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Polizeiliche Ermittlungen Offenbar Nowitschok in Amesbury gefunden

Die britische Polizei hat offenbar den Behälter gefunden, mit dem zwei Briten mit dem Nervengift Nowitschok in Kontakt gekommen sein sollen. Das teilte die Polizei mit.

Von: tagesschau.de

Stand: 13.07.2018

Zwei mit Schutzanzügen bekleidete Ermittler arbeiten hinter Stellwänden, die in der Rollestone Street aufgestellt wurden.  | Bild: dpa-Bildfunk/Yui Mok

Scotland Yard hat erklärt, dass Spezialkräfte eine Flasche gefunden haben, die offenbar Quelle der Vergiftung eines Paares mit dem Kampfstoff Nowitschok war. Der Behälter wurde im Haus des Mannes entdeckt. Das Paar war Ende Juni mit Vergiftungserscheinungen in Amesbury aufgefunden worden.

Das Fläschchen wurde bereits im Chemiewaffenlabor des britischen Militärs in Porton Down untersucht. Die Tests hätten ergeben, dass es sich beim Inhalt um Nowitschok handelte, erklärte die Polizei. Die Ermittler hoffen nun, mehr über den Ursprung des Giftes zu erfahren -möglicherweise auch eine Spur zu finden, die zu dem oder den Tätern führen könnte, die zunächst den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia vergiftet hatten. Unklar ist, wie der Behälter in das Haus gelangte.

Frau verstorben, Mann außer Lebensgefahr

Die Skripals konnten das Krankenhaus inzwischen verlassen und leben an einem von den britischen Behörden geheim gehaltenen Ort. Die 44 Jahre alte Frau, die vor zwei Wochen mit dem Gift in Kontakt gekommen war, starb an den Folgen der Vergiftung. Ihr 45 Jahre alter Partner, in dessen Haus jetzt das Fläschchen mit den Giftresten gefunden wurde, wird weiter im Krankenhaus behandelt. Er ist inzwischen wieder bei Bewusstsein und konnte von der Polizei befragt werden. Er befindet sich in einem stabilen, aber ernsten Zustand.

Die nationale Gesundheitsbehörde in England hatte die Bevölkerung in Amesbury und dem nahen Salisbury erst vor wenigen Tagen aufgefordert, keine unbekannten Gegenstände vom Boden aufzuheben. Auch nun gibt es noch keine Entwarnung. "Wir können nicht garantieren, dass nicht noch mehr von der Substanz übrig geblieben ist", sagte ein Polizeisprecher.

Mögliche Verbindung zu Skripal

Unweit von Amesbury, im 10 Kilometer entfernten Salisbury, waren die Skripals im März infolge eines Anschlags ebenfalls mit dem Nervengift in Kontakt gekommen.

London bezichtigte Moskau, Drahtzieher des Anschlags gewesen zu sein. Nowitschok wurde in der früheren Sowjetunion entwickelt, später wurde damit auch in anderen Ländern experimentiert. Der Kreml bestreitet jegliche Vorwürfe. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus. Mehr als zwei Dutzend Länder wiesen russische Diplomaten aus.

Russland reagierte ebenfalls mit Ausweisungen. Die Regierung in Moskau bestreitet weiterhin, in den Fall Skripal und die Vergiftung des Paares verwickelt zu sein.


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Sabine Mehr , Samstag, 14.Juli, 07:15 Uhr

2. Ja, klar ...

... da kommt jemand an ein Kampfmittel ran und lässt es dann überall rum liegen ...

Also jetzt mal ganz ernsthaft und in Anbetracht der Tatsache, dass sich ganz in der Nähe ein Labor befindet, in dem man dieses Zeugs herstellt: ich glaube, die Briten haben ihren Laden da nicht ganz im Griff ...

Alfred Haas, Freitag, 13.Juli, 21:20 Uhr

1. Jetzt falle ich vom Glauben ab

Da hieß es beim Fall Skripal, Nowitschock sei hoch wirksam, selbst kleinste Mengen führen unmittelbar zu Tod.

Jetzt heißt es, die Dosis sehr hoch gewesen. Das erklärt den schnellen Tod der Frau - aber was heißt sehr hoch? Was bedeutet eine Flasche? War die Flasche noch gefüllt, oder offen? Das ist schon interessant, da die Haltbarkeit des Gifte nur begrenzt ist.

Scottland Yard gibt wieder nur soviel an Informationen, wie sie politisch nützlich sind.

  • Antwort von Squar, Samstag, 14.Juli, 07:17 Uhr

    Was heiß hier politisch nützlich? Man sucht immer noch den oder die Täter, da ist es kontraproduktiv Taeterwissen auszuposaunen.