter warten schon bald große Nachrichten", twitterte Trump, ohne Details zu nennen. "Nachdem eure Jobs jahrzehntelang ins Ausland verloren gingen, habt ihr lange genug gewartet!", ergänzte er.

Für die deutschen Autohersteller könnte mit den seit Monaten angedrohten Importzöllen empfindlicher Kostendruck entstehen. Die USA sind nach China der zweitgrößte Exportmarkt der deutschen Automobilhersteller. 2017 exportierten diese nach US-Daten rund eine halbe Million Fahrzeuge in die USA.

Schutz der nationalen Sicherheit als Begründung

Formell ordnete Trump eine Untersuchung nach dem sogenannten Kapitel 232 an. Mit dem Schutz der nationalen Sicherheit hatte Trump auch die Zölle auf Stahl und Aluminium begründet, von denen die EU noch bis zum 1. Juni ausgenommen ist. "Schlüsselindustrien wie Autos und Autoteile sind kritisch für die Stärke unserer Nation", erklärte Trump.

Das "Wall Street Journal" berichtete, der Plan für Autoimportzölle befinde sich aber noch in einem frühen Stadium und dürfte auf Widerstand von diversen US-Interessengruppen und ausländischen Handelspartnern stoßen.

Mehrfach gedroht

Der US-Präsident hatte bereits kurz nach seinem Amtsantritt deutschen Autobauern mit einer Sondersteuer von 35 Prozent auf importierte Fahrzeuge gedroht. Als Grund dafür nannte Trump eine angebliche Ungleichbehandlung: Ein US-Pkw wird bei der Einfuhr in die EU mit zehn Prozent verzollt, ein EU-Auto in den USA nur mit drei Prozent.

Aus Sicht der Bundesregierung sieht das Bild anders aus, wenn man die in den USA beliebten SUVs und Vans einbezieht - dann schrumpfe der Abstand auf 4,3 zu 3,1 Prozent.

Zoll-Ausnahmen für die EU laufen vermutlich aus

Der Vorstoß Trumps kommt kurz vor dem Auslaufen der Ausnahme für die EU von den neuen US-Schutzzöllen auf Stahl und Aluminium. EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström, die federführend mit den USA verhandelt, erwartet keine weitere Fristverlängerung.

Außenminister Heiko Maas sagte nach einem Treffen mit seinem US-Kollegen Mike Pompeo in Washington, Deutschland und die EU würden sich "in keinster Weise" mit dem Weg abfinden, den die USA eingeschlagen hätten. Über den Handel könne geredet werden. Aber nicht unter der Androhung von Strafzöllen.

500.000 Autos aus Deutschland

Die EU droht den USA mit Gegenmaßnahmen. Neben den deutschen Konzernen könnten Importzölle auf Autos auch asiatische Hersteller wie Toyota, Nissan oder Hyundai treffen. Die USA haben im vergangenen Jahr nach einer offiziellen Statistik 8,3 Millionen Autos importiert im Wert von 192 Milliarden Dollar. Davon kamen 2,4 Millionen aus Mexiko, 1,8 Millionen aus Kanada, 1,7 Millionen aus Japan und 500.000 aus Deutschland. Im gleichen Zeitraum exportierten die USA knapp zwei Millionen Autos im Wert von 57 Millionen Dollar ins Ausland.


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XX, Donnerstag, 24.Mai, 12:16 Uhr

6. Trump/Wirtschaft

Leider ist dem Herrn das Augenmas verloren gegangen. Zölle zu Gunsten der eigenen Industrie mag ja noch nachvollziehbar sein, aber verträglich auch für die Noch -Partner? Denn was nützt es ,wenn die Arbeitslosigkeit in der EU und speziell hierzulande dadurch gefördert wird. Kaufkraft wird verloren gehen und zwangsläufig auch amerikanische Waren treffen. Immer mehr Entlassungen sind die Folge, die es ohnehin schon seit ein paar Jahren gibt mit dem Schleier der Rationalisierung bemäntelt.. Hartz iV Bezieher werden immer mehr. Dazu die Aufwendungen für Migranten (oft Illegale). Wer soll das künftig stemmen? Der kleine Rest der Berufstätigen? Denn nicht alle werden diesbezüglich zur Kasse gebeten. Man kann nur auf Einsicht Seitens Trump hoffen, um auch China nicht weiter zu stärken. ( 2025 ).Aber wer kennt schon die wahren Hintergründe und Ziele.

  • Antwort von Wir sind doch auch wer...!?, Donnerstag, 24.Mai, 14:03 Uhr

    @XX: Augenmas, Augenmass, oder doch 'nur' Augenmaß? Wir solten uns auf Augenmaß einigen, denn dann passt es.
    Unabhängig von dem jetzigen Geplänkel um die Strafzölle, wenn die Industrie 4.0 auch in unserem Land voll durchschlägt, so vielleicht innerhalb der nächsten 5-10 Jahre, dann wird es auch im Land des Exportweltmeisters ziemlich dunkel, was Jobs angeht...leider setzt die Regierung ausschließlich auf die Exportwirtschaft, und wenn dann eine andere Wirtschaftsweltmacht, einfach nicht so macht, wie Fr.Merkel und ihre Industrielobbyisten wollen, dann setzt auch hier in diesem Land das große Zähneklappern ein bei diesen Herrschaften...die Globalisierung wird die Rationalisierung noch weiter beschleunigen...
    Man könnte diesen neg.Entwicklungen mit einer Maschinen-oder Robotersteuer entgegenwirken, es passiert jedoch nicht
    Es ist ein Kampf um Jobs, und Trump muss auch seine Wählerklientel etwa im Rust Belt im Auge haben, die lieber gestern als morgen erwarten, dass Trump Jobs schafft

  • Antwort von XX, Donnerstag, 24.Mai, 17:35 Uhr

    s,ss,ß. Man sollte seine Zeilen vor dem Versenden nochmal durchlesen. Mein diesbezügliches Versäumnis war für Sie daher ein " Korrekturerlebnis".

Marlboro-Man, Donnerstag, 24.Mai, 11:43 Uhr

5. Das kommt alles von FastFood und Cola

Na, lässt den doch machen - halten kann den doch keiner.

Wenn er meint, die Daimler-Käufer in den USA würden jetzt Amikutschen kaufen, dann liegt er eben schief.
Wer sich heute schon eine deutsche Nobelkarre leisten kann, der wird sich das auch morgen leisten - auch wenn er noch ein paar Mark drauflegen muss.

Der Superblonde im Weißen Haus wird noch mal noch dümmer aus der Wäsche gucken als heute schon.

Schneider, Donnerstag, 24.Mai, 10:44 Uhr

4. Scham

Man kann sich echt schämen, dass Herr Trump Pfälzer Vorfahren und damit bayrische Vorfahren ( die Pfalz war damals bayrisch ! ) hat !

  • Antwort von Auch Schreiner gibts, Donnerstag, 24.Mai, 11:09 Uhr

    @ Hr. oder Fr. Schneider: Warum sollten Sie oder irgendjemand anderer sich schämen, weil Trump deutsche Vorfahren hat, wie erfreulicherweise zig Millionen anderer US-Amerikaner...?!
    Stehen Sie Herrn Trump persönlich sehr nahe, dann würde ich es noch verstehen, aber so.
    Das ist die ganz persönliche Geschichte von Herrn Trump, und wir sollten jemanden an seinen Qualitäten oder nicht vorhanden Qualitäten messen, und nicht woher er abstammt.
    Es sollte immer gelten, erst der Mensch....
    Vielleicht sollten Sie mal persönlich mit Herrn Trump reden, und sich dann erst entscheiden, ob Sie sich für ihn schämen wollen oder nicht.

  • Antwort von thorie, Donnerstag, 24.Mai, 11:10 Uhr

    Die Macht der Gene !
    Oder wie siehst du das "Bayern first" von Söders Wahlkampf?

Linke Renate , Donnerstag, 24.Mai, 10:30 Uhr

3. US-Politik = Zölle, Sanktionen, Erpressung, Regime Change, Stellvertreterkriege

Die Fähigkeit der USA, Zölle und Sanktionen einzusetzen, hänge nun von der Bereitschaft der EU und Chinas ab, sich ihnen unterzuordnen. Darüber hinaus kamen deutsche Wirtschaftsexperten plötzlich zu dem Schluss, dass nicht Russland, sondern Deutschland einen unverhältnismäßig großen Schaden wegen der Sanktionen gegen Russland – 44 Milliarden Dollar bzw. 40 Prozent vom Gesamtschaden – erlitten hat, während auf die USA nur 0,6 Prozent der Gesamtverluste entfielen. In diesem Zusammenhang ist die Prognose nicht allzu schwer, wie diese Nachricht das weitere Verhalten Deutschlands zur US-Außenpolitik beeinflussen wird.

  • Antwort von Alexander K., Donnerstag, 24.Mai, 11:41 Uhr

    "kamen deutsche Wirtschaftsexperten plötzlich zu dem Schluss, dass nicht Russland, sondern Deutschland einen unverhältnismäßig großen Schaden wegen der Sanktionen gegen Russland".

    Und das erkennen Wirtschaftsexperten plötzlich? Plötzlich? Und das wollen Experten sein?

    Ich sehe das als Strategie des Herrn Trump, mit den Sanktionen die zu treffen, die ein wirtschaftliches Interesse mit den sanktionierten Ländern haben. Die sanktionierten Länder selbst sind zweitrangig. Man kann die eigene Macht gegenüber anderen auch dadurch stärken, dass man die anderen schwächt.

Alexander K., Donnerstag, 24.Mai, 10:26 Uhr

2. Langsam glaube ich ...

... der Herr Trump will nichts weiter machen als den Staatshaushalt ausgleichen (nicht sanieren) - auf Kosten all derer, die diesem Staatshaushalt nicht angehören.

Und was liegt da näher als das Geld bei denen zu holen, die es haben.

  • Antwort von thorie, Donnerstag, 24.Mai, 10:40 Uhr

    kurzfristig könnte er damit Erfolg haben.