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Tötungsdelikt in Chemnitz Haftbefehl im Internet veröffentlicht

Nach dem tödlichen Messerangriff in Chemnitz haben Rechtsradikale im Netz den Haftbefehl gegen einen der mutmaßlichen Täter veröffentlicht. Darin sind Namen und Details zur Tat enthalten.

Von: tagesschau.de

Stand: 29.08.2018

Die rechtspopulistische Gruppering "Pro Chemnitz" hat nach dem Messerangriff, in dessen Folge ein 35-Jähriger starb, den haftbefehl der Polizei für den mutmaßlichen Täter geleakt. | Bild: picture-alliance/dpa

Nach dem tödlichen Messerangriff in Chemnitz haben Rechtsradikale im Netz den Haftbefehl gegen einen der mutmaßlichen Täter veröffentlicht. Darin sind Namen und Details zur Tat enthalten.

Von Karolin Schwarz und Patrick Gensing, tagesschau.de

Nach dem Tötungsdelikt an einem 35-Jährigen in Chemnitz und den folgenden Ausschreitungen in der Stadt bahnt sich möglicherweise der nächste Skandal an. Rechtsradikale haben im Netz offenbar den Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Haupttäter veröffentlicht.

Das Dokument scheint authentisch zu sein. So werden die Namen des Opfers, der mutmaßlichen Täter sowie von Zeugen und der Richterin genannt. Zudem wird beschrieben, wie oft auf das Opfer eingestochen worden war. Das Papier wurde mit einigen Schwärzungen unter anderem von "Pro Chemnitz", einem AfD-Kreisverband sowie Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann verbreitet. Mittlerweile hat "Pro Chemnitz", das zu der Demonstration am Montag aufgerufen hatte, den Eintrag aber wieder gelöscht.

Neue Demonstration geplant

Die Rechtsradikalen veröffentlichten aber nicht nur den Haftbefehl, sondern riefen gleichzeitig zu einer weiteren Demonstration am Donnerstag sowie Spenden auf. Das Posting verbreitete sich innerhalb von einer Stunde fast tausendmal.

In dem Haftbefehl sind Details zu den beiden mutmaßlichen Tätern sowie zu der Tat in der Nacht zu Sonntag aufgeführt. Wie die Rechtsradikalen an das Dokument gekommen sind, ist noch unklar. Sie gaben an, es sei "geleakt" worden - es habe also ein Leck gegeben.

Der Haftbefehl lag zumindest Staatsanwaltschaft, Gericht, Polizei und Anwälten vor. Das Innen- und Justizministerium waren für Anfragen nicht mehr zu erreichen. Auf Twitter teilte das Sächsische Innenministerium mit, es sei nicht nachvollziehbar, woher die Bilder von dem Dokument kämen.

@BCGoehler @SachsenDe Wir haben die Kollegen des zuständigen Sächsischen Staatsministeriums der Justiz darüber informiert. Woher die Bilder kommen, ist für uns gegenwärtig nicht nachvollziehbar.


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