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Helmut Dedy, Deutscher Städtetag Städtetag enttäuscht über Wirkungen des Dieselgipfels

Der Deutsche Städtetag hat ein Jahr nach dem Dieselgipfel von Politik und Autobranche eine enttäuschende Bilanz gezogen. Die Wirkung des Gipfels sei "eine sehr beschränkte" gewesen, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2, radioWelt am Morgen).

Stand: 02.08.2018

"Es ist eindeutig zu wenig passiert im letzten Jahr." Die Zahl der bisher mit Softwareupdates nachgerüsteten Fahrzeuge bezeichnete Dedy als "nicht befriedigend". Zudem sei er nicht überzeugt, ob diese Updates überhaupt zur Verbesserung beitrügen "oder ob wir nicht Hardware-Nachrüstungen brauchen". Auf die habe man sich aber nicht verständigen können, "weil die Bundesregierung ziemlich soft mit der Autoindustrie umgeht". Die Industrie habe das Problem verursacht und müsse es auch lösen.

"Es kann ja nicht sein, dass die Dieselfahrerin oder der Dieselfahrer die Nachrüstung bezahlen muss."

Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer Städtetag

Das einige Monate später, im November, beschlossene Sofortprogramm "verdient den Namen schlicht nicht, da ist bisher nicht ein einziger Cent abgeflossen", sagte Dedy. Er forderte darüber hinaus "eine Verkehrswende in den Städten":

"Wir müssen hin zu mehr Radverkehr, zu mehr Bussen und Bahnen, auch zu mehr Fußgängerverkehr."

Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer Städtetag

Die Städte kämen an Grenzen, was den Individualverkehr angehe: "Der öffentliche Raum darf nicht nur Parkplatz sein." Der Städtetag habe gesagt: "20 Milliarden brauchen wir dafür über zehn Jahre, von Bund und Ländern. Dann sind wir in der Lage, da die notwendigen Schritte zu tun."


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