43

Erstmals 5.000 Autos pro Woche Tesla bringt Fertigung auf Touren

Mit deutlicher Verzögerung hat Tesla nach Angaben von Firmenchef Elon Musk sein aktuelles Produktionsziel für das Model 3 erreicht. Das 5.000. Auto innerhalb einer Woche sei am Sonntagmorgen vom Band gelaufen.

Von: tagesschau.de

Stand: 02.07.2018

Tesla-Chef Elon Musk bei der Präsentation des Model 3 | Bild: picture-alliance/dpa

Autobauer Tesla stellt pro Woche 5.000 preisgünstigere Elektrowagenmodelle her und hat damit die Zielmarke von Konzernchef Elon Musk erreicht. "Wir haben es geschafft!", schrieb Musk in einer internen E-Mail an die Belegschaft. "Was für eine sagenhafte Leistung eines tollen Teams." Über die E-Mail berichtete zunächst die Webseite Electrek, später bestätigte das Unternehmen deren Echtheit.

Erstmalig 7.000 Autos in einer Woche vom Band gelaufen

Bei den 5.000 Wagen handelt es sich um Kompaktautos der Reihe 3s. Die Wagen sollen Tesla aus der Nische führen und zu einem Autohersteller mit Breitenwirkung machen. Vom Fließband gingen auch insgesamt 2.000 Autos vom Typ Model S Sedan und Geländewagen Model X, wie Musk berichtete. Damit sei die Rekordzahl von 7.000 Wagen pro Woche erzielt worden.

Musk überwachte Fertigung selbst

Diese Marke sollte eigentlich schon Ende 2017 erreicht werden. Als das nicht klappte, nannte Musk Ende Juni als neuen Termin. Hätte Tesla sie wieder verfehlt, wäre das ein Schlag für das Ansehen des Firmenchefs und auch für den Aktienkurs gewesen. Tesla baute unter anderem eine zusätzliche Montagelinie in einem Zelt neben dem Fabrikgebäude im kalifornischen Fremont auf, um das zu schaffen. Musk übernachtete in der Fabrik und überwachte die Fertigung selbst.

500.000 Reservierungen bei Tesla für Model 3

Der Anlauf der bereits im vergangenen Juli gestarteten Produktion verlief deutlich langsamer als geplant, unter anderem weil es Engpässe bei Batteriepacks und Probleme mit einer zu weitreichenden Automatisierung gab. Musk schrieb in seiner E-Mail, Tesla sei "auf Kurs", 6.000 Fahrzeuge pro Woche im kommenden Monat zu schaffen. "Ich denke, wir sind gerade eben zu einem echten Autounternehmen geworden", fügte er hinzu. Tesla hatte rund 500.000 Reservierungen für das Model 3 bekommen - auch wenn unklar ist, wie viele Interessenten die Geduld verloren und absprangen.

Auto-Produktanalyse Manager teilt Musks Begeisterung nicht

Dave Sullivan, Produktanalyse-Manager bei der Marktforschungsfirma AutoPacific, zeigte sich indes wenig beeindruckt von Teslas Leistung. "Das (Ziel) zu erreichen ist das Eine", sagte er. "Konstant 5000 pro Woche mit außerordentlicher Qualität zu produzieren ist das Andere. Ich denke nicht, dass es die einmalige Produktion von 5.000 etwas ist, dass einen in Begeisterung versetzen sollte - es sei denn, es lässt sich wiederholen."

Noch nie Jahresgewinn vermeldet

Verkäufe von Model-3-Wagen sind für Teslas Zukunft entscheidend. Das Unternehmen hat noch nie einen Jahresgewinn vermeldet. Im ersten Quartal gab es eher ein Minus von mehr als eine Milliarde Dollar. Investoren an der Wall Street, die die Tesla-Aktie auf 340 Dollar pro Stück gedrückt haben, werden angesichts der Verluste ungeduldig. Erst im März stufte eine Abteilung der Rating-Agentur Moody's Teslas Schulden auf Ramschniveau herunter.

Herabstufung der Tesla-Aktie bringt Unternehmen in Schwierigkeiten

Das Unternehmen drohe, kein frisches Geld für die Abdeckung von Betrieb, Kapitalausgaben und Verbindlichkeiten in Höhe von 3,7 Milliarden Dollar zu haben, warnte Moody's Investor Service. Tesla beharrte indes darauf, dass der Absatz der Model-3-Wagen die Rechnung bezahlen und für Gewinne sorgen werde. Dem Unternehmen machen aber auch Sicherheitsfragen zu schaffen. Die Ermittler zweier US-Bundesbehörden beschäftigen sich derzeit mit fünf Unfällen von Tesla-Wagen, darunter einigen mit dem halbautonomen Autopilot-System oder schwer löschbaren Batteriebränden.


43